Warum Mönchengladbach mit seinen Unternehmen das Thema Gründerkultur im digitalen Zeitalter angehen muss!

Der Management-Guru Peter Drucker hat mal gesagt, dass es nur zwei Hauptaufgaben eines Unternehmens gibt: Marketing und Innovation! Nur diese beiden Tätigkeiten des Unternehmens produzieren, was entscheidend im Markt ist: Produkte, die sich differenzieren und zu Umsatz führen. Jedes Unternehmen muss im Markt mit einem Produkt bestehen, das die Kaufentscheidung rechtfertigt. Eine Unterscheidbarkeit nur über den Preis – billiger als alle anderen – ist am Ende keine nachhaltige Marktposition. Jede nachhaltige Differenzierung basiert damit auf Innovation. Die Art wie Innovationen entstehen hat sich in den vergangenen 100 Jahren aber rapide verändert. Grund dafür ist unter anderem die Digitalisierung und der technische Fortschritt.

Steve Blank, US-amerikanischer Unternehmer, Dozent und Autor argumentiert in seinem Blog, dass Innovationen in der Vergangenheit durch einzelne Erfinder vorangetrieben wurden, die auf Basis ihrer Ideen große Unternehmen gründen konnten oder Produktionsprozesse, die extrem kostenintensiv waren, revolutionierten: Beispielsweise Henry Fords Erfindung des Fließbands oder Alexander Graham Bells Entwicklung des Telefons. Danach wurde das Thema Innovation in Unternehmen institutionalisiert: Es entstanden die großen Forschungsabteilugen – in Englisch Research & Development (R&D) genannt. Große Spieler wie IBM und Bell organisierten legendäre Forschungsinstitute, die abgeschottet an der nächsten großen Revolution arbeiteten. In den vergangenen Jahrzehnten ist die Entwicklung von Innovationen mehr und mehr aus den Unternehmen ausgelagert worden.

Es begann mit dem Investment von Unternehmen in den Bereich Venture Capital (Risiko-Kapital). Seit den 80er Jahren und in den 90er beteiligten sich große Unternehmen auf einmal an kleinen Unternehmen oder kauften diese gleich ganz. Warum kam es dazu?

Innovation ist entscheidend, nicht Produktion!

Wesentliche Treiber dieser Entwicklung sind die Digitalisierung und die Globalisierung von Produktionsmöglichkeiten und die damit verbundenen Kostenreduzierungen und Demokratisierung von Produktionsprozessen. Ein Beispiel: Ein Smartphone zu bauen ist heute eine Tätigkeit, die sich standardisiert an einen Produzenten in Asien auslagern lässt – Apple baut sein iPhone bei einem Hersteller Namens FoxConn. Als Auftragshersteller produziert das Unternehmen unter anderem für Hewlett-Packard, Dell, Nintendo, Microsoft und Sony. Der Konzern produziert im Auftrag die Spielekonsolen Nintendo DS, Wii, Xbox 360 und PlayStation. Der Bauplan und die technische Spezifikation inklusive der Software ist die eigentliche Leistung, die Montage ist mittlerweile eine Dienstleistung die bei Anbieter wie Foxconn global eingekauft werden kann. Unternehmen wie Apple haben das lange erkannt.

Da der Innovationsprozess immer stärker von Produktions- und Investitionsmitteln unabhängig geworden ist, können Forscher, Erfinder und kreative Unternehmer Innovationen in die Märkte bringen, ohne das Risiko einer investitionsintensiven Produktionsinfrastruktur zu tragen – man spricht von der Demokratisierung des Innovationsprozesses.

Damit rückt die Produktion der Hardware in den Hintergrund: Innovationen Ideen werden jetzt überall auf der Welt geboren und irgendwo produziert. Die Unternehmen haben reagiert und entsprechende Andockstationen an ihre Prozesse entwickelt: Das Managementkonzept nennt sich Open Innovation. Kurz gesagt: Warum auf 3, 35 oder 350 eigene Forscher setzen, um Innovationen zu kreieren, wenn es auf der Welt x-Tausende Experten zu dem Thema gibt. Unternehmen weltweit haben diesen Trend erkannt – Corporate Inkubatoren schießen wie Pilze aus dem Boden und etablierte Unternehmen beteiligen sich an Start-ups. Auch in Mönchengladbach: Im Dezember erwarb Scheidt & Bachmann Mehrheitsanteile an dem Start-up evopark.

Wenn wir diese Entwicklung auch für lokale Unternehmen stärker nutzbar machen wollen, dann brauchen wir ein Gründerklima am Standort Mönchengladbach. Dafür setzt sich der Verein nextMG mit seinen Mitgliedern ein. Unternehmen brauchen zum Wachstum in Zukunft mehr als preiswert erschlossene Gewerbegebiete, das ist Hardware, notwendig, aber nicht ausreichend. Gerade mittelständische Unternehmen am Standort brauchen eine Infrastruktur, um am Trend der Open Innovation zu partizipieren. Nicht jedes mittelständische Unternehmen kann in diesen Bereich investieren, daher ist die gemeinsame Entwicklung von Gründerzentren und Start-up Kultur jetzt notwendig.

 

Warum Gladbachs Unternehmer ihre eigenen Betriebe mit digitalen Möglichkeiten zerlegen sollten!

In den vergangenen Wochen wurde durch verschiedene Veranstaltungen in Mönchengladbach das Thema Digitalisierung stärker auf die Agenda gebracht. Der Konzern Klöckner gab Einblicke, was Digitalisierung für ein traditionelles Unternehmen bedeutet und wie es damit umgeht, trivago-Gründer Rolf Schrömgens berichtete bei der Gründerwoche, wie er sein Unternehmen in der digitalen Welt aufgebaut hat und in der vergangenen Woche, erklärte der Journalist und Buchautor Christoph Keese, wie die Digitalisierung, die er im Silicion Valley erkundet hat, die Wirtschaft durch disruptive Innovationen verändern wird.

Die Quintessenz all dieser Veranstaltungen lässt sich vielleicht auf zwei Nenner bringen:

1.) Digitale Transformation ist nicht bloße digitale Optimierung. Die Unternehmen müssen verstehen, dass das Thema Digitalisierung viel tiefgreifender ist als nur Prozessveränderung – es geht auch um neue Geschäftsmodelle und neue Unternehmenskulturen.

2.) Die Digitalisierung ist wie ein Geist, der aus der Flasche entwichen ist – es gibt keinen Weg zurück. Wir werden diese Entwicklungen nicht aufhalten können, auch wenn die Orte wie Silicon Valley weit weg sind und technologische Entwicklungen wie künstliche Intelligenz und Blockchain noch unwirklich scheinen, sie werden unsere Wirtschaft, unser Leben und unsere Stadt verändern. Ob wir wollen oder nicht.

Was bedeutet das alles für den Wirtschaftsstandort Mönchengladbach – werden sich viele gefragt haben?

Das Ende der Sachbearbeitung – die Arbeitswelt der Zukunft verstehen

Ein Beispiel: Im Sommer hat der Versicherungskonzern AXA eine Versicherungspolice auf der Grundlage der Technologie Blockchain in den Markt gebracht. Es wäre jetzt hier zu ausführlich, die Blockchain zu erklären, aber im Kern: Ich kann einen Vertrag abschließen, der durch das System dokumentiert wird und der bei der Erfüllung der Bedingungen des Vertrags vollautomatisch bearbeitet wird. Das System gilt durch den dezentralen Aufbau als nicht manipulierbar. Zurück zur AXA. Der Versicherungskonzern bietet seit dem Sommer eine Reiseversicherung an, die automatisch bei Flugverspätungen den Antrag für die Kunden bei der Fluggesellschaft bzw. beim Konzern auf Entschädigung stellt. Alle Daten liegen vor – die Verspätung etc. wird automatisch erfasst, die Vertragsbedingungen sind im System hinterlegt, die Zahlung an den Versicherungsnehmer erfolgt automatisch. In dem ganzen Prozess gibt es also keinen menschlichen Sachbearbeiter mehr. Niemanden mehr, der den Vertrag prüfen muss, das macht die Technologie der Blockchain – man nennt das den „smart Contract“. Wie viele Menschen in Mönchengladbach arbeiten heute bei Versicherungen, Banken oder Dienstleistern als Schabearbeiterinnen und Sachbearbeiter? Wie viele werden in Zukunft in diesem Bereich noch Arbeit finden, wenn sich diese Technologie am Markt durchsetzt?  Welche Arbeitswelt werden wir in zehn Jahren vorfinden? Wie werden Unternehmen aus Mönchengladbach mit dieser Technologie umgehen und wie werden sie in Zukunft noch Produkte an den Markt bringen können, wenn sie diese Technologie nicht beherrschen?

Digitalisierung angehen – sich die neue Welt als Möglichkeit vorstellen

Die Digitalisierung wird nicht nur Geschäftsmodelle verändern, sie wird auch die Anforderungen an Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer verändern! Wir müssen in Mönchengladbach auf IT-Kompetenz setzen. Wir brauchen an ALLEN weiterführenden Schulen IT- und Informatik-Ausbildung. Aber auch die Unternehmerinnen und Unternehmer, egal ob kleiner, mittlerer oder großer Betriebe, müssen das Thema Digitalisierung angehen – der Geist wird nicht wieder in der Flasche verschwinden. Bei einem Gespräch über das Thema, habe ich vor wenigen Wochen gesagt: „Nehmen sie sich eine Flasche Wein und surfen sie einen Abend im Internet, schauen sie sich die Entwicklungen an, die Technologien, die Möglichkeiten und dann stellen sie sich vor, in ihrer Branche kommt morgen ein Unternehmen, das alle diese Möglichkeiten nutzt. Wo sind sie angreifbar, wo würden sie Kunden verlieren. Zerlegen sie ihr eigenes Unternehmen.“ Das ist kein Witz, das ist der Anfang. Die beiden Bücher von Christoph Kesse „Silicon Valley“ und „Silicon Germany“ sind ein guter Start – dann aber ohne Wein. nextMG wird zusammen mit seinen Mitgliedern in 2018 weitere Veranstaltungen zu dem Thema anbieten.

Dein Feedback zur Gründerwoche 2017

Gestern vor einer Woche ist die Gründerwoche 2017 #startupMG gestartet und schon ist leider wieder alles vorbei. Um so wichtiger jetzt eure frischen Eindrücke, Ideen, aber auch Kritik zu erfassen und es nächstes Mal noch besser zu machen!

Wir würden uns freuen, wenn ihr auf der Feedback Seite uns drei Fragen zur Gründerwoche beantwortet oder uns auch einfach eine E-Mail mit eurer Meinung zusendet.

 

Gründerwoche #startupMG: Facebook Workshop für Startups mit wertvollen Tipps nicht nur für Gründer

Im Rahmen der Gründerwoche 2017 in Mönchengladbach #startupMG fand am Mittwoch im Spiegelsaal des SMS Businesspark ein Facebook-Workshop statt. Ute Schmeiser, Inhaberin und Marketingstrategieberaterin, lud Gründerinnen und Gründer, aber auch alle, die Facebook besser verstehen und nutzen wollten, ein, mehr zu erfahren. Mehr als 20 Teilnehmer fanden sich ein und füllten den ehrwürdigen Spiegelsaal. Die große Nachfrage zeigt den Informationsbedarf nicht nur bei Gründerinnen und Gründern.

In einem kurzweiligen und praxisnahen Vortrag vermittelte die erfahrene Referentin viele  Informationen, die für Unternehmen wichtig sind, insbesondere bevor sie auf Facebook mit einer Unternehmensseite loslegen. Die Referentin legte Wert auf eine strategische Ausrichtung, die auf konkreten Zielen basiert. Ziele, Strategie, Ressourcen und Content waren Schlagwörter. Sie wies darauf hin, dass Facebook kein heiliger Gral ist, der alles schon richtet, sondern ein Teil einer crossmedialen Marketingstrategie sein muss. Sie betonte, dass sich der Trend zum bewegten Bild weiter verstärkt. Videos sollten ein fester Teil der Beiträge auf Facebook sein.  Für schnelle Einblicke in das Unternehmen genügt das Smartphone. Ist es ein professioneller Film, sollten Untertitel nicht vergessen werden. Rund 90% der Videos werden lt. Facebook ohne Ton gehört.

Im Verlauf des Vortrages stand Ute Schmeiser den Zuhörern Rede und Antwort rund um Content & Co. Es gab viele Anmerkungen aus eigener Erfahrung, die lebhaft nach Veranstaltung ausgetauscht wurden.  Als Fazit zog sie, dass Facebook hervorragend für Gründer funktioniert, insbesondere in Form eines Storytelling bereits vor der Gründung. Die Nutzer möchten die Menschen hinter dem Unternehmen sehen und verfolgen mit dem berühmten Blick hinter die Kulissen, wie sich Gründer entwickeln. Sie feiern Erfolge mit ihnen, verfolgen Rückschläge, aber ermuntern und geben Feedback. Sie werden so zu einer ersten, stabilen Fanbase. Auf diese können die noch jungen Unternehmer aufbauen und sich ausprobieren. Mit auf den Weg gab Ute Schmeiser am Ende des Vortrages, zu starten, auszuprobieren, persönlich zu werden und Spaß an dieser Plattform zu haben.

Nach etwa 90 Minuten und einer kurzen Pause erzählten die beiden Gründer des Mönchengladbacher Startups CAKERELLA, Jan-Niclas Müller und Delia Großmann von ihren Erfahrungen mit Facebook. Sie starten mit ihren Motivtorten in Form von Do-it-yourself Backboxen Anfang 2018, setzen aber bereits seit einigen Monaten Facebook ein. Sie posten regelmäßig und platzieren auch gezielt Facebook Anzeigen. Besonders erfolgreich war das Gewinnspiel, genauso wie emotionale Sprüche, die gern geliked und geteilt werden. Weil es viele Fragen gab, wurde das Format ein wenig überzogen. Die Zuhörer waren ausgesprochen  interessiert und engagiert. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gaben dem Workshop ein positives Feedback und waren rundum zufrieden mit Inhalt, Referenten und Location.

Vielen Dank den Referenten Ute Schmeiser (Schmeiser Marketing), Jan-Niclas Müller und Delia Großmann (CAKERELLA)

 

Gründercoaching start-upMG: Wie macht man aus einer Idee ein Geschäftsmodell – und wie geht es dann weiter?

Als Teil der Gründerwoche start-upMG fand am Dienstag zum erstmal das Gründercoaching kompakt statt, das nextMG zusammen mit der Hochschule Niederrhein, steuerwerk consulting GmbH und der NEW Blauschmiede organisiert hatte. Ziel dieser Veranstaltung war es, dass Gründerinnen und Gründer an einem Tag einen Überblick über die wichtigsten Aspekte zum Thema Gründung bekommen können.

Auftakt war die Frage, wie macht man aus einer Idee ein funktionierendes Geschäftsmodell? „Für Gründerinnen und Gründer ist es entscheidend, dass sie sich nicht nur mit Leidenschaft ihre Idee verfolgen, sondern sich auch Gedanken machen, wie die Idee am Ende wirtschaftlich umsetzbar ist“, erklärte der Referent Mark Nierwetberg, Vorstand von nextMG e.V. Anhand des Business Model Canvas führte er die Teilnehmerinnen und Teilnehmer durch die Bausteine zum Aufbau eines Geschäftsmodells. Einer seiner wichtigsten Punkte: „Geschäftsideen werden nicht am Schreibtisch, in der Kneipe oder im Freundeskreis zu Geschäftsmodellen, sondern durch Kundenkontakt! Geht raus, probiert eure Idee aus und testet sie mit echten Kunden – nicht mit Freunden“.

Coach und Gründerin des Female Innovation Hub, Zerrin Börcek, zeigte den Teilnehmerinnen und Teilnehmern auf, was es heißt ein gutes Team zu haben und zu sein. Geduld und Vertrauen sind Grundpfeiler einer guten Zusammenarbeit und schließlich eminent wichtig für das erfolgreiche Gelingen und Umsetzen der eigenen Geschäftsidee.

Stefan Sibum von der Stadtsparkasse Mönchengladbach erklärte, welche Voraussetzungen ein Start-up aus Sicht von Banken für eine erfolgreiche Finanzierung erfüllen muss. Dazu gehört in erster Linie ein guter Businessplan, sowie die Persönlichkeit der Gründer. Wichtig ist der erste Eindruck, sowie das Wissen und Verstehen des eigenen Businessplans. Gründerinnen und Gründer müssen auch verstehen, dass, ihr Geschäftsplan auch dem Gegenüber, der nicht so tief in der Materie ist, verständlich sein muss.

Für neue Unternehmen immer ein Thema: Wie erreiche ich meine Kunden – gerade im Zeitalter der digitalen Medien? Patrick Faaßen von der Mönchengladbacher Social-Media Agentur Rubivision führte ins Thema Online-Marketing ein. Dabei ging er gezielt auf die Fragestellungen des Publikums ein und führte sie durch seine zehn Thesen zum Thema Online-Marketing. Faaßen betonte die Wichtigkeit von Marketing, insbesondere die Planung, Struktur und Abstimmung der Einzelmaßnahmen auf die Unternehmensziele. „Die Online-Welt muss auf die reale Welt angepasst werden. Versprecht Nichts was ihr im realen Leben nicht halten könnt und nehmt das Thema nicht auf die leichte Schulter“, mahnte der Coach. Zeitgleich zeigte er wirksame Werkzeuge für den richtigen Start auf.

Über rechtliche Rahmenbedingungen informierte Dr. Christian Hof von Gilliand & Collegen. Dabei referierte er über die möglichen Gesellschaftsformen und führte juristische Vor- und Nachteile auf. Die Theorie belegte er anhand anonymisierter Fälle aus der Praxis und beantwortete allgemeine Fragen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. „Denkt bei der Gründung bereits an das Ende des Unternehmens, zum Zeitpunkt der Gründung versteht ihr euch gut, trotzdem muss Streitpotenzial geregelt werden“.

Und über Fallstricke aus steuerlicher Sicht klärten Karsten Sievers und Christian Weiss vom steuerwerk auf. Dabei führten die beiden die Gründerinnen und Gründer durch die Grundzüge des Steuerrechts und gingen gezielt auf die bedeutsamen Steuerarten für Gründer ein. „Das Steuerrecht ist komplex, wir wollen aber, dass ihr die Grundlagen versteht und wisst, wann ihr uns oder einen Kollegen einschaltet solltet“, war die Kernaussage des Vortrags. „Innerhalb von 60 Minuten können wir euch nicht das gesamte Steuerrecht vermittelt, als Gründer und Unternehmer solltet ihr aber mögliche Risiken kennen“. Im Anschluss des Vortrags wurden allgemeine steuer- und betriebswirtschaftliche Fragen erörtert. Christian Weiss zeigte zudem die Möglichkeiten von Fördermittel und Gründerzuschüssen auf.

nextMG bedankt sich bei allen Referentinnen und Referenten, die ehrenamtlich und kostenlos ihre Expertise zur Verfügung gestellt haben.

 

Auftakt Gründerwoche in MG – trivago-Gründer Schrömgens: Gründer müssen offen sein und dazu lernen!

Guter Auftakt der Gründerwoche in Mönchengladbach: Rund 200 Interessierte kamen am Montagabend im Theater im Gründungshaus (TIG) in Eicken zusammen, um zu hören, was Rolf Schrömgens, Gründer und heutiger CEO von trivago, zu den Themen Gründerkultur und Digitalisierung zu sagen hatte. Bevor Schrömgens, der aus Mönchengladbach kommt und sein Unternehmen in Düsseldorf in einer Garage gegründet hat, die Bühne im TIG betrat, machte Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners noch ein Geständnis: Der OB hatte Mitte der 80er Jahre als Journalist auch mal überlegt, sich selbständig zu machen. „Damals fehlte mir der Mut!“ Für Reiners war die Entscheidung nicht zu gründen aber letztendlich die richtige Entscheidung: „Immerhin bin ich jetzt OB“. Aber er sieht heute bessere Rahmenbedingungen für Gründer in der Stadt: „Heute würde ich jedem sagen: traut euch!“

Es braucht Mut und Offenheit eine Idee weiterzuentwickeln

Schrömgens schloss sich da an. Er berichtete, dass er seine Idee für das Unternehmen hatte als es ihm eigentlich „gar nicht so gut ging“: „Ich hatte kein Geld, hatte gerade bei meinen Eltern aufgehört zu arbeiten, da kam mir die Idee“. Da brauchte es Mut und vor allem Offenheit, die Idee auch zu verändern. „Meine erste Idee war nicht wirklich gut, aber wir haben losgelegt und die Idee immer weiterentwickelt, so sind wir dann in einem evolutionären Prozess zu dem gekommen, was wir heute sind“. Aus Schrömgens Erfahrung ist es eh selten, dass man mit der Idee, die man am Anfang hatte auch erfolgreich wird. „Man muss als Gründer offen sein und muss sein Ego zurücknehmen und die Idee an den Markt anpassen“. Intuition beim Entwickeln von Geschäftsmodellen sei „eh nur was für Genies“, Schrömgens rät dazu eher auf Daten und Analyse zu setzen: „Gucken was funktioniert und immer dazu lernen“, ist sein Rat an Gründerinnen und Gründer. Zudem sei Fokussierung wichtig für den Geschäftserfolg.

Digitalisierung: bei den Menschen und der Unternehmenskultur anfangen

Bei Thema Digitalisierung hat Schrömgens einen klaren Appell an alle Unternehmer: die Digitalisierung wird disruptive Entwicklungen bringen. Aber Schrömgens warnt davor einfach loszulegen: „Digitalisierung bedeutet Veränderung – vor allem für die Menschen im Unternehmen und die Unternehmenskultur. Man muss mit den Menschen anfangen und dann die Geschäftsprozesse nachziehen“, so seine Einschätzung.

Warum hat der Mönchengladbacher Schrömgens sein Unternehmen nicht in Mönchengladbach geründet? „Ich wohnte damals in Düsseldorf und ein Freund hatte eine Garage, in der wir angefangen haben. Damals gab es in Mönchengladbach keine schnell an- und abmietbare Co-Working-Büros, dann wären wir vielleicht nach Mönchengladbach gekommen“, berichtete Schrömgens. Das hat sich auch dank der Arbeit von nextMG geändert: Mit WESTEND.MG entwickelt sich gerade in der Stadt ein Projekt, das viel Raum für solche Bedarfe schaffen wird. Zudem haben sich bereits Projekte wie CO21 und NEOSTARTER in der Stadt etabliert.

Mehr zum Programm der Gründerwoche in Mönchengladbach start-upMG hier.

 

Gründung – eine Frage der Mentalität: Scheitern – ja und!

Ich habe bereits von der Reise nach Israel hier im Blog berichtet: Anfang September bin ich als Vorstandsmitglied von nextMG und als Unternehmer auf die Delegationsreise der IHK Mittlerer Niederrhein nach Israel mitgefahren. Ziel der Reise war es, die Start-Up-Szene in Tel Aviv und Jerusalem näher kennenzulernen. Was mich an Israel und seiner Start-Up-Szene fasziniert hat, ist die Mentalität.

Unternehmer – unabhängig davon ob sie es mit ihrem Unternehmen zum Erfolg bringen oder nicht, können dort einfach mit dem nächsten Unternehmen starten. Es ist normal, auch mal zu scheitern!

Im Gegensatz dazu, haben wir in Deutschland eine Vollkasko-Mentalität entwickelt: am liebsten von der Schule bis zur Rente kein Risiko eingehen. Ein Unternehmen gründen, Ideen verwirklichen? Lieber nicht! Der gerade veröffentlichte Gründerreport der IHK Mittlerer Niederrhein zeigt für Mönchengladbach rückläufige Zahlen bei Unternehmensgründungen. Schlimmer ist noch, dass ich den Eindruck habe, dass jene, die es sich trauen verlacht oder bemitleidet werden, einen Versuch zu starten, mittels innovativer Idee selbstständig zu werden. Wer es dabei nicht auf Anhieb geschafft hat, gilt sowieso als Verlierer!

Wir haben in Tel Aviv mit mehreren Unternehmern zusammengesessen, die ein halbes Dutzend Unternehmungen schon betrieben haben – einige davon mit einem erfolgreichen Exit (erfolgreicher Verkauf). Manche aber auch mit einer Schließung und einem Misserfolg, aber sie machen immer weiter. Dies ist dort normal und kein Makel, anders als bei uns!

Wir sollten uns aufmachen und uns einfach mal wieder mehr die Frage stellen: Was könnte ich heute erfinden, damit es mir und meinen Mitmenschen morgen besser geht, was kann ich als Idee realisieren und damit vielleicht Erfolg haben und Menschen Arbeit geben! Mit diesen kleinen Dingen fängt es an …

Als ich am Ende der Reise von Tel Aviv nach Mönchengladbach wieder im Flugzeug saß, ging mir genau dies durch den Kopf: Wir müssen einfach wieder mehr Menschen dazu bringen, Projekte zu starten und anderen Menschen davon begeistern in diese Gedanken zu investieren. Wir brauchen mehr Gründerkultur in Mönchengladbach! Dazu gehört Mut: Nicht nur Mut der Gründerinnen und Gründer, sondern auch der Institutionen! Wir brauchen Investoren, die Mut haben, wir brauchen Kreditgeber, die Mut haben, wir brauchen mehr Mut in der Hochschule, Gründung zu fördern und wir sollten uns als Unternehmer, Stadtverwaltung und Politik fragen, was wir tun können, damit es mehr Gründermut in der Stadt gibt. Das geht uns alle an: Denn die Arbeitsplätze von morgen, sind in Unternehmen, die heute gegründet werden! Darum haben wir den Verein nextMG gegründet, weil wir das am Standort Mönchengladbach ändern wollen.

 

Israel macht es vor – wir brauchen mehr „Jalla-jalla“ in MG!

Anfang September bin ich als Vorstandsmitglied von nextMG und als Unternehmer auf die Delegationsreise der IHK Mittlerer Niederrhein nach Israel mitgefahren. Ziel der Reise war es, die StartUp-Szene in Tel Aviv und Jerusalem näher kennenzulernen. In einem Land, dass von allen Seiten bedroht wird, hängt viel vom Fortschritt und vom „schneller sein“ ab. Alles muss „Jalla-jalla!“ (Zack-zack) erledigt sein. In wenigen Tagen merkt man, dass in Israel alles intensiver passiert, nichts muss auf Dauer so bleiben wie es heute noch ist.

Ein guter Satz, den ich auf der Reise gehört habe: „Ein Israeli kennt den kürzesten Weg zur zweibesten Lösung!“. Es entspricht in Ungefähr unserem 80:20 Prinzip – man muss eben nicht alles bis in die Perfektion treiben, bevor man es auf die Welt loslässt. Gerade im Bereich der Digitalisierung gilt: Man sollte früher mit Feldtests beginnen und dann mit dem Feedback der Kunden arbeiten. Es muss eben schneller zu brauchbaren Ergebnissen kommen und das wiederum wird honoriert in Form von Förderung durch Venture Capital.

Was ist also die Erkenntnis der Reise? Wir haben in Deutschland, in NRW, im Rheinland und in Mönchengladbach noch viel Luft nach oben! Wer einmal sein eigenes Land und die Entscheidungen dort von außen betrachten konnte, wundert sich, dass wir als Wirtschafts-Supermacht durchgehen. Die Agilität die man in den USA (Silicon Valley) oder auch in Israel (Tel Aviv oder Jerusalem) wahrnimmt ist – im Gegensatz zu deutschen Unternehmungen – doch eher wie der Vergleich ICE zur Regionalbahn.

Nun will ich hier nicht der Nestbeschmutzer sein, der bei uns alles schlecht redet. Die Bemühungen Einzelner sind vorhanden und durchaus vergleichbar zu dem oben genannten Schnellzug, aber es fehlt uns komplett an der Breite und der Nachhaltigkeit, verglichen mit den anderen Ländern. Es fehlt einfach eine Gründerkultur – oder sie ist uns abhandengekommen. Vielleicht ist Deutschland wie ein Supertanker oder Kreuzfahrtschiff – unglaublich mächtig, aber in Zeiten der Digitalisierung zu behäbig. Wir müssen wie kleine Schnellboote sein – unglaublich viele, kleine, aber eben wesentlich wendigere und schneller Boote! Und ja, in Schnellbooten wird man auch mal nass, aber es macht auch irrsinnig viel mehr Spaß.

Damit komme ich auf das weitere Problem in Deutschland und auch in Mönchengladbach:
Auf der einen Seite fehlt es uns im Bereich der öffentlichen Hand durchgängig vom Bund bis zur Lokalpolitik an Vordenkern, die das Gold der Digitalisierung für ein rohstoffarmes Land wie Deutschland vollständig erkennen und konsequent und flächig fördern. Darum haben wir den Verein nextMG gegründet, um diese Entwicklung in Mönchengladbach voranzutreiben. Die Digitalisierung als Chance zu begreifen und von der Grundschule an über jegliche Bildungsstufe die Fähigkeit eines jeden Einzelnen in diesem Bereich zu fördern, ist existenziell – und es geht hier um mehr als ein paar Laptops in der Schule!

Ist nun alles schlecht bei uns? Mitnichten – wir haben eine breite Wirtschaft mit extrem viel Mittelstand, der auch sehr innovativ ist. Was uns aber deutlich fehlt ist eine innovationsfreudige Digitalwirtschaft auf ebenso breiter Front (StartUps, Kleinunternehmer und Mittelstand). Diese müssen konsequent gefördert werden und deren „Rohstoff“ sind Absolventen und Berufsanfänger, die diese Materie tief durchdrungen haben und Lust haben etwas Digitales zu schaffen – das fängt eben bei Grundschülern an! Wir müssen Lust auf Mathematik, Naturwissenschaften und Programmierung wecken. Dadurch wird nicht jeder einen solchen Beruf ergreifen, aber wie sollen die Kinder und Jugendlichen ihre Talente in diesem Bereich erkennen, wenn wir sie nicht dazu ermutigen?

Wir müssen ebenso die Infrastruktur schaffen, so dass die Digitalwirtschaft mit ihren Start-Ups und mittelständigen Unternehmen einfach und überall Zugang hat: Wir brauchen die Glasfaser, auch in Mönchengladbach – es handelt sich um die wirtschaftlichen Autobahnen der Gegenwart und Zukunft! Wir müssen das Thema Digitalisierung stärker auf die Agenda der Ausbildungspläne, der Unternehmenslenker und lokalen Politik setzen! Wir haben auch in Mönchengladbach genug Möglichkeiten, aber: wir müssen aus unserer eigenen Komfortzone raus und es tun. Wir brachen in Mönchengladbach mehr „Ruck“ – der Standort muss sich auf die Digitalisierung einstellen – andere Länder machen es uns doch vor – warum nicht direkt damit starten? Was hält uns auf?

 

 

Stahlhändler trifft Digitalisierung: Klöckner ein Unternehmen im Wandel

Als Gisbert Rühl 2009 seinen Job als CEO beim traditionsreichen Stahlhändler  Klöckner und Co. in Duisburg antrat, haben ihn sicherlich nicht viele um diese Aufgabe beneidet. Die weltweite Stahlnachfrage brach in Folge der gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen der Finanzkrise in einem niemals zuvor gekannten Maß ein – die Branche erholt sich bis heute auf Grund der vorhandenen Überkapazitäten nur langsam. Gleichzeitig bedrohte die zunehmende Digitalisierung im Geschäftskundensegment das gesamte Geschäftsmodell Klöckners, dass auf dem Kauf großer Mengen von Stahlprodukten bei den Produzenten und dem Weiterverkauf an den Endverbraucher wie Bauunternehmen beruhte.

Nach den ersten Aufräumarbeiten und im Bewusstsein, ein „Weiterso“ wird nicht funktionieren, hat sich Gisbert Rühl in die Keimzelle des digitalen Wandels, das Silicon Valley, begeben und ähnlich wie andere deutsche Wirtschaftsbosse vor Ort den neuen disruptiven Gründergeist eingeatmet.

Was er von dort an Erkenntnissen mitbrachte, wie er seine eigene Startup-Einheit schuf, warum diese in Berlin sitzt, wie aktuell die Einkaufsprozesse der Kunden digitalisiert wurden und warum die Digitaltochter Klöckner.i zukünftig eine komplette digitale Industrieplattform betreiben wird, berichtete Klöckner-Pressesprecher Christian Pokropp – in krankheitsbedingter Vertretung seines Chefs – in einem mitreißenden Vortrag im Rahmen einer Veranstaltung des BVMW und der WFMG im TIG.

Für alle Anwesenden gab es folgende Haupterkenntnisse:

  1. Open Innovation ist eine Grundvoraussetzung zur Bewältigung der anstehenden Herausforderungen. Nur eine Öffnung des Unternehmens für neue Ideen und Prozesse sichert die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit. Sei es wie im Fall von Klöckner und Co. durch den Aufbau einer eigenen Digitaleinheit oder die Beteiligung an innovativen Startups.
  2. Das Beispiel Klöckner hat gezeigt, dass nachhaltiger und womöglich disruptiver Wandel nur schwer in den vorhandenen Strukturen gelingt. Es muss sicher nicht das DigitalOffice in Berlin sein, aber große Veränderungen brauchen auch große Freiheit und Gestaltungsspielraum. Dabei darf aber zugleich die Einbindung der „Old Economy“ nicht vergessen werden (bei Klöckner u.a. durch Pflichtstation im Traineeprogramm und interne Social Media Plattform.)
  3. Das „Digitale Personal“ ist schon heute DER Engpassfaktor. Selbst wenn der Veränderungswille bereits vorhanden ist, kann der Mangel an geeignetem Personal die eigene Digitalstrategie durchkreuzen. Eine frühzeitige Sicherung und Entwicklung von Talenten ist daher unabdingbar im Wettbewerb um Fachkräfte. Klöckner ist daher einer der Hauptsponsor der ReDi-School, die IT-Kräfte ausbildet. In Mönchengladbach arbeitet bspw. das zdi-Zentrum MG und auch nextMG am weiteren Ausbau des Aus- und Weiterbildungsangebots.

meetup Oktober Vorschau: Marketing in Zeiten von Online-Handel und Web2.0

Waren an Kunden zu bringen hat sich im Zeitalter von Social Media und Internet-Commerce grundlegend verändert. Irgendwo im Netz einen Online-Shop zu betreiben reicht nicht mehr. Man wird im Web 2.0 nicht einfach gefunden, man muss auf sich aufmerksam machen. Das ist gerade für junge Unternehmen und Start-ups ein wichtiger Aspekt, um die Kunden zu erreichen. Auch etablierte Unternehmen und Händler müssen neue Wege gehen. Diese Themen will nextMG am Dienstag, 10. Oktober beim #meetupMG diskutieren. Dazu haben wir uns einige lokale Experten eingeladen:

Patrick Faaßen von der Agentur Rubivision wird Einblicke in seine Erfahrungen geben und konkrete Tipps liefern.

Valentin Wessels, Inhaber der Ehren Zuckerwarenfabrik und Schokoschurke aus Leidenschaft, berichtet von Instagram, Facebook und Social Media Kundenkontakten.

Rolf Krichel vom Kunsthaus Krichel erklärt welche Erfahrungen er mit seinem Shop bei eBay macht und wie sich das Projekt eBay City Mönchengladbach auf sein Geschäft auswirkt.

Wir starten ab 18:00 Uhr bei den Ehren Schokoschurken, Limitenstraße 58, 41236 Mönchengladbach.

Die Vorträge werden gegen 18:30 Uhr beginnen. Der Eintritt ist frei.