nextMG-Arbeitsgruppen nehmen die Arbeit auf

Erstmals im Jahr 2018 haben sich jetzt die nextMG-Arbeitsgruppen zu den Themenfeldern „Gründung“ und „Transformation“ bei der Wirtschaftsförderung getroffen – und anstatt lange herumzudoktern, wurde sofort mit der Arbeit begonnen. Das Gründer-Team um Stefan Sturm (nextMG) und Jan Schnettler (WFMG) plante konkret das Programm rund um den „Get up start up„-Tag an der Hochschule Niederrhein am 12. Juni. Während das grobe Gerüst mit den wesentlichen Elementen bereits im Vorfeld festgezurrt worden war, waren noch zahlreiche programmatische Details zu klären. Die Gruppe erarbeitete in anderthalb Stunden neben dem Zeitplan des Tages die weiteren Formate, die angeboten werden sollen, sowie mögliche Partner und Personen, die man dafür ins Boot holen kann. Außerdem wurden Hausaufgaben verteilt, die bis zur nächsten Sitzung am 9. Mai von den Teilnehmern gemacht werden sollen. Das nächste reguläre Treffen der Arbeitsgruppe – angedacht ist ein Termin pro Quartal – soll noch deutlich vor den Sommerferien stattfinden. Inhaltlich soll dann bereits die Gründerwoche im November im Fokus stehen. Für diesen Termin werden dann wieder alle Vereinsmitglieder eingeladen.

Die Arbeitsgruppe „Transformation“ um Jan-Lukas Krichel (nextMG) und Michael Bahrke (WFMG), für die es anders als für die „Gründungs“-Gruppe kein Fundament aus dem Vorjahr gab, ging nach einem ersten Kennenlernen ebenfalls bereits in die Vollen. Inhaltlicher Fokus: Um die digitale Transformation des Mittelstandes in Mönchengladbach voranzutreiben, soll es demnächst neben dem #meetup für Gründer und Gründungsinteressierte eine vergleichbare Veranstaltung für den Mittelstand geben. Zur Erarbeitung eines passgenauen Angebots wird in der Runde auf Methoden zurückgegriffen, die stark kundenorientiert sind und sich an agilen Trendsetter im Unternehmensumfeld orientieren. Nach dem ersten Treffen sind die Teilnehmer daher mit der „Hausaufgabe“ nach Hause gegangen, zu evaluieren, welche Inhalte und Formate für mittelständische Unternehmer spannend sind. So wie bei der AG Gründung, gewährt ein echter Mehrwert für die Zielgruppe den Erfolg der kommenden Formate. Das nächste Treffen der AG findet bereits am 26. April um 18 Uhr in den Räumlichkeiten der WFMG in der Neuhofstraße statt. Und auch zu diesem Treffen sind wieder alle Vereinsmitglieder eingeladen.

Die dritte geplante Arbeitsgruppe – mit dem Fokus „IT-Bildung“ – hat sich noch nicht konstituiert. Hierzu wird beizeiten gesondert eingeladen.

 

nextMG will die Digitalisierung am Wirtschaftsstandort Mönchengladbach fördern, Aktivitäten rund um die digitale Transformation unterstützen und die Stadt für Gründer attraktiver machen.

Die Mechanik der Start-up-Szene: Was wir von Leipzig und München lernen können!

Auch wenn das eigene Unternehmen einmal von der so genannten Old Economy und der Börse als „new business“ bezeichnet wurde, liegt dies nun über 20 Jahre zurück und auch wenn mir diese Zeit wie im Flug vorkam, gehört man inzwischen zu den etablierten Häusern in seinem Wirtschaftsbereich.

Aber auch, wenn man viel erlebt hat, die Herausforderung einer neues Start-Up Business anzugehen sind groß und spannend. Da die Prinzipien, die im heutigen StartUp-Sektor zählen, wieder ganz andere sind, ist die Herausforderung nicht nur die Unternehmensidee als solche, sondern auch wie man in einer hochkommunikativen, hochvernetzten Sharing-Gemeinschaft sein Geschäft aufbaut und dieses im besten Fall dann mit der „old community“ wieder vernetzt.

Zudem haben wir uns mit unserem neuen Start-Up einen Bereich ausgesucht, der zwischen FinTech (technik-basierte Innovationen im Finanzsektor) und eCommerce liegt – in dieser Branche tut sich vieles und die großen Banken-Player sind omnipräsent.

Im Accelerator: Die Mechanik der Start-up-Szene

2017 haben wir unsere Heimatstadt Mönchenglabdach verlassen, um an zwei Accelerator-Programmen teilzunehmen. Accelerator sind Programme, die in kurzer Zeit einem Start-Up helfen, ein Geschäftsmodel zu entwickeln. Dies hat uns extrem viel im Hinblick auf die Mechaniken der Start-up-Szene wie auch dem Sharing-Gedanken im Allgemeinen gebracht – auch wenn bei uns „alte“ Hasen an Bord sind.

Im 2. und 3. Quartal wurden wir zum Handelshochschule Leipzig SpinLab Accelerator in Leipzig eingeladen und haben unsere Zelte in dieser wunderbaren und schnell wachsenden Stadt und Region aufgeschlagen. Die aktive Unterstützung der Universität und der Stadt Leipzig waren jederzeit über gute Mentoren, ein enges Netzwerk und eine nahezu rund-um-die-Uhr Betreuung spürbar. Ein gutes halbes Jahr war unser Quartier die alte Baumwollspinnerei in Leipzig, wo wir unser hochinnovatives Unternehmen im alten Industriecharme mit viel Know-how Transfer und Netzwerk weiter reifen lassen konnten.

Es war extrem spannend, dass „unfertige“ Unternehmen in einer alten Industriebrache wachsen zu sehen – wir waren als Gruppe umgeben von einem unglaublich guten Gründer-Spirit, wie wir es bei unserer ersten eigenen Gründung nicht erlebt haben. Die „Klasse 5“ im SpinLab hatte acht weitere Start-Ups aufgenommen und alle hatten andere Geschäftsfelder – alle spannend und alle hatten ähnliche Probleme, Sorgen und Motivationen. Wir haben uns miteinander gefreut, gefiebert und wir haben auch miteinander gelitten – ein großartiger Spirit in der Gruppe!

In vielen Sessions wurden uns hochwertige Trainer und Mentoren zugeführt, die praxisnah und mit relevantem Wissen für den Aufbau eines Start-Ups, Finanzierung, rechtliches oder natürlich Kontakte in die bestehende Wirtschaftsstruktur sorgten. Wir sind eingetaucht in die Stadt Leipzig und konnten vieles als „Insider“ erleben.

Nach der spannenden Zeit in Leipzig wurden wir von MediaMarkt/Saturn zum Retail TechHub nach München eingeladen, der dort von Plug’n Play, dem größten Start-Up-Accelerator-Unternehmen der Welt, geführt wird.

Mentoren und der Austausch untereinander helfen

Es ging in München um die besten Ideen, um dem Retail neue Inspirationen, Piloten und Integrationsmöglichkeiten zu liefern und mit ihm zusammen zu arbeiten. Es ging somit im letzten Quartal 2017 und ersten Quartal 2018 im Gegensatz zu Leipzig um eine sehr konkrete Unterstützung zur Anbindung an einen Konzern.

Dazu wurden uns sehr internationale und erfahren Mentoren und Trainer aus dem weltweilten Plug’n Play Netzwerk angeboten und wir haben die 4,5 Monate in München eine sehr gute Übersicht darüber bekommen, wie man als Start-Up ein Unternehmen aufbauen, den Spirit halten und als Gründer gut bestehen kann – auch mit oder sogar in einem Konzernumfeld.

Auch in München hatten wir in unserem Batch (Klassen wurden hier zu Batches) ein buntes Starterfeld von sechs weiteren Unternehmen – auch hier war wie in Leipzig der Zusammenhalt in der Klasse herausragend. Wir haben uns gegenseitig unterstützt – bis hin zur Weitergabe von Investorenlisten.

Nachdem ich auch noch die Chance hatte, im September 2017 an der IHK/nextMG Start-Up-Reise nach Israel teilnehmen zu können und dort mit vielen interessanten Investoren und Start-Ups der dortigen Szene kennenlernen durfte – ebenso wie weitere wissbegierige Start-Ups aus Deutschland, die ebenfalls in der Delegation waren bin ich nun wieder in Mönchengladbach.

In meiner Heimatstadt will ich als Vorstand von nextMG mitwirken diese ganzen Eindrücke, möglichen Wege und Methoden auch eine Heimat zu geben.

Was kann man davon lernen? Teilen, Austauschen, Treffen …

Was allen diesen Reisezielen in Leipzig, Tel Aviv und München gemeinsam hatten:

  • Eine starke Community – die Start-Up Szene lebt von unglaublich intensivem Austausch.
  • Man versteht innerhalb dieser Community nicht den beruflichen Austausch darin, dass man von 8-20 Uhr in einem Bürogebäude „hockt“ und ggf. an vielen sehr kreativen Meetings teilnimmt – man teilt sein Leben. Vom Frühstück bis zum Club-Besuch – aber eben ungezwungen. Mal ist man dabei, mal nicht – man hat ein permanentes hop-on, hop-off um sich auszutauschen, um sich gegenseitig weiter zu bringen – es ist ungezwungen und gleichzeitig hochgradig inspirierend.
  • Die „Klassenkameraden“ liefern immer eine neue Idee und Inspiration auf die man selbst nicht kommt und auf der anderen Seite liefert man selbst durch eine kleine Bemerkung dem Anderen den möglichen Durchbruch bei seinem Problem.

Aber wie machen wir das in MG Action-Town? Wie übertrage ich den gemeinsamen Nenner?

  • Wir müssen natürlich die Nähe zur Hochschule nutzen, wir sollten StartUps innerhalb der Themen der Hochschule ansiedeln (natürlich sind weitere Ideen immer willkommen). Wir sollten zunächst einen, vielleicht später einen zweiten „Ballungspunkt“ für Start-Ups bilden, wo man im permanenten Austausch ist.
  • Im besten Fall leben die Start-Ups auf Zeit auch direkt in der Umgebung, um auch in diesem permanenten Austausch kontinuierlich zu bleiben.
  • Diese Gründer-Keimzellen – vielleicht in Ergänzung mit einem Accelerator- Programm – müssen wir in MG schaffen.

Es gibt viele Beispiele in Deutschland und in der ganzen Welt, warum nicht auf in Mönchengladbach?

Warum nicht an solchen Orten wie dem WESTEND.MG oder dem (alten) Polizeipräsidium? Ein weiterer wesentlicher Baustein zum Erfolg solcher Projekte ist, dass diese Dinge vor Ort gewollt sind:

Es müssen Stadtverwaltung, Wirtschaftsförderer, lokaler Mittelstand, Fördervereine, Investoren und Hochschule an einem Strang ziehen – denn bei der Nutzung von Accelerator-Programmen ist für jeden Förderer und seine Ziele etwas dabei!

Für mich habe ich aus dem letzten sehr intensiven Dreivierteljahr mitgenommen:

Wenn jemand eine Reise tut, wird er immer etwas lernen … und dies mit nach Hause mitbringen und weitergeben. Wir sehen uns in Mönchengladbach!

 

Technologie und Digitalisierungsspezialst. 25 Jahre im Onlinegeschäft tätig – gestartet mit eigener Mailbox, gearbeitet für Microsoft Inc., AOL Deutschland. Seit gut 20 Jahren eine Agentur für digitale Kommunikation.

Dein Feedback zur Gründerwoche 2017

Gestern vor einer Woche ist die Gründerwoche 2017 #startupMG gestartet und schon ist leider wieder alles vorbei. Um so wichtiger jetzt eure frischen Eindrücke, Ideen, aber auch Kritik zu erfassen und es nächstes Mal noch besser zu machen!

Wir würden uns freuen, wenn ihr auf der Feedback Seite uns drei Fragen zur Gründerwoche beantwortet oder uns auch einfach eine E-Mail mit eurer Meinung zusendet.

 

nextMG will die Digitalisierung am Wirtschaftsstandort Mönchengladbach fördern, Aktivitäten rund um die digitale Transformation unterstützen und die Stadt für Gründer attraktiver machen.

Gründerwoche #startupMG: Facebook Workshop für Startups mit wertvollen Tipps nicht nur für Gründer

Im Rahmen der Gründerwoche 2017 in Mönchengladbach #startupMG fand am Mittwoch im Spiegelsaal des SMS Businesspark ein Facebook-Workshop statt. Ute Schmeiser, Inhaberin und Marketingstrategieberaterin, lud Gründerinnen und Gründer, aber auch alle, die Facebook besser verstehen und nutzen wollten, ein, mehr zu erfahren. Mehr als 20 Teilnehmer fanden sich ein und füllten den ehrwürdigen Spiegelsaal. Die große Nachfrage zeigt den Informationsbedarf nicht nur bei Gründerinnen und Gründern.

In einem kurzweiligen und praxisnahen Vortrag vermittelte die erfahrene Referentin viele  Informationen, die für Unternehmen wichtig sind, insbesondere bevor sie auf Facebook mit einer Unternehmensseite loslegen. Die Referentin legte Wert auf eine strategische Ausrichtung, die auf konkreten Zielen basiert. Ziele, Strategie, Ressourcen und Content waren Schlagwörter. Sie wies darauf hin, dass Facebook kein heiliger Gral ist, der alles schon richtet, sondern ein Teil einer crossmedialen Marketingstrategie sein muss. Sie betonte, dass sich der Trend zum bewegten Bild weiter verstärkt. Videos sollten ein fester Teil der Beiträge auf Facebook sein.  Für schnelle Einblicke in das Unternehmen genügt das Smartphone. Ist es ein professioneller Film, sollten Untertitel nicht vergessen werden. Rund 90% der Videos werden lt. Facebook ohne Ton gehört.

Im Verlauf des Vortrages stand Ute Schmeiser den Zuhörern Rede und Antwort rund um Content & Co. Es gab viele Anmerkungen aus eigener Erfahrung, die lebhaft nach Veranstaltung ausgetauscht wurden.  Als Fazit zog sie, dass Facebook hervorragend für Gründer funktioniert, insbesondere in Form eines Storytelling bereits vor der Gründung. Die Nutzer möchten die Menschen hinter dem Unternehmen sehen und verfolgen mit dem berühmten Blick hinter die Kulissen, wie sich Gründer entwickeln. Sie feiern Erfolge mit ihnen, verfolgen Rückschläge, aber ermuntern und geben Feedback. Sie werden so zu einer ersten, stabilen Fanbase. Auf diese können die noch jungen Unternehmer aufbauen und sich ausprobieren. Mit auf den Weg gab Ute Schmeiser am Ende des Vortrages, zu starten, auszuprobieren, persönlich zu werden und Spaß an dieser Plattform zu haben.

Nach etwa 90 Minuten und einer kurzen Pause erzählten die beiden Gründer des Mönchengladbacher Startups CAKERELLA, Jan-Niclas Müller und Delia Großmann von ihren Erfahrungen mit Facebook. Sie starten mit ihren Motivtorten in Form von Do-it-yourself Backboxen Anfang 2018, setzen aber bereits seit einigen Monaten Facebook ein. Sie posten regelmäßig und platzieren auch gezielt Facebook Anzeigen. Besonders erfolgreich war das Gewinnspiel, genauso wie emotionale Sprüche, die gern geliked und geteilt werden. Weil es viele Fragen gab, wurde das Format ein wenig überzogen. Die Zuhörer waren ausgesprochen  interessiert und engagiert. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gaben dem Workshop ein positives Feedback und waren rundum zufrieden mit Inhalt, Referenten und Location.

Vielen Dank den Referenten Ute Schmeiser (Schmeiser Marketing), Jan-Niclas Müller und Delia Großmann (CAKERELLA)

 

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Gründercoaching start-upMG: Wie macht man aus einer Idee ein Geschäftsmodell – und wie geht es dann weiter?

Als Teil der Gründerwoche start-upMG fand am Dienstag zum erstmal das Gründercoaching kompakt statt, das nextMG zusammen mit der Hochschule Niederrhein, steuerwerk consulting GmbH und der NEW Blauschmiede organisiert hatte. Ziel dieser Veranstaltung war es, dass Gründerinnen und Gründer an einem Tag einen Überblick über die wichtigsten Aspekte zum Thema Gründung bekommen können.

Auftakt war die Frage, wie macht man aus einer Idee ein funktionierendes Geschäftsmodell? „Für Gründerinnen und Gründer ist es entscheidend, dass sie sich nicht nur mit Leidenschaft ihre Idee verfolgen, sondern sich auch Gedanken machen, wie die Idee am Ende wirtschaftlich umsetzbar ist“, erklärte der Referent Mark Nierwetberg, Vorstand von nextMG e.V. Anhand des Business Model Canvas führte er die Teilnehmerinnen und Teilnehmer durch die Bausteine zum Aufbau eines Geschäftsmodells. Einer seiner wichtigsten Punkte: „Geschäftsideen werden nicht am Schreibtisch, in der Kneipe oder im Freundeskreis zu Geschäftsmodellen, sondern durch Kundenkontakt! Geht raus, probiert eure Idee aus und testet sie mit echten Kunden – nicht mit Freunden“.

Coach und Gründerin des Female Innovation Hub, Zerrin Börcek, zeigte den Teilnehmerinnen und Teilnehmern auf, was es heißt ein gutes Team zu haben und zu sein. Geduld und Vertrauen sind Grundpfeiler einer guten Zusammenarbeit und schließlich eminent wichtig für das erfolgreiche Gelingen und Umsetzen der eigenen Geschäftsidee.

Stefan Sibum von der Stadtsparkasse Mönchengladbach erklärte, welche Voraussetzungen ein Start-up aus Sicht von Banken für eine erfolgreiche Finanzierung erfüllen muss. Dazu gehört in erster Linie ein guter Businessplan, sowie die Persönlichkeit der Gründer. Wichtig ist der erste Eindruck, sowie das Wissen und Verstehen des eigenen Businessplans. Gründerinnen und Gründer müssen auch verstehen, dass, ihr Geschäftsplan auch dem Gegenüber, der nicht so tief in der Materie ist, verständlich sein muss.

Für neue Unternehmen immer ein Thema: Wie erreiche ich meine Kunden – gerade im Zeitalter der digitalen Medien? Patrick Faaßen von der Mönchengladbacher Social-Media Agentur Rubivision führte ins Thema Online-Marketing ein. Dabei ging er gezielt auf die Fragestellungen des Publikums ein und führte sie durch seine zehn Thesen zum Thema Online-Marketing. Faaßen betonte die Wichtigkeit von Marketing, insbesondere die Planung, Struktur und Abstimmung der Einzelmaßnahmen auf die Unternehmensziele. „Die Online-Welt muss auf die reale Welt angepasst werden. Versprecht Nichts was ihr im realen Leben nicht halten könnt und nehmt das Thema nicht auf die leichte Schulter“, mahnte der Coach. Zeitgleich zeigte er wirksame Werkzeuge für den richtigen Start auf.

Über rechtliche Rahmenbedingungen informierte Dr. Christian Hof von Gilliand & Collegen. Dabei referierte er über die möglichen Gesellschaftsformen und führte juristische Vor- und Nachteile auf. Die Theorie belegte er anhand anonymisierter Fälle aus der Praxis und beantwortete allgemeine Fragen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. „Denkt bei der Gründung bereits an das Ende des Unternehmens, zum Zeitpunkt der Gründung versteht ihr euch gut, trotzdem muss Streitpotenzial geregelt werden“.

Und über Fallstricke aus steuerlicher Sicht klärten Karsten Sievers und Christian Weiss vom steuerwerk auf. Dabei führten die beiden die Gründerinnen und Gründer durch die Grundzüge des Steuerrechts und gingen gezielt auf die bedeutsamen Steuerarten für Gründer ein. „Das Steuerrecht ist komplex, wir wollen aber, dass ihr die Grundlagen versteht und wisst, wann ihr uns oder einen Kollegen einschaltet solltet“, war die Kernaussage des Vortrags. „Innerhalb von 60 Minuten können wir euch nicht das gesamte Steuerrecht vermittelt, als Gründer und Unternehmer solltet ihr aber mögliche Risiken kennen“. Im Anschluss des Vortrags wurden allgemeine steuer- und betriebswirtschaftliche Fragen erörtert. Christian Weiss zeigte zudem die Möglichkeiten von Fördermittel und Gründerzuschüssen auf.

nextMG bedankt sich bei allen Referentinnen und Referenten, die ehrenamtlich und kostenlos ihre Expertise zur Verfügung gestellt haben.

 

nextMG will die Digitalisierung am Wirtschaftsstandort Mönchengladbach fördern, Aktivitäten rund um die digitale Transformation unterstützen und die Stadt für Gründer attraktiver machen.

Auftakt Gründerwoche in MG – trivago-Gründer Schrömgens: Gründer müssen offen sein und dazu lernen!

Guter Auftakt der Gründerwoche in Mönchengladbach: Rund 200 Interessierte kamen am Montagabend im Theater im Gründungshaus (TIG) in Eicken zusammen, um zu hören, was Rolf Schrömgens, Gründer und heutiger CEO von trivago, zu den Themen Gründerkultur und Digitalisierung zu sagen hatte. Bevor Schrömgens, der aus Mönchengladbach kommt und sein Unternehmen in Düsseldorf in einer Garage gegründet hat, die Bühne im TIG betrat, machte Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners noch ein Geständnis: Der OB hatte Mitte der 80er Jahre als Journalist auch mal überlegt, sich selbständig zu machen. „Damals fehlte mir der Mut!“ Für Reiners war die Entscheidung nicht zu gründen aber letztendlich die richtige Entscheidung: „Immerhin bin ich jetzt OB“. Aber er sieht heute bessere Rahmenbedingungen für Gründer in der Stadt: „Heute würde ich jedem sagen: traut euch!“

Es braucht Mut und Offenheit eine Idee weiterzuentwickeln

Schrömgens schloss sich da an. Er berichtete, dass er seine Idee für das Unternehmen hatte als es ihm eigentlich „gar nicht so gut ging“: „Ich hatte kein Geld, hatte gerade bei meinen Eltern aufgehört zu arbeiten, da kam mir die Idee“. Da brauchte es Mut und vor allem Offenheit, die Idee auch zu verändern. „Meine erste Idee war nicht wirklich gut, aber wir haben losgelegt und die Idee immer weiterentwickelt, so sind wir dann in einem evolutionären Prozess zu dem gekommen, was wir heute sind“. Aus Schrömgens Erfahrung ist es eh selten, dass man mit der Idee, die man am Anfang hatte auch erfolgreich wird. „Man muss als Gründer offen sein und muss sein Ego zurücknehmen und die Idee an den Markt anpassen“. Intuition beim Entwickeln von Geschäftsmodellen sei „eh nur was für Genies“, Schrömgens rät dazu eher auf Daten und Analyse zu setzen: „Gucken was funktioniert und immer dazu lernen“, ist sein Rat an Gründerinnen und Gründer. Zudem sei Fokussierung wichtig für den Geschäftserfolg.

Digitalisierung: bei den Menschen und der Unternehmenskultur anfangen

Bei Thema Digitalisierung hat Schrömgens einen klaren Appell an alle Unternehmer: die Digitalisierung wird disruptive Entwicklungen bringen. Aber Schrömgens warnt davor einfach loszulegen: „Digitalisierung bedeutet Veränderung – vor allem für die Menschen im Unternehmen und die Unternehmenskultur. Man muss mit den Menschen anfangen und dann die Geschäftsprozesse nachziehen“, so seine Einschätzung.

Warum hat der Mönchengladbacher Schrömgens sein Unternehmen nicht in Mönchengladbach geründet? „Ich wohnte damals in Düsseldorf und ein Freund hatte eine Garage, in der wir angefangen haben. Damals gab es in Mönchengladbach keine schnell an- und abmietbare Co-Working-Büros, dann wären wir vielleicht nach Mönchengladbach gekommen“, berichtete Schrömgens. Das hat sich auch dank der Arbeit von nextMG geändert: Mit WESTEND.MG entwickelt sich gerade in der Stadt ein Projekt, das viel Raum für solche Bedarfe schaffen wird. Zudem haben sich bereits Projekte wie CO21 und NEOSTARTER in der Stadt etabliert.

Mehr zum Programm der Gründerwoche in Mönchengladbach start-upMG hier.

 

Arbeitet für die Deutsche Telekom als Manager im Bereich Technologie und Innovation. Er war Mitglied des Aufsichtsrats der Hrvatski Telekom (Kroatien) und hat für die Nachrichtenagentur Dow Jones über Tech-Unternehmen berichtet. Zudem ist er einer der Gründer der Dialog- und Blogplattform fluxMG (www.flux-mg.org). Mark Nierwetberg hat nextMG im Dezember 2016 mitgegründet.

Gründung – eine Frage der Mentalität: Scheitern – ja und!

Ich habe bereits von der Reise nach Israel hier im Blog berichtet: Anfang September bin ich als Vorstandsmitglied von nextMG und als Unternehmer auf die Delegationsreise der IHK Mittlerer Niederrhein nach Israel mitgefahren. Ziel der Reise war es, die Start-Up-Szene in Tel Aviv und Jerusalem näher kennenzulernen. Was mich an Israel und seiner Start-Up-Szene fasziniert hat, ist die Mentalität.

Unternehmer – unabhängig davon ob sie es mit ihrem Unternehmen zum Erfolg bringen oder nicht, können dort einfach mit dem nächsten Unternehmen starten. Es ist normal, auch mal zu scheitern!

Im Gegensatz dazu, haben wir in Deutschland eine Vollkasko-Mentalität entwickelt: am liebsten von der Schule bis zur Rente kein Risiko eingehen. Ein Unternehmen gründen, Ideen verwirklichen? Lieber nicht! Der gerade veröffentlichte Gründerreport der IHK Mittlerer Niederrhein zeigt für Mönchengladbach rückläufige Zahlen bei Unternehmensgründungen. Schlimmer ist noch, dass ich den Eindruck habe, dass jene, die es sich trauen verlacht oder bemitleidet werden, einen Versuch zu starten, mittels innovativer Idee selbstständig zu werden. Wer es dabei nicht auf Anhieb geschafft hat, gilt sowieso als Verlierer!

Wir haben in Tel Aviv mit mehreren Unternehmern zusammengesessen, die ein halbes Dutzend Unternehmungen schon betrieben haben – einige davon mit einem erfolgreichen Exit (erfolgreicher Verkauf). Manche aber auch mit einer Schließung und einem Misserfolg, aber sie machen immer weiter. Dies ist dort normal und kein Makel, anders als bei uns!

Wir sollten uns aufmachen und uns einfach mal wieder mehr die Frage stellen: Was könnte ich heute erfinden, damit es mir und meinen Mitmenschen morgen besser geht, was kann ich als Idee realisieren und damit vielleicht Erfolg haben und Menschen Arbeit geben! Mit diesen kleinen Dingen fängt es an …

Als ich am Ende der Reise von Tel Aviv nach Mönchengladbach wieder im Flugzeug saß, ging mir genau dies durch den Kopf: Wir müssen einfach wieder mehr Menschen dazu bringen, Projekte zu starten und anderen Menschen davon begeistern in diese Gedanken zu investieren. Wir brauchen mehr Gründerkultur in Mönchengladbach! Dazu gehört Mut: Nicht nur Mut der Gründerinnen und Gründer, sondern auch der Institutionen! Wir brauchen Investoren, die Mut haben, wir brauchen Kreditgeber, die Mut haben, wir brauchen mehr Mut in der Hochschule, Gründung zu fördern und wir sollten uns als Unternehmer, Stadtverwaltung und Politik fragen, was wir tun können, damit es mehr Gründermut in der Stadt gibt. Das geht uns alle an: Denn die Arbeitsplätze von morgen, sind in Unternehmen, die heute gegründet werden! Darum haben wir den Verein nextMG gegründet, weil wir das am Standort Mönchengladbach ändern wollen.

 

Technologie und Digitalisierungsspezialst. 25 Jahre im Onlinegeschäft tätig – gestartet mit eigener Mailbox, gearbeitet für Microsoft Inc., AOL Deutschland. Seit gut 20 Jahren eine Agentur für digitale Kommunikation.

Israel macht es vor – wir brauchen mehr „Jalla-jalla“ in MG!

Anfang September bin ich als Vorstandsmitglied von nextMG und als Unternehmer auf die Delegationsreise der IHK Mittlerer Niederrhein nach Israel mitgefahren. Ziel der Reise war es, die StartUp-Szene in Tel Aviv und Jerusalem näher kennenzulernen. In einem Land, dass von allen Seiten bedroht wird, hängt viel vom Fortschritt und vom „schneller sein“ ab. Alles muss „Jalla-jalla!“ (Zack-zack) erledigt sein. In wenigen Tagen merkt man, dass in Israel alles intensiver passiert, nichts muss auf Dauer so bleiben wie es heute noch ist.

Ein guter Satz, den ich auf der Reise gehört habe: „Ein Israeli kennt den kürzesten Weg zur zweibesten Lösung!“. Es entspricht in Ungefähr unserem 80:20 Prinzip – man muss eben nicht alles bis in die Perfektion treiben, bevor man es auf die Welt loslässt. Gerade im Bereich der Digitalisierung gilt: Man sollte früher mit Feldtests beginnen und dann mit dem Feedback der Kunden arbeiten. Es muss eben schneller zu brauchbaren Ergebnissen kommen und das wiederum wird honoriert in Form von Förderung durch Venture Capital.

Was ist also die Erkenntnis der Reise? Wir haben in Deutschland, in NRW, im Rheinland und in Mönchengladbach noch viel Luft nach oben! Wer einmal sein eigenes Land und die Entscheidungen dort von außen betrachten konnte, wundert sich, dass wir als Wirtschafts-Supermacht durchgehen. Die Agilität die man in den USA (Silicon Valley) oder auch in Israel (Tel Aviv oder Jerusalem) wahrnimmt ist – im Gegensatz zu deutschen Unternehmungen – doch eher wie der Vergleich ICE zur Regionalbahn.

Nun will ich hier nicht der Nestbeschmutzer sein, der bei uns alles schlecht redet. Die Bemühungen Einzelner sind vorhanden und durchaus vergleichbar zu dem oben genannten Schnellzug, aber es fehlt uns komplett an der Breite und der Nachhaltigkeit, verglichen mit den anderen Ländern. Es fehlt einfach eine Gründerkultur – oder sie ist uns abhandengekommen. Vielleicht ist Deutschland wie ein Supertanker oder Kreuzfahrtschiff – unglaublich mächtig, aber in Zeiten der Digitalisierung zu behäbig. Wir müssen wie kleine Schnellboote sein – unglaublich viele, kleine, aber eben wesentlich wendigere und schneller Boote! Und ja, in Schnellbooten wird man auch mal nass, aber es macht auch irrsinnig viel mehr Spaß.

Damit komme ich auf das weitere Problem in Deutschland und auch in Mönchengladbach:
Auf der einen Seite fehlt es uns im Bereich der öffentlichen Hand durchgängig vom Bund bis zur Lokalpolitik an Vordenkern, die das Gold der Digitalisierung für ein rohstoffarmes Land wie Deutschland vollständig erkennen und konsequent und flächig fördern. Darum haben wir den Verein nextMG gegründet, um diese Entwicklung in Mönchengladbach voranzutreiben. Die Digitalisierung als Chance zu begreifen und von der Grundschule an über jegliche Bildungsstufe die Fähigkeit eines jeden Einzelnen in diesem Bereich zu fördern, ist existenziell – und es geht hier um mehr als ein paar Laptops in der Schule!

Ist nun alles schlecht bei uns? Mitnichten – wir haben eine breite Wirtschaft mit extrem viel Mittelstand, der auch sehr innovativ ist. Was uns aber deutlich fehlt ist eine innovationsfreudige Digitalwirtschaft auf ebenso breiter Front (StartUps, Kleinunternehmer und Mittelstand). Diese müssen konsequent gefördert werden und deren „Rohstoff“ sind Absolventen und Berufsanfänger, die diese Materie tief durchdrungen haben und Lust haben etwas Digitales zu schaffen – das fängt eben bei Grundschülern an! Wir müssen Lust auf Mathematik, Naturwissenschaften und Programmierung wecken. Dadurch wird nicht jeder einen solchen Beruf ergreifen, aber wie sollen die Kinder und Jugendlichen ihre Talente in diesem Bereich erkennen, wenn wir sie nicht dazu ermutigen?

Wir müssen ebenso die Infrastruktur schaffen, so dass die Digitalwirtschaft mit ihren Start-Ups und mittelständigen Unternehmen einfach und überall Zugang hat: Wir brauchen die Glasfaser, auch in Mönchengladbach – es handelt sich um die wirtschaftlichen Autobahnen der Gegenwart und Zukunft! Wir müssen das Thema Digitalisierung stärker auf die Agenda der Ausbildungspläne, der Unternehmenslenker und lokalen Politik setzen! Wir haben auch in Mönchengladbach genug Möglichkeiten, aber: wir müssen aus unserer eigenen Komfortzone raus und es tun. Wir brachen in Mönchengladbach mehr „Ruck“ – der Standort muss sich auf die Digitalisierung einstellen – andere Länder machen es uns doch vor – warum nicht direkt damit starten? Was hält uns auf?

 

 

Technologie und Digitalisierungsspezialst. 25 Jahre im Onlinegeschäft tätig – gestartet mit eigener Mailbox, gearbeitet für Microsoft Inc., AOL Deutschland. Seit gut 20 Jahren eine Agentur für digitale Kommunikation.

Das Polizeipräsidium – schlummerndes Potential für den Innovationstransfer in Mönchengladbach

Am Wirtschaftsstandort Mönchengladbach schlummert Potential, tief und fest. Mönchengladbach hat als einer der Standorte der Hochschule Niederrhein rund 8.000 Studentinnen und Studenten in verschiedenen Fachrichtungen, die jeden Tag in der Stadt lernen und ihr Wissen erweitern. Was geschieht mit diesem Potential? Viele der Studierenden werden die Stadt verlassen, weil sie in anderen Städten attraktive Arbeitgeber finden, einige werden bleiben und am Standort Arbeit finden. Wie können wir letzteres verstärkt für die Stadt nutzen?

Was wir in Mönchengladbach dazu brauchen ist ein Ökosystem, dass Gründungen aus der Hochschule heraus fördert und den technik- und wissensbasierten Innovationstransfer in die ansässigen Unternehmen unterstützt. Dabei geht es nicht nur um technisch-orientierte Studiengänge. Textilien werden immer mehr als Material in der Industrie als technische Textilien eingesetzt, Mönchengladbach hat die entsprechenden Nachwuchskräfte und Innovationsträger; der Fachbereich Textil- und Bekleidungstechnik in Mönchengladbach gehört zu den größten Studienorten für den textilen Ingenieurnachwuchs in Europa. Smarte Textilien, die mit Sensoren ausgestattet sind und so Daten erheben oder sich steuern lassen, gelten als Zukunftsthema. Ein anderer Bereich, der an der Hochschule Niederrhein stark ist, wird in Zukunft eine immer größere Bedeutung bekommen: Ernährung. Der entsprechende Fachbereich an der Hochschule Niederrhein, Oecotrophologie, ist mit rund 900 Studierenden der größte Oecotrophologie-Fachbereich an deutschen Fachhochschulen.

Was Mönchengladbach braucht, um dieses Potential für die Stadt unternehmerisch nutzbar zu machen, ist ein Ort an dem sich verschiedene Kreise treffen – Experten sprechen von der Triple Helix (siehe auch Präsentation). Die drei Elemente, Hochschule, Wirtschaft und Politik schaffen durch einen stärkeren Austausch ein positives Umfeld, um wissensbasierte Innovationen zu befördern und nutzbar zu machen.

Mit dem freiwerdenden Polizeipräsidium an der Theodor-Heuss-Straße, in der unmittelbaren Nähe zur Hochschule, hat Mönchengladbach die einmalige Chance, einen solchen Ort zu schaffen. Dort könnten Unternehmen, Studierende und Gründer einen Austausch in Gang setzen, der sich am Ende nur positiv auf den Wirtschaftsstandort Mönchengladbach, seine Innovationsfähigkeit und seine Beschäftigung auswirken wird. Als nextMG würden wir eine entsprechende Planung begrüßen, damit sich ein dynamisches Ökosystem für Gründer und eine Basis für wissensbasierten Innovationstransfer in der Stadt nachhaltig entwickeln kann.

 

 

Online-Ansicht

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Arbeitet für die Deutsche Telekom als Manager im Bereich Technologie und Innovation. Er war Mitglied des Aufsichtsrats der Hrvatski Telekom (Kroatien) und hat für die Nachrichtenagentur Dow Jones über Tech-Unternehmen berichtet. Zudem ist er einer der Gründer der Dialog- und Blogplattform fluxMG (www.flux-mg.org). Mark Nierwetberg hat nextMG im Dezember 2016 mitgegründet.

Warum uns Gründerkultur für den Standort Mönchengladbach so wichtig ist

Innovative Ideen werden überall auf der Welt geboren und mit fortschreitender Digitalisierung immer stärker außerhalb von Unternehmen. Da der Innovationsprozess immer mehr von Produktions- und Investitionsmitteln unabhängiger geworden ist, können Forscher, Erfinder und kreative Unternehmer Innovationen in die Märkte bringen, ohne das Risiko einer investitionsintensiven Produktions- und Entwicklungsinfrastruktur zu tragen. Experten sprechen von der Demokratisierung des Innovationsprozesses. Gerade im Bereich Digitalisierung hat sich der Innovationsprozess radikal verändert. Anders gesagt: Es wird immer einfacher aus einer fixen Idee ein Produkt zu machen.

Open Innovation – das globale Wissen nutzen

Die großen Unternehmen dieser Welt haben bereits reagiert und entsprechende Andockstationen an ihre Prozesse entwickelt: Das Managementkonzept nennt sich Open Innovation. Kurz gesagt: Warum auf 3, 35 oder 350 eigene Forscher setzen, um Innovationen zu kreieren, wenn es auf der Welt x-Tausende Experten zu dem Thema gibt, deren Kreativität genutzt werden kann? Große Unternehmen gründen auch in Deutschland so genannte Corporate Inkubatoren oder Open Innovation Hubs (hub:raum der Deutschen Telekom, greenhouse von Gruner + Jahr, der Versicherungskonzern Allianz hat einen Digital Accelerator gegründet).

Aber ist diese Entwicklung nur relevant für Großunternehmen? Brauchen wir das in Mönchengladbach?

Was hat das mit Mönchengladbach zu tun?

Ja! Die Art wie Innovationen entstehen hat sich in den vergangenen 100 Jahren rapide verändert. Der bisherige Weg, nur auf unternehmenseigene Experten zu setzen und Entwicklungen (Research & Development) zu betreiben, wird immer stärker, wie oben beschrieben, durch Kooperationen mit Innovatoren außerhalb der Unternehmen ergänzt. Was bedeutet das für einen Wirtschaftsstandort wie Mönchengladbach und die ansässigen Unternehmen? Mittelständische und kleinere Unternehmen brauchen eine Infrastruktur, um am Trend der Open Innovation zu partizipieren. Nicht jedes mittelständische Unternehmen kann in diesen Bereich investieren und eigene Corporate Inkubatoren, Gründerzentren und Start-Up Garagen betreiben, das wäre zu kleinteilig und kostenintensiv. Wir brauchen ein Gründerklima und Gründerorte in der Stadt. Die Gründung eines offenen Gründerzentrums, das förderwürdige Gründerideen unterstützt und bei der Entwicklung hilft, könnte ein wichtiger Baustein auf diesem Weg sein. Dabei müsste innovative Gründer und Ideen aus allen Bereichen zusammengebracht werden: Hochschule Niederrhein, Unternehmen, Wirtschaftsförderung, IHK und interessierte Bürgerinnen und Bürger. Erst so kann ein Umfeld geschaffen werden, das eine umfassende Gründerkultur in der Stadt entstehen lässt und nicht nur auf Teilbereichen wie Gründer aus der Hochschule begrenzt bleibt.

Was trägt nextMG zum Aufbau einer Gründerkultur bei?

Am Aufbau dieser Szene arbeitet der Verein nextMG. Wir wollen, dass es mehr niedrigschwellige Anlaufpunkte für Interessierte gibt, darum veranstalten wir jeden ersten Dienstag im Monat ein „meetup“ – ein zwangloses Treffen von Leuten, die sich austauschen und Projekte vorstellen können. Wir haben als nextMG zusammen mit dem Startplatz den ersten Rheinland-Pitch im Juni nach Mönchengladbach geholt, um das Thema Gründung und Start-ups auf die Agenda der Stadt zu setzen. Zudem hat sich die Stadt Mönchengladbach am Digital Hub Rheinland beteiligt. Digihub

Die regionalen Plattformen sollen informieren und Anlaufpunkt für nationale und internationale Gründer sein. Sie sollen so zur Drehscheibe für Kooperationen von Startups, Mittelstand und Industrie für digitale Geschäftsmodelle und -prozesse werden. Wir haben den SMS-Businesspark aktiv beim Aufbau des westend.space beraten, weil wir denken, dass Ort wie der space einen Austausch zwischen Wirtschaft, Studierenden und Gründern erst möglich macht. Wir sind für weitere Projekte offen und stehen gerne mit unserer Expertise zur Verfügung. Wir wollen dabei das Rad nicht zwei Mal erfinden und wollen die Angebote unserer Vereinsmitglieder wie bspw. Wirtschaftsförderung (wfmg), IHK, Stadtsparkasse und Hochschule Niederrhein integrieren. So haben wir im August 2017 zusammen mit der IHK Rheinland eine Reise für Start-ups nach Israel gefördert – Israel gilt neben dem Silicon Valley in den USA als Hot Spot für technikbasierte Innovationen und Gründer.

 

Arbeitet für die Deutsche Telekom als Manager im Bereich Technologie und Innovation. Er war Mitglied des Aufsichtsrats der Hrvatski Telekom (Kroatien) und hat für die Nachrichtenagentur Dow Jones über Tech-Unternehmen berichtet. Zudem ist er einer der Gründer der Dialog- und Blogplattform fluxMG (www.flux-mg.org). Mark Nierwetberg hat nextMG im Dezember 2016 mitgegründet.