Blick in die Sterne: Warum wollen wir eine School of Entrepreneurship in Mönchengladbach?

Im rheinischen Revier halten im Moment viele Menschen Ausschau nach Sternen: Die ZRR (Zukunftsagentur Rheinisches Revier) verteilt gerade Sterne, um damit Fördergelder für Projekte zu verteilen, die den Strukturwandel für die Zeit „nach der Braunkohle“ in der Region gestalten sollen. Mönchengladbach ist als eine der größten Anrainer-Kommunen Teil dieses Projekts. Wir haben als nextMG die Wirtschaftsförderung Mönchengladbach und die IHK Mittlerer Niederrhein bei zwei Anträgen beraten und unterstützt. Einer der beiden Anträgen, die „School of Entrepreneurship“, hat dabei gute Chancen umgesetzt zu werden: Seit Mitte April hat das Vorhaben den 3. Stern der Fördergeber erhalten und kann jetzt in die Beantragung der Mittel gehen.

Was verbirgt sich hinter dem neu-deutschen Titel und warum ist das Projekt für die Region so wichtig?

Das Konzept der „School of Entrepreneurship“ – also einer Schule für unternehmerisches Handeln – zielt nicht nur auf Gründerinnen und Gründer ab, sondern auch auf die bestehende Wirtschaft. Der bestehenden Wirtschaft will sie dabei natürlich nicht die Grundzüge des unternehmerischen Handelns vermitteln, sondern Wege zu Innovationen in der sich digitalisierenden Wirtschaft ebnen. Wie soll das gehen?

Gründen ist 30% Mut und 70% Handwerk

Die School of Entrepreneurship (SoE) richtet sich an Gründungsinteressierte, um diesen tieferes Praxiswissen zur nachhaltigen Entwicklung ihrer Geschäftsmodelle zu vermitteln. Die Idee ein Unternehmen zu formen, ist nicht nur eine Frage von Steuern, formalem Geschäftsaufbau, Marketing und kaufmännischem Wissen.

Bevor aus einer Idee ein Unternehmen werden kann, müssen viele Fragen geklärt werden: Was ist der Markt, der bedient werden soll? Welche Umsatzströme entstehen überhaupt und wie nachhaltig sind sie? Passt das Produkt überhaupt in den Markt und wie kann es sich entwickeln?

Diese Fragen können sich Gründerinnen und Gründer heute mit systematischen Methoden erarbeiten, aber nicht jeder und jede kennt diese Methoden. Themen wie Minimum Viable Product, Business Model Canvas, Customer (agile) Development oder Produktentwicklung mit Design-Thinking-Methoden nimmt man nicht mit dem Babybrei auf. Sie sind aber sehr hilfreich, wenn man nicht nach einem Jahr ohne Geschäft aber mit einem Haufen Schulden enden will.

Die SoE will dieses Wissen systematisch vermitteln, um Gründerinnen und Gründer erfolgreicher zu machen, denn Gründen ist 30 % Mut und 70 % Handwerk.

Etablierte Unternehmen müssen für innovative Produkte ähnliche Fragen beantworten

Angesprochen sind neben sogenannten Start-ups auch explizit konventionelle Gründerinnen und Gründer, die aufgrund der digitalen Transformation ihre konventionellen Geschäftsmodelle zukunftsorientiert und digital ausrichten müssen und dazu innovative Methodenkompetenz benötigen. Darüber hinaus richtet sich die Akademie an die Fach- und Führungskräfte der regionalen mittelständischen Unternehmen, die angesichts der digitalen Transformation die Entwicklung von Innovationen und den Umbau ihrer Geschäftsmodelle vorantreiben müssen.

Sie müssen dabei oft ähnliche Frage beantworten wie die Gründerinnen und Gründer, denn auch neue Produkte von etablierten Unternehmen stehen oft vor solchen Hürden. Deshalb wollen wir diese Gruppen miteinander vernetzen und sie voneinander lernen lassen. Im Fokus stehen neben dem Erwerb von Wissen somit die Vernetzung mit und in der Region.

Baustein im Ökosystem Gründung der Region

Für nextMG ist die SoE ein wichtiger Baustein im Gründungs- und Innovations-Ökosystem der Region. Wir denken, dass Gründungsinteressierte und innovative Unternehmen einen Ort für den Austausch brauchen. Gerade im Zeitalter der Open Innovation ist es für einen Wirtschaftsstandort wichtig an der innovativen Gründungsdynamik zu partizipieren.


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