Alt für Jung – Hey, Alter! jetzt auch in Mönchengladbach

nextMG und die Mönchengladbacher Rotarier geben rundumerneuerte Laptops an Schülerinnen und Schüler

Wenn die Pandemie irgendetwas Gutes gehabt haben soll, dann ist dies die Beschleunigung der Digitalisierung im deutschen Bildungswesen – auch im Mönchengladbacher. Denn in den letzten 15 Monaten hat diese durchaus an Fahrt aufgenommen.

In der Wirtschaft selbstverständlich, in der Schule die Ausnahme?

Unberücksichtigt blieb und bleibt dabei aber die Ausstattung der Schülerinnen und Schüler in ihrem privaten Umfeld. Selbst, wenn viele für den Distanzunterricht von ihren Schulen leihweise Tablets erhalten haben, müssen sie diese Geräte mit Rückkehr zum Präsenzunterricht wieder abgeben. Ihre digitale Welt zuhause ist damit erneut reduziert auf ihr Handy. Damit erstellen sie Präsentationen oder Tabellenkalkulationen, recherchieren im Internet und üben sich im Programmieren. Digitale Aufgaben mit einem Handy zu erledigen, dürfte für die meisten Fachkräfte unvorstellbar sein. Tablets, Laptops und natürlich Desktop Computer sind die Werkzeuge, derer sich die Wirtschaft bedient.

Will die Schule die Jugendlichen auf das Leben nach der Schule vorbereiten, sollte für sie der Umgang mit Computern ebenso selbstverständlich wie das Bedienen eines Taschenrechners sein.

Dafür genügt aber eben nicht das punktuelle Verwenden in der Schule. Es bedarf auch der entsprechenden Ausstattung im heimischen Umfeld. Einer Ausstattung, die für entsprechend situierte Familien eine Selbstverständlichkeit ist.

Unterstützung ist notwendig

Doch über 32 Prozent der gut 24.000 Mönchengladbacher Jugendlichen zwischen 6 und 15 Jahren leben in Familien, die auf Unterstützung durch den Staat angewiesen sind. Auch bei Alleinerziehenden oder kinderreichen Familien stehen Computer auf der Liste der nötigen Anschaffungen eher weiter hinten.

Start „Hey, Alter! Mönchengladbach“

Hier will das Projekt „Hey, Alter! Mönchengladbach“ ansetzen, das nextMG und die Mönchengladbacher Rotary Clubs unter der Schirmherrschaft des Mönchengladbacher Oberbürgermeisters Felix Heinrichs gestartet haben. In ihren Netzwerken wollen die Akteure gebrauchte Laptops einsammeln, diese professionell aufbereiten und schließlich mit neuem Betriebssystem und Open Source Software ausgestattet an Jugendliche verschenken.

So funktioniert Hey, Alter!

Ausgewählt werden die Schülerinnen und Schüler über ihre Lehrer, die den entsprechenden Bedarf an nextMG melden. Bereits nach den Sommerferien 2021 sollen die ersten Laptops und Computer übergeben werden. Verbunden mit der Übergabe ist eine Einweisung in die Bedienung sowie eine Anleitung zur Nutzung der Tutorials von „Hey, Alter!“.

Diese geben wertvolle Tipps zur Nutzung der Software sowie zum Umgang mit der Technik. Erstellt wurden die Videos von der bundesweiten Aktion „Hey, Alter!“, über die in noch nicht ganz zwei Jahren in inzwischen 29 Städten über 3.800 Geräte eingesammelt, aufbereitet und ausgegeben wurden. Eine Summe, die die Mönchengladbacher Akteure als 30. Stadt deutlich steigern wollen. Zusätzlich stellen die Rotary Clubs ein Konzept auf die Beine, in dem die Empfänger im Umgang mit den Geräten betreut und trainiert werden.

Schutz vor Missbrauch? Ja!

Auch über potenziellen Missbrauch haben sich die Partner Gedanken gemacht. Um einen Wieder-Verkauf durch die Empfänger zu unterbinden, sind alle Geräte gebrandet mit sichtbaren und unsichtbaren Aktionslabeln.

AUFRUF zum Mitmachen und Teilen

Betriebe sind jetzt aufgerufen, sich bei nextMG zu melden, wenn sie Laptops der Aktion zur Verfügung stellen wollen. Ausgestattet sein sollten sie mit wenigstens einem 2 GHz Dual-Core-Prozessor und 4 GB RAM Arbeitsspeicher. nextMG kann sowohl über die Geräte- als auch über Finanzspenden dank der inzwischen anerkannten Gemeinnützigkeit Spendenquittungen ausstellen.

Mit Geldspenden finanzieren die Projektpartner die Anschaffung von Ersatzteilen oder Reinigungsmitteln. Manpower- oder Logistik-Kosten fallen indes keine an. Die Aufarbeitung der Geräte übernimmt pro bono der Mönchengladbacher Reha Verein. Die ITZ Informationstechnologie Zentrum Rhein/Maas GmbH kümmert sich ohne Berechnung von Kosten um Lagerung und Logistik. Ansprechpartner für Spender sind sowohl die Präsidenten der drei Mönchengladbacher Rotary Clubs als auch der Vorstand von nextMG, hier insbesondere Heike Grünert.

Alle Infos auf der Website Hey,Alter! Mönchengladbach


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