Auftakt Gründerwoche in MG – trivago-Gründer Schrömgens: Gründer müssen offen sein und dazu lernen!

Guter Auftakt der Gründerwoche in Mönchengladbach: Rund 200 Interessierte kamen am Montagabend im Theater im Gründungshaus (TIG) in Eicken zusammen, um zu hören, was Rolf Schrömgens, Gründer und heutiger CEO von trivago, zu den Themen Gründerkultur und Digitalisierung zu sagen hatte. Bevor Schrömgens, der aus Mönchengladbach kommt und sein Unternehmen in Düsseldorf in einer Garage gegründet hat, die Bühne im TIG betrat, machte Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners noch ein Geständnis: Der OB hatte Mitte der 80er Jahre als Journalist auch mal überlegt, sich selbständig zu machen. „Damals fehlte mir der Mut!“ Für Reiners war die Entscheidung nicht zu gründen aber letztendlich die richtige Entscheidung: „Immerhin bin ich jetzt OB“. Aber er sieht heute bessere Rahmenbedingungen für Gründer in der Stadt: „Heute würde ich jedem sagen: traut euch!“

Es braucht Mut und Offenheit eine Idee weiterzuentwickeln

Schrömgens schloss sich da an. Er berichtete, dass er seine Idee für das Unternehmen hatte als es ihm eigentlich „gar nicht so gut ging“: „Ich hatte kein Geld, hatte gerade bei meinen Eltern aufgehört zu arbeiten, da kam mir die Idee“. Da brauchte es Mut und vor allem Offenheit, die Idee auch zu verändern. „Meine erste Idee war nicht wirklich gut, aber wir haben losgelegt und die Idee immer weiterentwickelt, so sind wir dann in einem evolutionären Prozess zu dem gekommen, was wir heute sind“. Aus Schrömgens Erfahrung ist es eh selten, dass man mit der Idee, die man am Anfang hatte auch erfolgreich wird. „Man muss als Gründer offen sein und muss sein Ego zurücknehmen und die Idee an den Markt anpassen“. Intuition beim Entwickeln von Geschäftsmodellen sei „eh nur was für Genies“, Schrömgens rät dazu eher auf Daten und Analyse zu setzen: „Gucken was funktioniert und immer dazu lernen“, ist sein Rat an Gründerinnen und Gründer. Zudem sei Fokussierung wichtig für den Geschäftserfolg.

Digitalisierung: bei den Menschen und der Unternehmenskultur anfangen

Bei Thema Digitalisierung hat Schrömgens einen klaren Appell an alle Unternehmer: die Digitalisierung wird disruptive Entwicklungen bringen. Aber Schrömgens warnt davor einfach loszulegen: „Digitalisierung bedeutet Veränderung – vor allem für die Menschen im Unternehmen und die Unternehmenskultur. Man muss mit den Menschen anfangen und dann die Geschäftsprozesse nachziehen“, so seine Einschätzung.

Warum hat der Mönchengladbacher Schrömgens sein Unternehmen nicht in Mönchengladbach geründet? „Ich wohnte damals in Düsseldorf und ein Freund hatte eine Garage, in der wir angefangen haben. Damals gab es in Mönchengladbach keine schnell an- und abmietbare Co-Working-Büros, dann wären wir vielleicht nach Mönchengladbach gekommen“, berichtete Schrömgens. Das hat sich auch dank der Arbeit von nextMG geändert: Mit WESTEND.MG entwickelt sich gerade in der Stadt ein Projekt, das viel Raum für solche Bedarfe schaffen wird. Zudem haben sich bereits Projekte wie CO21 und NEOSTARTER in der Stadt etabliert.

Mehr zum Programm der Gründerwoche in Mönchengladbach start-upMG hier.

 

Gründung – eine Frage der Mentalität: Scheitern – ja und!

Ich habe bereits von der Reise nach Israel hier im Blog berichtet: Anfang September bin ich als Vorstandsmitglied von nextMG und als Unternehmer auf die Delegationsreise der IHK Mittlerer Niederrhein nach Israel mitgefahren. Ziel der Reise war es, die Start-Up-Szene in Tel Aviv und Jerusalem näher kennenzulernen. Was mich an Israel und seiner Start-Up-Szene fasziniert hat, ist die Mentalität.

Unternehmer – unabhängig davon ob sie es mit ihrem Unternehmen zum Erfolg bringen oder nicht, können dort einfach mit dem nächsten Unternehmen starten. Es ist normal, auch mal zu scheitern!

Im Gegensatz dazu, haben wir in Deutschland eine Vollkasko-Mentalität entwickelt: am liebsten von der Schule bis zur Rente kein Risiko eingehen. Ein Unternehmen gründen, Ideen verwirklichen? Lieber nicht! Der gerade veröffentlichte Gründerreport der IHK Mittlerer Niederrhein zeigt für Mönchengladbach rückläufige Zahlen bei Unternehmensgründungen. Schlimmer ist noch, dass ich den Eindruck habe, dass jene, die es sich trauen verlacht oder bemitleidet werden, einen Versuch zu starten, mittels innovativer Idee selbstständig zu werden. Wer es dabei nicht auf Anhieb geschafft hat, gilt sowieso als Verlierer!

Wir haben in Tel Aviv mit mehreren Unternehmern zusammengesessen, die ein halbes Dutzend Unternehmungen schon betrieben haben – einige davon mit einem erfolgreichen Exit (erfolgreicher Verkauf). Manche aber auch mit einer Schließung und einem Misserfolg, aber sie machen immer weiter. Dies ist dort normal und kein Makel, anders als bei uns!

Wir sollten uns aufmachen und uns einfach mal wieder mehr die Frage stellen: Was könnte ich heute erfinden, damit es mir und meinen Mitmenschen morgen besser geht, was kann ich als Idee realisieren und damit vielleicht Erfolg haben und Menschen Arbeit geben! Mit diesen kleinen Dingen fängt es an …

Als ich am Ende der Reise von Tel Aviv nach Mönchengladbach wieder im Flugzeug saß, ging mir genau dies durch den Kopf: Wir müssen einfach wieder mehr Menschen dazu bringen, Projekte zu starten und anderen Menschen davon begeistern in diese Gedanken zu investieren. Wir brauchen mehr Gründerkultur in Mönchengladbach! Dazu gehört Mut: Nicht nur Mut der Gründerinnen und Gründer, sondern auch der Institutionen! Wir brauchen Investoren, die Mut haben, wir brauchen Kreditgeber, die Mut haben, wir brauchen mehr Mut in der Hochschule, Gründung zu fördern und wir sollten uns als Unternehmer, Stadtverwaltung und Politik fragen, was wir tun können, damit es mehr Gründermut in der Stadt gibt. Das geht uns alle an: Denn die Arbeitsplätze von morgen, sind in Unternehmen, die heute gegründet werden! Darum haben wir den Verein nextMG gegründet, weil wir das am Standort Mönchengladbach ändern wollen.

 

Israel macht es vor – wir brauchen mehr „Jalla-jalla“ in MG!

Anfang September bin ich als Vorstandsmitglied von nextMG und als Unternehmer auf die Delegationsreise der IHK Mittlerer Niederrhein nach Israel mitgefahren. Ziel der Reise war es, die StartUp-Szene in Tel Aviv und Jerusalem näher kennenzulernen. In einem Land, dass von allen Seiten bedroht wird, hängt viel vom Fortschritt und vom „schneller sein“ ab. Alles muss „Jalla-jalla!“ (Zack-zack) erledigt sein. In wenigen Tagen merkt man, dass in Israel alles intensiver passiert, nichts muss auf Dauer so bleiben wie es heute noch ist.

Ein guter Satz, den ich auf der Reise gehört habe: „Ein Israeli kennt den kürzesten Weg zur zweibesten Lösung!“. Es entspricht in Ungefähr unserem 80:20 Prinzip – man muss eben nicht alles bis in die Perfektion treiben, bevor man es auf die Welt loslässt. Gerade im Bereich der Digitalisierung gilt: Man sollte früher mit Feldtests beginnen und dann mit dem Feedback der Kunden arbeiten. Es muss eben schneller zu brauchbaren Ergebnissen kommen und das wiederum wird honoriert in Form von Förderung durch Venture Capital.

Was ist also die Erkenntnis der Reise? Wir haben in Deutschland, in NRW, im Rheinland und in Mönchengladbach noch viel Luft nach oben! Wer einmal sein eigenes Land und die Entscheidungen dort von außen betrachten konnte, wundert sich, dass wir als Wirtschafts-Supermacht durchgehen. Die Agilität die man in den USA (Silicon Valley) oder auch in Israel (Tel Aviv oder Jerusalem) wahrnimmt ist – im Gegensatz zu deutschen Unternehmungen – doch eher wie der Vergleich ICE zur Regionalbahn.

Nun will ich hier nicht der Nestbeschmutzer sein, der bei uns alles schlecht redet. Die Bemühungen Einzelner sind vorhanden und durchaus vergleichbar zu dem oben genannten Schnellzug, aber es fehlt uns komplett an der Breite und der Nachhaltigkeit, verglichen mit den anderen Ländern. Es fehlt einfach eine Gründerkultur – oder sie ist uns abhandengekommen. Vielleicht ist Deutschland wie ein Supertanker oder Kreuzfahrtschiff – unglaublich mächtig, aber in Zeiten der Digitalisierung zu behäbig. Wir müssen wie kleine Schnellboote sein – unglaublich viele, kleine, aber eben wesentlich wendigere und schneller Boote! Und ja, in Schnellbooten wird man auch mal nass, aber es macht auch irrsinnig viel mehr Spaß.

Damit komme ich auf das weitere Problem in Deutschland und auch in Mönchengladbach:
Auf der einen Seite fehlt es uns im Bereich der öffentlichen Hand durchgängig vom Bund bis zur Lokalpolitik an Vordenkern, die das Gold der Digitalisierung für ein rohstoffarmes Land wie Deutschland vollständig erkennen und konsequent und flächig fördern. Darum haben wir den Verein nextMG gegründet, um diese Entwicklung in Mönchengladbach voranzutreiben. Die Digitalisierung als Chance zu begreifen und von der Grundschule an über jegliche Bildungsstufe die Fähigkeit eines jeden Einzelnen in diesem Bereich zu fördern, ist existenziell – und es geht hier um mehr als ein paar Laptops in der Schule!

Ist nun alles schlecht bei uns? Mitnichten – wir haben eine breite Wirtschaft mit extrem viel Mittelstand, der auch sehr innovativ ist. Was uns aber deutlich fehlt ist eine innovationsfreudige Digitalwirtschaft auf ebenso breiter Front (StartUps, Kleinunternehmer und Mittelstand). Diese müssen konsequent gefördert werden und deren „Rohstoff“ sind Absolventen und Berufsanfänger, die diese Materie tief durchdrungen haben und Lust haben etwas Digitales zu schaffen – das fängt eben bei Grundschülern an! Wir müssen Lust auf Mathematik, Naturwissenschaften und Programmierung wecken. Dadurch wird nicht jeder einen solchen Beruf ergreifen, aber wie sollen die Kinder und Jugendlichen ihre Talente in diesem Bereich erkennen, wenn wir sie nicht dazu ermutigen?

Wir müssen ebenso die Infrastruktur schaffen, so dass die Digitalwirtschaft mit ihren Start-Ups und mittelständigen Unternehmen einfach und überall Zugang hat: Wir brauchen die Glasfaser, auch in Mönchengladbach – es handelt sich um die wirtschaftlichen Autobahnen der Gegenwart und Zukunft! Wir müssen das Thema Digitalisierung stärker auf die Agenda der Ausbildungspläne, der Unternehmenslenker und lokalen Politik setzen! Wir haben auch in Mönchengladbach genug Möglichkeiten, aber: wir müssen aus unserer eigenen Komfortzone raus und es tun. Wir brachen in Mönchengladbach mehr „Ruck“ – der Standort muss sich auf die Digitalisierung einstellen – andere Länder machen es uns doch vor – warum nicht direkt damit starten? Was hält uns auf?

 

 

Stahlhändler trifft Digitalisierung: Klöckner ein Unternehmen im Wandel

Als Gisbert Rühl 2009 seinen Job als CEO beim traditionsreichen Stahlhändler  Klöckner und Co. in Duisburg antrat, haben ihn sicherlich nicht viele um diese Aufgabe beneidet. Die weltweite Stahlnachfrage brach in Folge der gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen der Finanzkrise in einem niemals zuvor gekannten Maß ein – die Branche erholt sich bis heute auf Grund der vorhandenen Überkapazitäten nur langsam. Gleichzeitig bedrohte die zunehmende Digitalisierung im Geschäftskundensegment das gesamte Geschäftsmodell Klöckners, dass auf dem Kauf großer Mengen von Stahlprodukten bei den Produzenten und dem Weiterverkauf an den Endverbraucher wie Bauunternehmen beruhte.

Nach den ersten Aufräumarbeiten und im Bewusstsein, ein „Weiterso“ wird nicht funktionieren, hat sich Gisbert Rühl in die Keimzelle des digitalen Wandels, das Silicon Valley, begeben und ähnlich wie andere deutsche Wirtschaftsbosse vor Ort den neuen disruptiven Gründergeist eingeatmet.

Was er von dort an Erkenntnissen mitbrachte, wie er seine eigene Startup-Einheit schuf, warum diese in Berlin sitzt, wie aktuell die Einkaufsprozesse der Kunden digitalisiert wurden und warum die Digitaltochter Klöckner.i zukünftig eine komplette digitale Industrieplattform betreiben wird, berichtete Klöckner-Pressesprecher Christian Pokropp – in krankheitsbedingter Vertretung seines Chefs – in einem mitreißenden Vortrag im Rahmen einer Veranstaltung des BVMW und der WFMG im TIG.

Für alle Anwesenden gab es folgende Haupterkenntnisse:

  1. Open Innovation ist eine Grundvoraussetzung zur Bewältigung der anstehenden Herausforderungen. Nur eine Öffnung des Unternehmens für neue Ideen und Prozesse sichert die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit. Sei es wie im Fall von Klöckner und Co. durch den Aufbau einer eigenen Digitaleinheit oder die Beteiligung an innovativen Startups.
  2. Das Beispiel Klöckner hat gezeigt, dass nachhaltiger und womöglich disruptiver Wandel nur schwer in den vorhandenen Strukturen gelingt. Es muss sicher nicht das DigitalOffice in Berlin sein, aber große Veränderungen brauchen auch große Freiheit und Gestaltungsspielraum. Dabei darf aber zugleich die Einbindung der „Old Economy“ nicht vergessen werden (bei Klöckner u.a. durch Pflichtstation im Traineeprogramm und interne Social Media Plattform.)
  3. Das „Digitale Personal“ ist schon heute DER Engpassfaktor. Selbst wenn der Veränderungswille bereits vorhanden ist, kann der Mangel an geeignetem Personal die eigene Digitalstrategie durchkreuzen. Eine frühzeitige Sicherung und Entwicklung von Talenten ist daher unabdingbar im Wettbewerb um Fachkräfte. Klöckner ist daher einer der Hauptsponsor der ReDi-School, die IT-Kräfte ausbildet. In Mönchengladbach arbeitet bspw. das zdi-Zentrum MG und auch nextMG am weiteren Ausbau des Aus- und Weiterbildungsangebots.

meetup Oktober Vorschau: Marketing in Zeiten von Online-Handel und Web2.0

Waren an Kunden zu bringen hat sich im Zeitalter von Social Media und Internet-Commerce grundlegend verändert. Irgendwo im Netz einen Online-Shop zu betreiben reicht nicht mehr. Man wird im Web 2.0 nicht einfach gefunden, man muss auf sich aufmerksam machen. Das ist gerade für junge Unternehmen und Start-ups ein wichtiger Aspekt, um die Kunden zu erreichen. Auch etablierte Unternehmen und Händler müssen neue Wege gehen. Diese Themen will nextMG am Dienstag, 10. Oktober beim #meetupMG diskutieren. Dazu haben wir uns einige lokale Experten eingeladen:

Patrick Faaßen von der Agentur Rubivision wird Einblicke in seine Erfahrungen geben und konkrete Tipps liefern.

Valentin Wessels, Inhaber der Ehren Zuckerwarenfabrik und Schokoschurke aus Leidenschaft, berichtet von Instagram, Facebook und Social Media Kundenkontakten.

Rolf Krichel vom Kunsthaus Krichel erklärt welche Erfahrungen er mit seinem Shop bei eBay macht und wie sich das Projekt eBay City Mönchengladbach auf sein Geschäft auswirkt.

Wir starten ab 18:00 Uhr bei den Ehren Schokoschurken, Limitenstraße 58, 41236 Mönchengladbach.

Die Vorträge werden gegen 18:30 Uhr beginnen. Der Eintritt ist frei.

Das Polizeipräsidium – schlummerndes Potential für den Innovationstransfer in Mönchengladbach

Am Wirtschaftsstandort Mönchengladbach schlummert Potential, tief und fest. Mönchengladbach hat als einer der Standorte der Hochschule Niederrhein rund 8.000 Studentinnen und Studenten in verschiedenen Fachrichtungen, die jeden Tag in der Stadt lernen und ihr Wissen erweitern. Was geschieht mit diesem Potential? Viele der Studierenden werden die Stadt verlassen, weil sie in anderen Städten attraktive Arbeitgeber finden, einige werden bleiben und am Standort Arbeit finden. Wie können wir letzteres verstärkt für die Stadt nutzen?

Was wir in Mönchengladbach dazu brauchen ist ein Ökosystem, dass Gründungen aus der Hochschule heraus fördert und den technik- und wissensbasierten Innovationstransfer in die ansässigen Unternehmen unterstützt. Dabei geht es nicht nur um technisch-orientierte Studiengänge. Textilien werden immer mehr als Material in der Industrie als technische Textilien eingesetzt, Mönchengladbach hat die entsprechenden Nachwuchskräfte und Innovationsträger; der Fachbereich Textil- und Bekleidungstechnik in Mönchengladbach gehört zu den größten Studienorten für den textilen Ingenieurnachwuchs in Europa. Smarte Textilien, die mit Sensoren ausgestattet sind und so Daten erheben oder sich steuern lassen, gelten als Zukunftsthema. Ein anderer Bereich, der an der Hochschule Niederrhein stark ist, wird in Zukunft eine immer größere Bedeutung bekommen: Ernährung. Der entsprechende Fachbereich an der Hochschule Niederrhein, Oecotrophologie, ist mit rund 900 Studierenden der größte Oecotrophologie-Fachbereich an deutschen Fachhochschulen.

Was Mönchengladbach braucht, um dieses Potential für die Stadt unternehmerisch nutzbar zu machen, ist ein Ort an dem sich verschiedene Kreise treffen – Experten sprechen von der Triple Helix (siehe auch Präsentation). Die drei Elemente, Hochschule, Wirtschaft und Politik schaffen durch einen stärkeren Austausch ein positives Umfeld, um wissensbasierte Innovationen zu befördern und nutzbar zu machen.

Mit dem freiwerdenden Polizeipräsidium an der Theodor-Heuss-Straße, in der unmittelbaren Nähe zur Hochschule, hat Mönchengladbach die einmalige Chance, einen solchen Ort zu schaffen. Dort könnten Unternehmen, Studierende und Gründer einen Austausch in Gang setzen, der sich am Ende nur positiv auf den Wirtschaftsstandort Mönchengladbach, seine Innovationsfähigkeit und seine Beschäftigung auswirken wird. Als nextMG würden wir eine entsprechende Planung begrüßen, damit sich ein dynamisches Ökosystem für Gründer und eine Basis für wissensbasierten Innovationstransfer in der Stadt nachhaltig entwickeln kann.

 

 

Online-Ansicht

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meetupMG: Aufruf zum Mitmachen! Netzwerken, Austausch, Ideen vorstellen …

Das meetupMG ist das monatliche Treffen des Vereins nextMG zum Thema Gründer und Start-ups. Wir wollen Start-ups, Gründer, Interessierte und Unternehmer zusammenbringen, damit es in der Stadt zu einem Austausch zum Thema kommt und ein Netzwerk entsteht. Jeden ersten Dienstag im Monat treffen wir uns. Checkt die Facebook-Seite oder unsere Webpage zu den Details.

Das meetupMG gibt jedem mit einer Geschäftsidee die Chance sich und die Idee in einem Pitch vorzustellen und Feedback zu bekommen. Gerade für Gründer ist es wichtig, ihre Ideen mit anderen zu diskutieren und sich Perspektiven und Feedback einzuholen. Daher: Wer es wissen will, der kommt vorbei und stellt was vor. Zudem versuchen wir immer wieder Experten aus dem Bereich Gründung / Start-ups zu Vorträgen einzuladen, die Wissenswertes präsentieren. Wer Interesse hat, der schreibt eine eMail an: ak-gruender@nextmg.org

Workshop Rapid Prototyping – schnelle Produktmodelle helfen Fehler zu vermeiden

Hugo Junkers, das Küchenwunder Thermomix von Vorwerk, Lego-Bausteine und Post-it von 3M in einer Veranstaltung? Der DigiHub Düsseldorf/Rheinland hat in der vergangenen Woche gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung Mönchengladbach gezeigt, dass sich diese Themen nicht ausschließen. Viel mehr ergänzen sie sich im Rahmen einer Innovations-, Transformations-, Rapid Prototyping Veranstaltung in spannender Art und Weise.

Im ehrwürdigen Schatten der JU-52 im Hugo Junkers Hangar am Mönchengladbacher Flughafen fanden sich rund 200 Unternehmer und Interessierte zusammen, um vormittags (Innovations-)Kultur aufzusaugen und sich nachmittags selber im Rapid Design und Rapid Prototyping zu probieren. Rapid Prototyping, was sich mit schneller Modellbau übersetzen lässt, ist der Überbegriff für verschiedene Verfahren zur schnellen Herstellung von Musterbauteilen und ersten Produktversionen. Das schnelle Erstellen von Prototypen soll dabei helfen, die Produkte früh im Entstehungsprozess auf Anwendbarkeit und Kundennutzen zu testen und so langwierige und teure Konstruktionsfehler zu vermieden.

Diese erste Veranstaltung des DiguHubs, der außerhalb Düsseldorfs stattfand, zeigte exemplarisch und zum Anfassen, welche neuen Möglichkeiten sich dem Mittelstand bieten, die eigenen Innovationsprozesse zu befruchten oder ganz neue Geschäftsmodelle zu entwickeln.

„Man muss nicht ins Silicon Valley reisen um Innovationen zu erleben – das geht auch in Mönchengladbach“, so Dr. Stefan Hilgers, Vorwerk, Vice President, International Product Management, Division Thermomix.

Ein Bericht über den Rapid Prototyping Event erschien auch in der Rheinsichen Post.

#meetupMG 09/17: Wie wollen wir ein Ökosystem für Gründer aufbauen und welche Rolle spielt westend.mg

Diesmal waren wir mit dem meetupMG nicht im Café Kontor, sondern als Gast beim SMS Businesspark City an der Blumenberger Straße. Das hatte einen speziellen Grund: Dort soll das Startup-Center WESTEND.MG entstehen. Mit einer Mischung unterschiedlichster Industriezweige im Businesspark, dem Know-how der SMS group und dem Support durch engagierte Partner bietet WESTEND.MG motivierten Gründungswilligen Unterstützung verschiedenster Art an. Dazu zählen Beratung, Coaching, fachliches Know-how, technisches Umfeld, Praxisbezug, Aufgabenfelder und letztendlich Kundenkontakte für ihre Geschäftsidee. Auf einer Fläche von 3.000 m² entstehen in einer ehemaligen Fabrikhalle für Startups designte Arbeitsplätze als Coworking-Space, eine interaktive Veranstaltungsfläche und moderne Räumlichkeiten für Labs.

Der Verein nextMG hat den SMS Businesspark City bei der Konzeption unterstützt und freut sich über die positive Entwicklung die das Projekt nimmt.

Warum ist so ein Projekt wie WESTEND.MG wichtig für Mönchengladbach und seine Startup-Szene? Mönchengladbach hat keine Großstadt-Szene mit Leuten, die interessiert sind und sich eh irgendwo und irgendwie treffen. Wir brauchen Mund-zu-Mund-Propaganda und einen Ort an dem sich die Szene kristallisieren kann, da geht man hin und trifft schon jemanden, der auch so tickt – eine Art Licht, das die Gründer-Motten anzieht… Zudem brauchen wir Räume für Unternehmensgründer und Start-ups und Kreative nah bei einander, damit sich die Projekte untereinander unterstützen können und sich mit Erfahrungen untereinander helfen. Darum ist bei aller Digitalisierung ein Ort wie WESTEND.MG für die Entwicklung der lokalen Szene so wichtig.
Das meetupMG findet immer am ersten Dienstag des Monats statt. Check auf facebook die Gruppe Startup Mönchengladbach oder die nextMG facebook Seite.

Ein Bericht zum meetupMG und dem Projekt westend.mg auch in der Rheinischen Post.

Digitale Transformation – die zweite Halbzeit der Digitalisierung: Ist MG bereit für die Zukunft?

Wir haben immer wieder das Problem, dass wir uns die Zukunft nicht vorstellen können. Als ich Mitte der 90er zu Hause mit einem Modem ins Internet gegangen bin, war das Internet was für Technikbegeisterte. Etwas für Studenten, die auf der Suche nach etwas waren, für Freaks, die mit Leuten auf der ganzen Welt in Kontakt sein wollten oder für Zocker, die Spiele spielen wollten – Freaks und Nerds, was hatte das mit mir zu tun? Hätte mir damals jemand gesagt, dass ich 20 Jahre später samstags abends via Internet einen Kinofilm unterbrechungsfrei ansehen kann, ich hätte ihn wohl als Spinner bezeichnet. Mitte der 90er hätte ich den Download für den Film montags starten müssen und die ganze Woche online sein müssen, dann hätte ich samstags den Film gucken können – und meine WG hätte die ganze Woche das Telefon nicht nutzen können – wäre ja von der Internetverbindung belegt gewesen! Damals totaler Quatsch. Heute Realität.

Die zweite Halbzeit im Internet: das Internet der Dinge

Das Internet und vor allem das mobile Internet, das mit der Einführung des iPhones von Apple 2007 erst wirklich startete, haben die Konsumentenwelt (b2c) innerhalb von 10 Jahren vollkommen verändert: Videotheken weg, CDs so gut wie verschwunden, Einkaufen hat sich durch den Onlinehandel radikal verändert, Navigation, Nachrichten lesen, mit Freunden in Kontakt bleiben – alles anders als noch vor 10 Jahren! Die Veränderung der Konsumentenwelt war die erste Halbzeit der Digitalisierung. Sie ist heute selbstverständlich geworden, aber sie war im Jahr 2000 noch unvorstellbar. Jetzt wird es wieder passieren: Diesmal ist es nicht das Internet, sondern Entwicklungen wie das Internet der Dinge, M2M (Maschine zu Maschine), künstliche Intelligenz und der kommende Mobilfunkstandard 5G, die für radikale Veränderungen sorgen werden. So radikal, dass wir es uns heute wieder nicht vorstellen können.

Diesmal wird es vor allem für die Industrie spannend. Die zweite Halbzeit der Vernetzung und der Digitalisierung, die uns jetzt bevorsteht, wird die Industrie verändern – das Modewort dazu ist Industrie 4.0. Industrie 4.0

Heute wird an Technologien gearbeitet, die es erlauben werden kostengünstig und mit geringem Energieverbrauch permanent Daten von jedem Ort der Welt über Mobilfunknetze 24 Stunden, 7 Tage die Woche zu senden. Sensoren und Vernetzung überall, 24 Stunden, 7 Tage die Woche wird die Welt der Industrie verändern.

Ein Blick in die Zukunft

Mal ein Blick in die Zukunft: Sensoren zur Datenerhebung werden Billigartikel; Technologie wie Low-Power-Wide-Area-Networks (Niedrig-Strom-Funknetze) werden dafür sorgen, dass Batterien trotz Funk Jahre halten werden. Alles wird Daten funken. Schon heute gibt es Tests mit dieser Technik, die bspw. auf Parkplätzen in der Innenstadt in den Asphalt eingelassen werden: Sie melden „frei oder besetzt“. Diese Daten kombiniert mit künstlicher Intelligenz werden dazu führen, dass ich in 10 Jahren an einem verkaufsoffenen Sonntag in mein Auto einsteigen werde und mein Ziel nennen werde: „Einkaufen, Mönchengladbach Innenstadt“. Das Navi in meinem Auto, das mit einer künstlichen-Intelligenz-Cloud verbunden sein wird, wird daraufhin sagen: „In der Innenstadt von Mönchengladbach sind im Moment keine Parkplätze frei, aber im Parkhaus x sind aktuell noch 10 Parkplätze frei. Soll ich dort einen Parkplatz reservieren?“ Anders Beispiel: Ich bin Unternehmer und produziere mit Maschinen. Der Hersteller der Maschinen hat die Maschinen mit Sensoren ausgestattet und erhebt permanent Daten über die Laufzeit, Druck, Abnutzung, Verbrauch, etc. – global von jedem Standort. Irgendwo auf der Welt steht die selbe Maschine und fällt irgendwann aus; keiner weiß warum. Eine Analyse der Daten – übrigens auch wieder mit Hilfe von künstlicher Intelligenz – ergibt ein bestimmtes Bild, das zum Ausfall geführt hat. Meine Maschine läuft aktuell einwandfrei, aber: Ich bekomme einen Anruf vom Hersteller mit dem ich einen Servicevertrag habe – mein Vertrag sichert mir 100 Prozent Einsatzverfügbarkeit zu, dafür zahle ich: „Wenn sie am Freitagabend die Produktion runterfahren, würden wir gerne ein Update einspielen, wir haben festgestellt, dass die Maschine mehr Schmierung braucht, sonst fällt sie in 100 Stunden aus“, wird der Hersteller sagen. „Predictive maintenance“ (vorausschauende Wartung) wird in 10 oder vielleicht 15 Jahren so normal sein, wie heute Filme aus dem Internet streamen. Predictive Maintenance: Ein Kernstück der Industrie 4.0.

Unser Beitrag als nextMG: Agenda Setting

Wird die Zukunft so? Kann niemand sagen. Aber die Digitalisierung der Dinge und Maschinen wird kommen – so viel ist sicher. Der Verein nextMG will diese Themen auf die Agenda der lokalen Wirtschaft setzen: Denn wenn die Unternehmen am Standort und die Institutionen der Stadt nicht heute anfangen sich damit zu beschäftigen, werden wir morgen als Standort einen Nachteil haben. Daten vernetzen und die Aufbereitung von Daten wird eine der wichtigsten Ressourcen der kommenden Dekade – das Erdöl des Internetzeitalters sind Daten. Wir brauchen als Wirtschaftstandort vor allem eins, um in dieser Zukunft zu bestehen: IT-Talente und Interesse an Digitalisierung. Mönchengladbach hat, Stand heute, nicht genug IT-Talent. Wer mit Unternehmern aus dem IT-Bereich spricht, der hört diese Klagen sehr deutlich. Mit der kommenden Entwicklung zur Industrie4.0 werden wir noch mehr IT-Kompetenz brauchen. Wir müssen jetzt handeln, wenn wir in dieser Zukunft als Wirtschaftsstandort attraktiv sein wollen. Der wichtigste Hebel dafür ist die Ausbildung im Bereich IT-Kompetenzen; wir brauchen mehr Menschen, die Code können – also programmieren. Diese Themen am Standort Mönchengladbach voranzubringen, ist Ziel des Vereins nextMG. Dabei wollen wir Partner der lokalen Industrie, der Stadt und den Institutionen sein.