Hey, Alter!
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White Paper weist den Weg in die digitale Schullandschaft

Im Frühjahr vom Schulausschuss dazu beauftragt, präsentierte nextMG in der vergangenen Sitzung dieses Gremiums seine Empfehlungen für die Gestaltung der digitalen Schullandschaft Mönchengladbach. Dabei blickte die Digitalisierungs- und Gründungsinitiative nicht nur auf Hard- und Software. Vielmehr forderte sie, diese beiden Faktoren mit den Themen Weiterbildung und Mindset zu verbinden, um das zu erreichen, was mit der Digitalisierung des Bildungswesens möglich ist: Das Erschließen von Potentialen und effizienterer Unterricht.

White Paper mit Status Quo der digitalen Schullandschaft in MG

Sechs Monate lang hatte nextMG mit über 30 Stakeholdern aus dem Mönchengladbacher Bildungswesen Interviews geführt, die Antworten abgeglichen, erneut hinterfragt, die Erkenntnisse zusammengetragen, um neue Aspekte erweitert und war so schließlich zu einem Gesamtbild und Empfehlungen zur Digitalisierung der Mönchengladbacher Schullandschaft gekommen – dem White Paper. Dieses stellte nextMG als erstes den befragten Schulformsprechern vor, bevor sie es am 15. September 2021 im Schulausschuss präsentierte. Verständlich, dass die technische Ausstattung der Schulen die grundlegende Voraussetzung ist, um überhaupt von einer digitalen Schulwelt reden zu können. „Die Evolution der schulischen Schiefertafel geht nun weiter in digitale Endgeräte““, bringt es Sebastian Leppert, Vorstandsvorsitzender von nextMG, auf den Punkt und fordert ein neues Denken: „Heute müssen Schulen nicht nur eine Tafel haben, sondern eine digitale Ausstattung, mit der Lehrerinnen und Lehrer die Möglichkeiten der Digitalisierung effizient nutzen können.“ Im Wesentlichen müsse das Schulgebäude dafür in allen Unterrichtsräumen eine qualitative WLAN-Versorgung bieten, die alle Schülerinnen und Schüler mit entsprechenden digitalen Geräten gleichzeitig nutzen können.

Planvoll handeln mit Weitsicht

Was simpel klingt, birgt eine Vielzahl von Tücken, die es bei der Fortschreibung des Medienentwicklungsplanes, dem Planungsinstrument der Stadt bei der technischen Ausstattung der Schulen, zu berücksichtigen gelte. Die Kapazität des Vitusnet müsse ebenso optimiert werden wie so simple Dinge wie die Zahl von Steckdosen in den Klassenräumen und die Auslastung der elektrischen Verkabelung in den Schulen. Aber auch die Ausstattung der Unterrichteten und der Lehrenden mit Laptops oder Tablets muss planvoll erfolgen. Schließlich könne Mönchengladbach nicht aus dem finanziellen Vollen schöpfen. Auch müsse man schon heute daran denken, dass jede Ausstattung in IT-typischem Turnus erneuert werden müsse. An einer BYOD-Strategie (bring your own device) führe kein Weg vorbei. Auch hier bräuchten die Akteure klare Vorgaben. Schließlich müsse jede Lösung auch einen Support bieten können, der einen reibungslosen Unterricht möglich mache.

Kaum verwunderlich empfiehlt nextMG also einen stadtweiten Standard an Infrastruktur, Hardware und Software, die allen Schülerinnen und Schülern im digitalen Zeitalter die gleichen Chancen auf Bildungsgerechtigkeit bietet und von der Stadt sowohl unter finanziellen wie auch personellen Aspekten leistbar sein müsste.

Damit ausgestattet könnte die Mönchengladbacher Schullandschaft jederzeit auf Distanzunterricht switchen und hätte einen Grundstock für alle weiteren Entwicklungen gelegt.

Passend zu diesem Standard bietet das Land NRW inzwischen auch Weiterbildung für Lehrerinnen und Lehrer. Letztlich aber sei, so nextMG, die Technik alleine nicht der alleinige Faktor, um die Digitalisierung der Schulen effizient zu nutzen.

Digitalisierung braucht auch immer das richtige (digitale) Mindset

„Das ‚Wozu‘ ist die wichtigste Frage bei der Digitalisierung“, verwies Susanne Feldges, stellvertretende Vorsitzende von nextMG und Leiterin des nextMG Projekts der Taskforce Digitale Schule MG, auf den Ursprung der digitalen Revolution. Diese Frage müsse auch bei der Digitalisierung der Bildung beantwortet werden. „Die digitale Transformation kann auch die Art und Weise des Unterrichts sehr zum Positiven beeinflussen, wenn wir die hohen Investments der nächsten Jahre zielführend nutzen.“ Dafür aber müsse man mit allen Beteiligten am digitalen Mindset arbeiten. Hierfür bedürfe es inspirierender Vorbilder und dem Erkennen des Nutzens für den Unterricht. „Wir haben in fast jeder befragten Schule von interessanten Ansätzen erfahren, von denen andere Schulen profitieren könnten.“

nextMG fordert deshalb den Aufbau einer digitalen Informations- und Austausch-Plattform, auf der der Status Quo und die künftigen Entwicklungen in den Schulen für alle Beteiligten sichtbar gemacht werden. Ebenso wichtig sei der Aufbau einer Community Gleichdenkender, die andere wiederum inspirieren würden, eigene Schritte zu gehen. Gestützt werden soll dies durch die thematische Digitalisierung der Mönchengladbacher Schulgespräche, die bereits seit 2003 Mönchengladbacher Lehrerinnen und Lehrern Impulse für ihren Unterricht geben. „Jetzt muss hier das Thema der digitalen Transformation des Bildungswesens Einzug halten und inspirierend wirken“, fordert Feldges. Best Practice Beispiele aus Deutschland und Europa könnten vorgestellt werden. Wichtig sei das Flankieren mit ebensolchen Ansätzen aus Mönchengladbach, die es durchaus schon gebe, beispielweise in Form einer kleinen Messe im Foyer der Schulgespräche. Folgen müssten dann passende Weiterbildungsangebote, durch die die Teilnehmer das Gehörte unmittelbar im Anschluss in ihrem eigenen Unterricht einbauen könnten.

Womit man aber wieder bei der Anfangsforderung sei. „Das funktioniert nur, wenn auch die Technik so reibungslos, qualitativ und selbstverständlich mitspielt, wie das Licht, das im Klassenraum angeschaltet werden kann“, verweist Leppert auf die zu schaffende Grundlage, die trotz aller bisherigen Bemühungen in noch keiner einzigen Mönchengladbacher Schule vollständig im Sinne des White Papers geschaffen sei. nextMG empfiehlt deshalb als erstes den Abgleich aller Forderungen mit der seitens der Stadt geplanten Fortschreibung des Medienentwicklungsplans. Mit der konzeptionellen Entwicklung der beschriebenen Plattform, der digitalen Orientierung der schon existierenden „Mönchengladbacher Schulgespräche“ sowie der Erweiterung der Weiterbildungsangebote des Mönchengladbacher Kompetenzteams könne die Implementierung der Standardlösung an ein bis drei Pilotschulen starten, sodass schon nächstes Jahr die schrittweise Umsetzung der Empfehlungen und die Förderung des digitalen Mindsets denkbar wäre.

An einem Schlusspunkt werde man bei diesem Thema aber nie ankommen, denn die beständige Weiterentwicklung des Digitalen müsse auch im Schulwesen gemeistert werden. Mit ihr auch die Finanzierung, die völlig andere Forderungen habe als beispielsweise eine Schultafel, die in der Regel ihr Leben lang störungsfrei genutzt werde. Auch im Management des Schulwesens müsse deshalb ein digitales Mindset Einzug finden.

Das Wichtigste dabei ist der jetzt nötige erste Schritt:
Das Aufgreifen der Ansätze aus dem White Paper von nextMG.

Das ausführliche White Paper (PDF) finden Sie unter diesem Link.


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