Mitglieder im Gespräch: Michael Bahrke (Die Eisdealer)

Die Eisdealer – die beliebteste Eismanufaktur der Stadt
Susan und Michael Bahrke haben eigentlich andere Jobs, aber in ihrer Freizeit sind sie „DIE EISDEALER“. Neben ihren Vollzeitjobs haben sie aus ihrer Leidenschaft für Eis und gutes Essen ein kleines Unternehmen gegründet, das besonderes Eis herstellt. Mal vegan, mal ungewöhnlich wie Sesam-Karamell, Milchreis – auch El Presidente genannt – oder Spekulatiuseis für den weihnachtlichen Nachtisch. Dazu gibt es selbstgebackene Waffelhörnchen, auch mal in schwarz mit Bio-Kokosnuss-Kohle gefärbt. Mit diesem Konzept wurden sie nach einem Jahr bereits die beliebteste Eisdiele der Stadt. Sie sind seit 2018 Mitglied bei nextMG.

nextMG: Wie ist eure Idee entstanden? Was treibt zwei Menschen, die Vollzeit arbeiten, dazu eine Eis-Manufaktur zu gründen?

Susan: Der Wunsch nach mehr Freizeit war es sicherlich nicht…

Michael: Aber mal im Ernst, die Eisdealer sind das komplette Gegenmodell zu unseren eigentlichen Jobs. Während ich im Büro Exceltabellen quäle und Powerpointfolien erstelle, kann ich im Eislabor meiner Leidenschaft frönen und unsere eigenen Eissorten kreieren. Ein Kindheitstraum!
Fast noch wichtiger ist für mich aber das unmittelbare Kundenfeedback. Einem Gast der Eisdealer einen Probierlöffel mit einer neuen Kreation zu reichen und dann seine Reaktion im Gesicht abzulesen, ist einfach unbezahlbar. Zum Glück sind diese Reaktionen meist sehr positiv und dass bei über 100 verschiedenen Sorten, die wir in den ersten beiden Jahren getestet haben.

nextMG: Was sind eure Erfolgsfaktoren gewesen – ihr wart im vergangenen Jahr in aller Munde?

Michael: Unser Erfolg beruht sicherlich auf unserer Leidenschaft für das was wir machen. Natürlich muss so ein Projekt auch betriebswirtschaftlich funktionieren, aber es steht nicht im Mittelpunkt. Das erlaubt es uns bei der Qualität keine Kompromisse eingehen zu müssen.
In unser Vanilleeis kommt eine mexikanische Gourmetvanille und sonst nix. Kein künstlich hergestelltes Aroma wie Vanillin, keine Farbstoffe und keine Konservierungsstoffe. Wir verwenden Milch die direkt vom Bauernhof kommt, nicht ultrahocherhitzt, nicht homogenisiert – ein echtes Naturprodukt. Dadurch sind unsere Rohstoffkosten erheblich teurer als bei anderen Eisdielen, aber das ist es uns wert, da man den Unterschied schmeckt.

Susan: Mit unserer Präsens beim Greta- und Claus-Markt, in der Kulturküche beim „eat & chill“, auf Kultur- und Musikfestivals arbeiten wir mit sehr vielen Menschen zusammen, die eine ähnliche Leidenschaft wie wir haben. Es ist toll ein Teil davon zu sein.

nextMG: Was hat euch das Gründen gebracht – welche Erfahrungen habt ihr gemacht, wie hat es euch verändert, vielleicht auch mit Blick auf eure „anderen Jobs“?

Michael: Die Selbstständigkeit bringt sehr viel Eigenverantwortung und Entscheidungen mit sich. Es gilt Ideen umzusetzen, mit Partnern zu kooperieren, sich und andere zu motivieren, aus Fehlern zu lernen und so ein Projekt mit innovativen Ideen immer weiter voranzubringen. In welchem Job kann man solche Erfahrungen nicht brauchen?

nextMG: Was würdet ihr jungen Gründern raten?

Susan: Glaubt an euch, glaubt an eure Idee, traut euch und setzt sie mit Leidenschaft um.

Michael: Testet eure Idee im Vorfeld der Gründung ausgiebig. Fragt Leute mit Erfahrung, die im Idealfall nicht aus eurem direkten Umfeld kommen. Stellt eure Idee zum Beispiel beim „meetupMG“ vor, diese Erfahrung und das Feedback bringen euch garantiert weiter.

nextMG: Gründen in Mönchengladbach, weil …

Susan & Michael: …die Stadt ist so herrlich unperfekt und gestaltbar! Daraus ergeben sich einfach viele Möglichkeiten und Projekte die man umsetzen kann. Und man ist nie allein. In Mönchengladbach finden sich sehr schnell Mitstreiter, wenn es darum geht Dinge auszuprobieren und die Stadt so ein Stückchen lebenswerter zu machen.

PM: Bundesweiter Spitzenplatz im Bereich Gründung kommt nicht von ungefähr

Mönchengladbach, 3. Dezember 2019

Seit drei Jahren existiert der Digitalisierungs- und Gründerverein nextMG, seit zwei Jahren hat die WFMG ihre Arbeit im Startup- und Gründerbereich intensiviert. Die Anstrengungen zahlen sich mittlerweile aus: Im aktuellen „Städtetest 2019“ von IW Consult, Wirtschaftswoche und ImmobilienScout24 belegt Mönchengladbach in der Kategorie „Gründergeist“ den ersten Platz – und das bundesweit. Konkret konnte die Vitusstadt im Jahr 2018 mit 75,9 Unternehmensgründungen pro 10.000 Einwohner punkten; mit bereits deutlichem Abstand folgen dahinter Frankfurt am Main (63,4) und Düsseldorf (56,4). Der Mittelwert unter 71 Großstädten beträgt 32,4 Gründungen. „Das ist nicht zuletzt Lohn auch der tollen Arbeit der Kollegen und von NextMG“, sagt WFMG-Geschäftsführer Dr. Ulrich Schückhaus. „Wir brauchen jetzt ein mutiges und gründungsorientiertes Konzept für das alte Polizeipräsidium, um diesen Schwung zu verstetigen“, fügt nextMG-Vorsitzender Mark Nierwetberg hinzu. Doch der Spitzenplatz im Städteranking ist beileibe nicht der einzige Erfolg, den es 2019 zu verzeichnen gab.

GRÜNDERWOCHE 2019

Vom 16. bis 24. November haben WFMG, nextMG und IHK Mittlerer Niederrhein gemeinsam mit 35 Partnern wie Stadtsparkasse, NEW Blauschmiede und CO21 die Gründerwoche 2019 ausgerichtet. 28 Veranstaltungen standen auf dem Programm – und die Bilanz fällt ausgenommen positiv aus:

  • Das Bundeswirtschaftsministerium registrierte die Mönchengladbacher Aktivitäten überaus wohlwollend; ein seitens des Ministeriums-Dienstleisters proaktiv angefragtes WFMG-Testimonial war während des Aktionszeitraums auf der Startseite der zentralen Plattform www.gruenderwoche.de sowie auf der Facebook-Seite des Ministeriums zu sehen. Die WFMG zählte zu einer Handvoll von insgesamt 1500 bundesweiten Partnern, die hierfür explizit ausgewählt wurden.
  • Die Intensität, mit der Mönchengladbach die Gründerwoche bespielt, bildet ein Alleinstellungsmerkmal; in Sachen Veranstaltungsdichte konnte diesmal keine der großen Gründermetropolen wie Düsseldorf, Köln oder das Ruhrgebiet mithalten.
  • Die Gründerwoche entwickelte überregionale Strahlkraft; Besucher kamen aus Städten wie Krefeld und Köln angereist sowie aus den Niederlanden. Erstmals waren außerdem Partner aus Krefeld, Viersen, Willich, Grefrath und Korschenbroich beteiligt. „Meine schönste Geschichte ist aber die von vier Studenten aus Venlo, die ,Gründen‘ googelten und so auf die Events in Gladbach aufmerksam wurden“, sagt Nierwetberg. „Das Gründercoaching am Auftakt-Samstag fanden sie so gut, dass sie die Woche über hierblieben, um an anderen Veranstaltungen teilnehmen zu können.“
  • Mit Social-Media-Marketing wurden knapp 105.000 Menschen aus den relevanten Zielgruppen erreicht. Auch erstmals genutzte Kanäle wie Pre-Stream-Kampagnen im Radio und die LED-Wand auf dem Alten Markt erzielten massive Reichweiten.
  • Inklusive des Henry-Maske-Abends wurden die Veranstaltungen von weit mehr als 1000 Teilnehmern frequentiert.
  • Zahlreiche Mönchengladbacher Startups standen selbst auf der Bühne und dienten somit als Best-Practice-Beispiele – etwa Meet Pablo, Masasana, EEDEN und Fil Mea.
  • Die Rückmeldungen aus der Zielgruppe waren ausnehmend positiv. „Und das ist schließlich das Wichtigste: dass die Angebote – vom kleinen Workshop bis zur großen Abendveranstaltung – bei den Gründungsinteressierten und Gründern gut ankommen und diese inhaltlich etwas mitnehmen können“, sagt WFMG-Projektmanager Jan Schnettler.
  • Mit den erstmals besetzten Themen Nachhaltigkeit/Sozialgründungen sowie der Einbindung der Kunst- und Kulturszene wurde der Nerv der Zeit getroffen. „Viele neue Kontakte, gute praktische Beispiele. Wir sind insgesamt sehr zufrieden“, sagt Christoph Schlee vom CO21 Coworking, das die Gründung eines Social Impact Labs vorantreibt.
  • Bei der Bewerbung und Vermarktung der Gründerwoche konnte sich die WFMG auf ein engagiertes Partnernetzwerk verlassen. „Dank gebührt allen, die auf den verschiedensten Kanälen unermüdlich dafür getrommelt haben“, sagt Schnettler.
  • Der Abschlussfilm der Gründerwoche ist auf dem städtischen Youtube-Kanal unter folgendem Link zu sehen: https://bit.ly/33rOIJy

STARTUP.STARTERKIT.MG

Auf Initiative von nextMG, WFMG und der Entwicklungsgesellschaft EWMG wurde im Herbst erstmals das „Startup.Starterkit.MG“ inklusive Gründer-WG sowie Mentoring und Coaching bundesweit ausgeschrieben und beworben. Der Hintergedanke: die ohnehin bereits quirlige örtliche Gründerszene um zusätzliche „High Potentials“ anzureichern. Die Wahl fiel auf das Startup „EEDEN“, das an einem innovativen textilen Recycling-Prozess arbeitet.

  • Das Produkt erzielte bundesweite redaktionelle Aufmerksamkeit; diese mündete etwa in ein Interview in der „Wirtschaftswoche Gründer“ sowie in einen größeren Beitrag des Branchenportals „Startup Valley“. Auch die Macher des Portals www.gruenderplattform.de – dahinter stehen das Bundeswirtschaftsministerium und die KfW – verfolgen das Konzept seitdem mit Interesse und planen zeitnah einen Besuch in Mönchengladbach, um es aus nächster Nähe kennenzulernen.
  • Auch überregionale Bewerbungen liefen ein. Das letztlich erfolgreiche Gründerduo stammt aus Hamburg und Mönchengladbach; auf den Plätzen landeten Mitbewerber aus Leverkusen sowie Gladbach und Würzburg.
  • WFMG und EWMG denken bereits über eine Ausweitung nach. „Mietkostenfreies Wohnen auf Zeit in aktuell ungenutzten städtischen Immobilien kommt bei den Startups gut an“, sagt Schückhaus. „Deswegen wollen wir, sofern wir entsprechende Räumlichkeiten zur Verfügung haben, das Angebot gerne ausweiten.“

GRÜNDERSTIPENDIUM

Mehr als 1100 Förderempfehlungen, knapp 200 Jurysitzungen, 100 Anlaufstellen von 38 Gründungsnetzwerken: Das sind die beeindruckenden Zahlen zum Gründerstipendium NRW. Darüber erhalten bis zu drei Gründer pro Team ein Jahr lang je 1.000 Euro monatlich. Über die Gründerregion Niederrhein (Startercenter / IHK Mittlerer Niederrhein) ist die WFMG mit einem Sitz in der Jury vertreten.

  • Nahezu alle Bewilligten im Gründernetzwerk haben Gladbach-Bezug. Sechs von bisher neun Gründerteams, für die die Jury eine Förderempfehlung an den Projektträger Jülich aussprach, stammen direkt aus Mönchengladbach. Zwei weitere haben in der Vitusstadt zwar nicht ihren Wohn-, wohl aber ihren Geschäftssitz. Folglich können sich nach den ersten fünf Jurysitzungen in 2019 bereits acht Mönchengladbacher Startups über eine Förderung ihres Lebensunterhalts freuen.
  • Gladbachs Startups sind innovativ. Der Innovationsgrad der Geschäftsidee ist das ausschlaggebende Kriterium für eine Förderung durch das Gründerstipendium. Die eingereichten Geschäftsmodelle sind vorwiegend digitaler Natur, aber nicht nur: So haben sich bisher beispielsweise auch ein Cateringunternehmen, ein neuartiges Ladenlokal sowie in der jüngsten Sitzung ein Lebensmittelproduzent, der in einem weiteren Schritt die Einrichtung einer Produktionsstätte im Nahbereich plant, durchsetzen können.
  • Gladbacher Gründer haben das Potenzial des Instruments erkannt. Obwohl die Gründerregion auch Ansprechpartner für Gründer aus Krefeld und dem Kreis Viersen ist, kommt der Großteil der Interessenten aus Gladbach. Insgesamt gab es bisher 19 Bewerbungen, 17 Einladungen – und besagte neun Bewilligungen, von denen alleine acht auf Gladbacher Innovationskraft zurückgehen.

STARTUP-IMAGEFILM

Im Frühjahr hatten nextMG mit dem Sponsor Stadtsparkasse junge Filmemacher dazu aufgerufen, ein Konzept für einen Imagefilm für die örtliche Startup-Szene einzureichen. Die Wahl fiel schließlich auf ein Duo: Nils Bongartz und Çağdaş Yüksel, der mit seinem Startup Cocktailfilms schon mehrfach prämiert wurde und jüngst zusätzlich den Kreativwirtschaftspreis der Bundesregierung erhielt. Der Film feierte im Mai Premiere, lief danach unter anderem in den Bussen der NEW und ist auf dem städtischen Youtube-Kanal unter https://bit.ly/2R1tUpM abrufbar.

STARTUP-STECKBRIEFE

Im Zuge des Relaunchs der WFMG-Website wurde eine neue Gründer-Rubrik eingeführt. Neben einer Übersicht über Förderungs- und Finanzierungsmöglichkeiten sowie Anlaufstellen enthält sie ein Glossar der Startup-Szene – und insbesondere eine prominente und wachsende Übersicht der ortsansässigen Startups im Steckbrief-Format. Unter www.wfmg.de/fuer-gruender/start-ups-in-mg/ erzählen bereits rund 20 Gründerteams, wie sie zu ihrer Geschäftsidee gelangten, was sie anderen Gründern raten und warum sie sich für Mönchengladbach als „Home Base“ entschieden haben.

VERANSTALTUNGEN

Auch 2019 hat nextMG wieder elf monatliche Meetups veranstaltet – zum Teil in ungewöhnlichen Locations wie dem Museum Abteiberg oder einem Gelenkbus der NEW. Der Jahresabschluss ist am 12. Dezember, 18.30 Uhr, im neuen CO21 am Alten Markt (www.meetup.com/de-DE/meetupMG/).
In Kombination mit der WFMG sowie in Kooperation mit wechselnden Partnern wie dem Digihub Düsseldorf/Rheinland oder dem Startplatz Düsseldorf haben außerdem mehrere Großveranstaltungen stattgefunden, zu einer Reihe von Megatrends wie Smart Textiles, Virtual/Augmented Reality, Digital Health und Food Tech. „Ziel dabei ist es immer, keine Show-Veranstaltungen ohne Nachhaltigkeit zu produzieren, sondern Events, die der Vernetzung von Startups untereinander und natürlich hin zum Mittelstand dienen“, sagt Rafael Lendzion, Teamleiter Digitalisierung bei der WFMG. Auch diese Anstrengungen zeitigen mittlerweile sichtbare Erfolge: Erste Kooperationsprojekte zwischen jungen Startups und etablierten Unternehmen laufen derzeit an.

MENTORING

Stärker nachgefragt als noch 2018 wird mittlerweile das Mentoring-Angebot von nextMG (https://nextmg.org/aktivitaeten/startups-foerdern/mentoring). Noch sind einige Plätze für Gründer oder Gründungsinteressierte frei, die in spezifischen Bereichen Support benötigen.

AUSBLICK

Im Januar stehen bei nextMG die ersten turnusmäßigen Vorstandsneuwahlen an. Zielsetzung auch bei möglichen Neubesetzungen wird es sein, den Vorstand auf mehr Schultern zu verteilen, stärkere Präsenz vor Ort zu gewährleisten sowie einen noch höheren Professionalisierungsgrad der Arbeit auch in den (neben Gründung) anderen beiden Säulen Digitale Transformation und IT-Bildung zu erreichen.
Ziele sind des Weiteren die noch stärkere Vernetzung und der weitere Ausbau der Gründerszene, die Anreicherung um weitere externe Startups sowie eine stärkere räumliche Konzentration der Gründungsangebote. Außerdem soll sichergestellt werden, dass die Positionierung Mönchengladbachs auf der bundesweiten Gründer-Landkarte 2019 keine Eintagsfliege bleibt.

Mit freundlichen Grüßen
WFMG – Wirtschaftsförderung Mönchengladbach GmbH / nextMG e.V.

Ansprechpartner

i.A. Jan Schnettler / WFMG Mark Nierwetberg
Telefon 02161 82379-885 Tel. 0160 9785-8282
E-Mail: schnettler@wfmg.de E-Mail: mnierwetberg@gmail.com

PM Gründerwoche Mönchengladbach #startupMG!

28 Veranstaltungen zwischen 16. und 24. November

Gründerwoche 2019 ist größer, nutzwertiger
und regionaler aufgestellt

Mönchengladbach, 6. November 2019              

Im Jahr 2019 hat sich in der Mönchengladbacher Gründerszene einiges getan: Ein Startup-Imagefilm wurde produziert, ein „Starter-Paket“ inklusive Gründer-WG geschnürt, das Gründerstipendium NRW unterstützt bereits mehrere Geschäftsmodellentwicklungen aus Stadt und Region, spannende Vorhaben gingen von der Ideenphase in die Umsetzung. Nicht zuletzt vor diesem Hintergrund dient die bundesweite Gründerwoche (18.-24. November, in Gladbach bereits ab 16. November) auch als Leistungsschau all dessen, was die hiesige Gründerszene ausmacht: Innovationskraft, Mut, aber auch ein starkes lokales wie regionales Netzwerk und viel gegenseitige Unterstützung.

So formuliert es Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners, erneut Schirmherr der Gründerwoche, in seinem Vorwort für den 20-seitigen Flyer mit allen 28 Einzel-Events. „Das sind noch einmal 50 Prozent mehr Veranstaltungen als im vergangenen Jahr“, sagt Dr. Ulrich Schückhaus, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Mönchengladbach (WFMG). „Die Gründerwoche ist in den letzten Jahren sukzessive gewachsen – parallel mit der örtlichen Gründerszene.“ Koordiniert durch die WFMG und die Digitalisierungs- und Gründerinitiative nextMG e.V. sowie im Verbund mit den Sponsoren IHK Mittlerer Niederrhein und Stadtsparkasse Mönchengladbach und starken 35 Partnern wie NEW Blauschmiede und CO21 Coworking werden diesmal knapp 30 Veranstaltungen angeboten, die unterschiedlicher kaum sein könnten: Mal erzählen Gründer, warum sie es trotz Festanstellung mit der Selbstständigkeit versuchen, mal geht es um Risikokapital, mal wird ein kompletter Gründungsprozess an einem Tag von vorne bis hinten durchgespielt. Mal geht es um Scheitern als Chance, mal steht ein nutzwertiges Thema wie Steuern oder die DSGVO im Fokus, mal ein spannender Speaker wie Boxlegende Henry Maske oder ein Repräsentant des estnischen Technologiekonzerns Nortal auf der Bühne.

Stark besetzte Themen sind in diesem Jahr unter anderem Nachhaltigkeit und Sozialgründungen, aber auch die Kunst- und Kulturszene wird mehr als bisher mit ins Boot genommen. Zwei Aspekte heben die diesjährige Gründerwoche speziell von den vorangegangenen ab: „Zum einen übernehmen mehr Gründer inhaltliche Verantwortung und bieten eigene Events an“, sagt OB Reiners. Zum anderen wird Mönchengladbach seiner Rolle als Oberzentrum stärker als bisher gerecht und nimmt Veranstaltungen beispielsweise auch von Partnern aus Krefeld, Willich und Viersen auf – ein erklärter Wunsch aus dem nextMG-Mitgliederkreis. Im regionalen Vergleich sucht die Mönchengladbacher Gründerwoche ohnehin ihresgleichen: Wie eine Übersicht auf www.gruenderwoche.de, dem zentralen Portal des Bundeswirtschaftsministeriums, verdeutlicht, können in Sachen Veranstaltungsdichte weder die starken Gründerstandorte in Düsseldorf, Köln oder im Ruhrgebiet mit dem Gladbacher Angebot ansatzweise mithalten. Die Teilnahme an nahezu allen Veranstaltungen ist kostenfrei – für den Auftritt von Henry Maske gibt es für Startups ein Freikontingent, das die städtische Marketinggesellschaft (MGMG) bereitstellt.

Los geht es am Samstag, 16. November, mit dem „Gründercoaching kompakt – 6×60 Minuten“ in der NEW-Blauschmiede, deren Startups am zweiten Samstag (23. November) ebenfalls den kompletten Tag bespielen. Neben den eher nutzwertigen Veranstaltungen unter der Woche tagsüber können sich auch die sechs Abendevents sehen lassen. Am Montag, 18. November, stellt sich das Startup „Meet Pablo“ vor, das gerade erfolgreich den Kunstmarkt digitalisiert und soeben einen siebenstelligen Betrag an Venture Capital eingeworben hat. Am Dienstag, 19. November, laden IHK, WFMG und Stadtsparkasse zu „Startup meets Business“, einem Speed-Dating für Gründer und Unternehmer. Am Mittwoch, 20. November, spricht Henry Maske auf Einladung des Initiativkreises Mönchengladbach, tags darauf folgt die Nortal-Veranstaltung „Die digitalste Gesellschaft der Welt“ des Bundesverbandes Mittelständische Wirtschaft (Kreisverband Mönchengladbach). Am Freitag, 22. November, gibt es eine Sonderausgabe des monatlichen Meetup-Formats von nextMG: Im renommierten Museum Abteiberg geht es um das innovative Social-Media-Marketing von Museums, Museumsverein, Stadtbibliothek und  Volkshochschule. Abschließend folgt am Samstag, 23. November, die fünfte Mönchengladbacher „Fuckup Night“, diesmal mit einem Startup-Special: Dabei berichten junge Gründer von ihren größten unternehmerischen Niederlagen.

Bei der Vermarktung der Gründerwoche geht die WFMG teilweise neue Wege. Neben den klassischen Kanälen Print, Radio und selbstverständlich auch Online/Social Media wird etwa erstmals eine LED-Wand am Alten Markt bespielt. Die MGMG stellt wieder Citylight-Posterplätze zur Verfügung. Für die Flyer- und Postermotive zeichnet erneut die Agentur Nuvista verantwortlich, die das Motiv der nach und nach aufsteigenden Rakete Jahr für Jahr ein wenig weiterentwickelt – 2019 ist beispielsweise bereits die aufgehende Sonne zu erkennen.

Die Gründerwoche Deutschland ist eine bundesweite Aktionswoche des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi), bei der es um die Förderung von Firmengründungen und Gründergeist geht. Sie ist Teil der internationalen Global Entrepreneurship Week, einer weltweiten Aktionswoche zur Förderung von innovativen Ideen und Unternehmertum, die zeitgleich in 170 Ländern stattfindet. Und das alles ist selbstredend keine Spielerei, sondern zahlt auf die Entwicklung der hiesigen Wirtschaft ein. „Neue Firmen und Geschäftsmodelle fördern den Wettbewerb, schaffen Arbeitsplätze und bereichern den Wirtschaftsstandort Mönchengladbach“, sagt Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners.

Das Programm mit allen Anmeldemöglichkeiten findet sich unter www.gruenderwoche-mg.de.

PM: Gründerwoche 2018 setzt auf thematische Vielfalt

7. November 2018

Gründerwoche 2018 setzt auf thematische Vielfalt

Mönchengladbach – Innovative und kreative Ideen umsetzen, mehr über die berufliche Selbständigkeit erfahren, ein Start-up gründen oder sogar ein Unternehmen übernehmen: Vom 12. bis 16. November 2018 bieten – koordiniert durch die Wirtschaftsförderung Mönchengladbach sowie die Digitalisierungs- und Gründerinitiative nextMG – wieder zahlreiche Aktionspartner jede Menge spannende Veranstaltungen wie Workshops, Seminare, Wettbewerbe, Vorträge und Mitmach-Aktionen an. Mit rund 20 einzelnen Events wartet der diesjährige Mönchengladbacher Beitrag zur Gründerwoche Deutschland auf, einer bundesweiten Aktionswoche des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi), bei der es um die Förderung von Gründergeist und Unternehmensgründungen geht.

Auch in diesem Jahr wollen wir mit der Gründerwoche zum Schritt in die Selbstständigkeit ermutigen. Dass das nicht ausschließlich in Form von Start-ups geschehen muss, zeigt das umfangreiche Programm, das auch Veranstaltungen zur Unternehmensnachfolge und zur Existenzsicherung im Einzelhandel beinhaltet“, sagt Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners, der erneut die Schirmherrschaft übernommen hat. „Besonders freut mich, dass auch Themen wie Elektromobilität und Digitalisierung berücksichtigt werden – und dass jeder der fünf Gründerwochen-Tage mit einer abendlichen Veranstaltung ausklingt.

Los geht es am Montag, 12. November, 18 Uhr, mit dem Halbfinale des Rheinland-Pitchs, ausgerichtet vom Startplatz Düsseldorf und der WFMG“, sagt Dr. Ulrich Schückhaus, Geschäftsführer der WFMG. Der mittlerweile größte Startup-Pitch-Wettbewerb Deutschlands gibt sich in der Textilakademie die Ehre. Ehrengast und Speaker ist ein Ex-Borusse und Mönchengladbacher, die sich längst auch in der Startup-Branche einen sehr guten Namen gemacht hat: der frühere Nationalspieler Marcell Jansen. Am Dienstag, 20 Uhr, folgt die zweite Mönchengladbacher Fuckup-Night im Westend MG (SMS Businesspark), bei der Gründer und Macher in lockerer Atmosphäre von ihren größten beruflichen Niederlagen berichten.

Am Mittwoch ab 18 Uhr steigt an selber Stelle die „MaschBau Innovation Night“ von Digihub Düsseldorf/Rheinland und WFMG, bei der Startups, Unternehmen und Wissenschaftler ihre digitalen Innovationen für den Maschinenbau vorstellen. Am Donnerstag, 18 Uhr, geht es bei der Veranstaltung „Money makes the world go round“ des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft um moderne Finanzierungsformen – mit von der Partie ist Wendelin Abresch, Mitbegründer von 1&1. Am Freitag schließlich (18.30 Uhr, Westend MG) präsentieren die Unternehmer Frank Kindervatter (NEW), Hans Peter Schlegelmilch (imat-uve) und Helmut Gather (Gather Mönchengladbach) bei einem „Reverse Pitch“ ihre aktuellen

Geschäftsmodelle vor der Startup-Community und hoffen, Impulse für die Zukunft abzugreifen – während ansonsten Gründer vor Investoren und Unternehmern bestehen müssen. Der Abend geht über in eine Abschlussparty der Gründerwoche.

An allen fünf Tagen gibt es darüber hinaus auch tagsüber spannende Veranstaltungen, bei der neben WFMG und nextMG als weitere Hauptsponsoren die IHK Mittlerer Niederrhein und die Stadtsparkasse Mönchengladbach mit im Boot sind sowie zahlreiche weitere Partner von der Kreishandwerkerschaft über die Arbeitsagentur und den Handelsverband NRW-Rheinland bis hin zur Hochschule Niederrhein u.v.m. Auch überregionale Startups und Jungunternehmen wie Silexica (Köln, Software für autonomes Fahren) und Wallbe (Ostwestfalen, E-Mobilitätslösungen) sind in das Programm integriert. Mit einer einzigen Ausnahme – der MaschBau Innovation Night – sind alle Veranstaltungen überdies kostenfrei. Das Programm mit allen Anmeldemöglichkeiten findet sich unter www.gruenderwoche-mg.de.

Pressekontakt

i.A. Jan Schnettler
Telefon 02161 82379-885
Mobil 0162 293-2721
E-Mail: schnettler@wfmg.de

Die Mechanik der Start-up-Szene: Was wir von Leipzig und München lernen können!

Auch wenn das eigene Unternehmen einmal von der so genannten Old Economy und der Börse als „new business“ bezeichnet wurde, liegt dies nun über 20 Jahre zurück und auch wenn mir diese Zeit wie im Flug vorkam, gehört man inzwischen zu den etablierten Häusern in seinem Wirtschaftsbereich.

Aber auch, wenn man viel erlebt hat, die Herausforderung einer neues Start-Up Business anzugehen sind groß und spannend. Da die Prinzipien, die im heutigen StartUp-Sektor zählen, wieder ganz andere sind, ist die Herausforderung nicht nur die Unternehmensidee als solche, sondern auch wie man in einer hochkommunikativen, hochvernetzten Sharing-Gemeinschaft sein Geschäft aufbaut und dieses im besten Fall dann mit der „old community“ wieder vernetzt.

Zudem haben wir uns mit unserem neuen Start-Up einen Bereich ausgesucht, der zwischen FinTech (technik-basierte Innovationen im Finanzsektor) und eCommerce liegt – in dieser Branche tut sich vieles und die großen Banken-Player sind omnipräsent.

Im Accelerator: Die Mechanik der Start-up-Szene

2017 haben wir unsere Heimatstadt Mönchenglabdach verlassen, um an zwei Accelerator-Programmen teilzunehmen. Accelerator sind Programme, die in kurzer Zeit einem Start-Up helfen, ein Geschäftsmodel zu entwickeln. Dies hat uns extrem viel im Hinblick auf die Mechaniken der Start-up-Szene wie auch dem Sharing-Gedanken im Allgemeinen gebracht – auch wenn bei uns „alte“ Hasen an Bord sind.

Im 2. und 3. Quartal wurden wir zum Handelshochschule Leipzig SpinLab Accelerator in Leipzig eingeladen und haben unsere Zelte in dieser wunderbaren und schnell wachsenden Stadt und Region aufgeschlagen. Die aktive Unterstützung der Universität und der Stadt Leipzig waren jederzeit über gute Mentoren, ein enges Netzwerk und eine nahezu rund-um-die-Uhr Betreuung spürbar. Ein gutes halbes Jahr war unser Quartier die alte Baumwollspinnerei in Leipzig, wo wir unser hochinnovatives Unternehmen im alten Industriecharme mit viel Know-how Transfer und Netzwerk weiter reifen lassen konnten.

Es war extrem spannend, dass „unfertige“ Unternehmen in einer alten Industriebrache wachsen zu sehen – wir waren als Gruppe umgeben von einem unglaublich guten Gründer-Spirit, wie wir es bei unserer ersten eigenen Gründung nicht erlebt haben. Die „Klasse 5“ im SpinLab hatte acht weitere Start-Ups aufgenommen und alle hatten andere Geschäftsfelder – alle spannend und alle hatten ähnliche Probleme, Sorgen und Motivationen. Wir haben uns miteinander gefreut, gefiebert und wir haben auch miteinander gelitten – ein großartiger Spirit in der Gruppe!

In vielen Sessions wurden uns hochwertige Trainer und Mentoren zugeführt, die praxisnah und mit relevantem Wissen für den Aufbau eines Start-Ups, Finanzierung, rechtliches oder natürlich Kontakte in die bestehende Wirtschaftsstruktur sorgten. Wir sind eingetaucht in die Stadt Leipzig und konnten vieles als „Insider“ erleben.

Nach der spannenden Zeit in Leipzig wurden wir von MediaMarkt/Saturn zum Retail TechHub nach München eingeladen, der dort von Plug’n Play, dem größten Start-Up-Accelerator-Unternehmen der Welt, geführt wird.

Mentoren und der Austausch untereinander helfen

Es ging in München um die besten Ideen, um dem Retail neue Inspirationen, Piloten und Integrationsmöglichkeiten zu liefern und mit ihm zusammen zu arbeiten. Es ging somit im letzten Quartal 2017 und ersten Quartal 2018 im Gegensatz zu Leipzig um eine sehr konkrete Unterstützung zur Anbindung an einen Konzern.

Dazu wurden uns sehr internationale und erfahren Mentoren und Trainer aus dem weltweilten Plug’n Play Netzwerk angeboten und wir haben die 4,5 Monate in München eine sehr gute Übersicht darüber bekommen, wie man als Start-Up ein Unternehmen aufbauen, den Spirit halten und als Gründer gut bestehen kann – auch mit oder sogar in einem Konzernumfeld.

Auch in München hatten wir in unserem Batch (Klassen wurden hier zu Batches) ein buntes Starterfeld von sechs weiteren Unternehmen – auch hier war wie in Leipzig der Zusammenhalt in der Klasse herausragend. Wir haben uns gegenseitig unterstützt – bis hin zur Weitergabe von Investorenlisten.

Nachdem ich auch noch die Chance hatte, im September 2017 an der IHK/nextMG Start-Up-Reise nach Israel teilnehmen zu können und dort mit vielen interessanten Investoren und Start-Ups der dortigen Szene kennenlernen durfte – ebenso wie weitere wissbegierige Start-Ups aus Deutschland, die ebenfalls in der Delegation waren bin ich nun wieder in Mönchengladbach.

In meiner Heimatstadt will ich als Vorstand von nextMG mitwirken diese ganzen Eindrücke, möglichen Wege und Methoden auch eine Heimat zu geben.

Was kann man davon lernen? Teilen, Austauschen, Treffen …

Was allen diesen Reisezielen in Leipzig, Tel Aviv und München gemeinsam hatten:

  • Eine starke Community – die Start-Up Szene lebt von unglaublich intensivem Austausch.
  • Man versteht innerhalb dieser Community nicht den beruflichen Austausch darin, dass man von 8-20 Uhr in einem Bürogebäude „hockt“ und ggf. an vielen sehr kreativen Meetings teilnimmt – man teilt sein Leben. Vom Frühstück bis zum Club-Besuch – aber eben ungezwungen. Mal ist man dabei, mal nicht – man hat ein permanentes hop-on, hop-off um sich auszutauschen, um sich gegenseitig weiter zu bringen – es ist ungezwungen und gleichzeitig hochgradig inspirierend.
  • Die „Klassenkameraden“ liefern immer eine neue Idee und Inspiration auf die man selbst nicht kommt und auf der anderen Seite liefert man selbst durch eine kleine Bemerkung dem Anderen den möglichen Durchbruch bei seinem Problem.

Aber wie machen wir das in MG Action-Town? Wie übertrage ich den gemeinsamen Nenner?

  • Wir müssen natürlich die Nähe zur Hochschule nutzen, wir sollten StartUps innerhalb der Themen der Hochschule ansiedeln (natürlich sind weitere Ideen immer willkommen). Wir sollten zunächst einen, vielleicht später einen zweiten „Ballungspunkt“ für Start-Ups bilden, wo man im permanenten Austausch ist.
  • Im besten Fall leben die Start-Ups auf Zeit auch direkt in der Umgebung, um auch in diesem permanenten Austausch kontinuierlich zu bleiben.
  • Diese Gründer-Keimzellen – vielleicht in Ergänzung mit einem Accelerator- Programm – müssen wir in MG schaffen.

Es gibt viele Beispiele in Deutschland und in der ganzen Welt, warum nicht auf in Mönchengladbach?

Warum nicht an solchen Orten wie dem WESTEND.MG oder dem (alten) Polizeipräsidium? Ein weiterer wesentlicher Baustein zum Erfolg solcher Projekte ist, dass diese Dinge vor Ort gewollt sind:

Es müssen Stadtverwaltung, Wirtschaftsförderer, lokaler Mittelstand, Fördervereine, Investoren und Hochschule an einem Strang ziehen – denn bei der Nutzung von Accelerator-Programmen ist für jeden Förderer und seine Ziele etwas dabei!

Für mich habe ich aus dem letzten sehr intensiven Dreivierteljahr mitgenommen:

Wenn jemand eine Reise tut, wird er immer etwas lernen … und dies mit nach Hause mitbringen und weitergeben. Wir sehen uns in Mönchengladbach!

 

Dein Feedback zur Gründerwoche 2017

Gestern vor einer Woche ist die Gründerwoche 2017 #startupMG gestartet und schon ist leider wieder alles vorbei. Um so wichtiger jetzt eure frischen Eindrücke, Ideen, aber auch Kritik zu erfassen und es nächstes Mal noch besser zu machen!

Wir würden uns freuen, wenn ihr auf der Feedback Seite uns drei Fragen zur Gründerwoche beantwortet oder uns auch einfach eine E-Mail mit eurer Meinung zusendet.

 

Gründercoaching start-upMG: Wie macht man aus einer Idee ein Geschäftsmodell – und wie geht es dann weiter?

Als Teil der Gründerwoche start-upMG fand am Dienstag zum erstmal das Gründercoaching kompakt statt, das nextMG zusammen mit der Hochschule Niederrhein, steuerwerk consulting GmbH und der NEW Blauschmiede organisiert hatte. Ziel dieser Veranstaltung war es, dass Gründerinnen und Gründer an einem Tag einen Überblick über die wichtigsten Aspekte zum Thema Gründung bekommen können.

Auftakt war die Frage, wie macht man aus einer Idee ein funktionierendes Geschäftsmodell? „Für Gründerinnen und Gründer ist es entscheidend, dass sie sich nicht nur mit Leidenschaft ihre Idee verfolgen, sondern sich auch Gedanken machen, wie die Idee am Ende wirtschaftlich umsetzbar ist“, erklärte der Referent Mark Nierwetberg, Vorstand von nextMG e.V. Anhand des Business Model Canvas führte er die Teilnehmerinnen und Teilnehmer durch die Bausteine zum Aufbau eines Geschäftsmodells. Einer seiner wichtigsten Punkte: „Geschäftsideen werden nicht am Schreibtisch, in der Kneipe oder im Freundeskreis zu Geschäftsmodellen, sondern durch Kundenkontakt! Geht raus, probiert eure Idee aus und testet sie mit echten Kunden – nicht mit Freunden“.

Coach und Gründerin des Female Innovation Hub, Zerrin Börcek, zeigte den Teilnehmerinnen und Teilnehmern auf, was es heißt ein gutes Team zu haben und zu sein. Geduld und Vertrauen sind Grundpfeiler einer guten Zusammenarbeit und schließlich eminent wichtig für das erfolgreiche Gelingen und Umsetzen der eigenen Geschäftsidee.

Stefan Sibum von der Stadtsparkasse Mönchengladbach erklärte, welche Voraussetzungen ein Start-up aus Sicht von Banken für eine erfolgreiche Finanzierung erfüllen muss. Dazu gehört in erster Linie ein guter Businessplan, sowie die Persönlichkeit der Gründer. Wichtig ist der erste Eindruck, sowie das Wissen und Verstehen des eigenen Businessplans. Gründerinnen und Gründer müssen auch verstehen, dass, ihr Geschäftsplan auch dem Gegenüber, der nicht so tief in der Materie ist, verständlich sein muss.

Für neue Unternehmen immer ein Thema: Wie erreiche ich meine Kunden – gerade im Zeitalter der digitalen Medien? Patrick Faaßen von der Mönchengladbacher Social-Media Agentur Rubivision führte ins Thema Online-Marketing ein. Dabei ging er gezielt auf die Fragestellungen des Publikums ein und führte sie durch seine zehn Thesen zum Thema Online-Marketing. Faaßen betonte die Wichtigkeit von Marketing, insbesondere die Planung, Struktur und Abstimmung der Einzelmaßnahmen auf die Unternehmensziele. „Die Online-Welt muss auf die reale Welt angepasst werden. Versprecht Nichts was ihr im realen Leben nicht halten könnt und nehmt das Thema nicht auf die leichte Schulter“, mahnte der Coach. Zeitgleich zeigte er wirksame Werkzeuge für den richtigen Start auf.

Über rechtliche Rahmenbedingungen informierte Dr. Christian Hof von Gilliand & Collegen. Dabei referierte er über die möglichen Gesellschaftsformen und führte juristische Vor- und Nachteile auf. Die Theorie belegte er anhand anonymisierter Fälle aus der Praxis und beantwortete allgemeine Fragen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. „Denkt bei der Gründung bereits an das Ende des Unternehmens, zum Zeitpunkt der Gründung versteht ihr euch gut, trotzdem muss Streitpotenzial geregelt werden“.

Und über Fallstricke aus steuerlicher Sicht klärten Karsten Sievers und Christian Weiss vom steuerwerk auf. Dabei führten die beiden die Gründerinnen und Gründer durch die Grundzüge des Steuerrechts und gingen gezielt auf die bedeutsamen Steuerarten für Gründer ein. „Das Steuerrecht ist komplex, wir wollen aber, dass ihr die Grundlagen versteht und wisst, wann ihr uns oder einen Kollegen einschaltet solltet“, war die Kernaussage des Vortrags. „Innerhalb von 60 Minuten können wir euch nicht das gesamte Steuerrecht vermittelt, als Gründer und Unternehmer solltet ihr aber mögliche Risiken kennen“. Im Anschluss des Vortrags wurden allgemeine steuer- und betriebswirtschaftliche Fragen erörtert. Christian Weiss zeigte zudem die Möglichkeiten von Fördermittel und Gründerzuschüssen auf.

nextMG bedankt sich bei allen Referentinnen und Referenten, die ehrenamtlich und kostenlos ihre Expertise zur Verfügung gestellt haben.

 

Auftakt Gründerwoche in MG – trivago-Gründer Schrömgens: Gründer müssen offen sein und dazu lernen!

Guter Auftakt der Gründerwoche in Mönchengladbach: Rund 200 Interessierte kamen am Montagabend im Theater im Gründungshaus (TIG) in Eicken zusammen, um zu hören, was Rolf Schrömgens, Gründer und heutiger CEO von trivago, zu den Themen Gründerkultur und Digitalisierung zu sagen hatte. Bevor Schrömgens, der aus Mönchengladbach kommt und sein Unternehmen in Düsseldorf in einer Garage gegründet hat, die Bühne im TIG betrat, machte Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners noch ein Geständnis: Der OB hatte Mitte der 80er Jahre als Journalist auch mal überlegt, sich selbständig zu machen. „Damals fehlte mir der Mut!“ Für Reiners war die Entscheidung nicht zu gründen aber letztendlich die richtige Entscheidung: „Immerhin bin ich jetzt OB“. Aber er sieht heute bessere Rahmenbedingungen für Gründer in der Stadt: „Heute würde ich jedem sagen: traut euch!“

Es braucht Mut und Offenheit eine Idee weiterzuentwickeln

Schrömgens schloss sich da an. Er berichtete, dass er seine Idee für das Unternehmen hatte als es ihm eigentlich „gar nicht so gut ging“: „Ich hatte kein Geld, hatte gerade bei meinen Eltern aufgehört zu arbeiten, da kam mir die Idee“. Da brauchte es Mut und vor allem Offenheit, die Idee auch zu verändern. „Meine erste Idee war nicht wirklich gut, aber wir haben losgelegt und die Idee immer weiterentwickelt, so sind wir dann in einem evolutionären Prozess zu dem gekommen, was wir heute sind“. Aus Schrömgens Erfahrung ist es eh selten, dass man mit der Idee, die man am Anfang hatte auch erfolgreich wird. „Man muss als Gründer offen sein und muss sein Ego zurücknehmen und die Idee an den Markt anpassen“. Intuition beim Entwickeln von Geschäftsmodellen sei „eh nur was für Genies“, Schrömgens rät dazu eher auf Daten und Analyse zu setzen: „Gucken was funktioniert und immer dazu lernen“, ist sein Rat an Gründerinnen und Gründer. Zudem sei Fokussierung wichtig für den Geschäftserfolg.

Digitalisierung: bei den Menschen und der Unternehmenskultur anfangen

Bei Thema Digitalisierung hat Schrömgens einen klaren Appell an alle Unternehmer: die Digitalisierung wird disruptive Entwicklungen bringen. Aber Schrömgens warnt davor einfach loszulegen: „Digitalisierung bedeutet Veränderung – vor allem für die Menschen im Unternehmen und die Unternehmenskultur. Man muss mit den Menschen anfangen und dann die Geschäftsprozesse nachziehen“, so seine Einschätzung.

Warum hat der Mönchengladbacher Schrömgens sein Unternehmen nicht in Mönchengladbach geründet? „Ich wohnte damals in Düsseldorf und ein Freund hatte eine Garage, in der wir angefangen haben. Damals gab es in Mönchengladbach keine schnell an- und abmietbare Co-Working-Büros, dann wären wir vielleicht nach Mönchengladbach gekommen“, berichtete Schrömgens. Das hat sich auch dank der Arbeit von nextMG geändert: Mit WESTEND.MG entwickelt sich gerade in der Stadt ein Projekt, das viel Raum für solche Bedarfe schaffen wird. Zudem haben sich bereits Projekte wie CO21 und NEOSTARTER in der Stadt etabliert.

Mehr zum Programm der Gründerwoche in Mönchengladbach start-upMG hier.