nextMG-Arbeitsgruppen nehmen die Arbeit auf

Erstmals im Jahr 2018 haben sich jetzt die nextMG-Arbeitsgruppen zu den Themenfeldern „Gründung“ und „Transformation“ bei der Wirtschaftsförderung getroffen – und anstatt lange herumzudoktern, wurde sofort mit der Arbeit begonnen. Das Gründer-Team um Stefan Sturm (nextMG) und Jan Schnettler (WFMG) plante konkret das Programm rund um den „Get up start up„-Tag an der Hochschule Niederrhein am 12. Juni. Während das grobe Gerüst mit den wesentlichen Elementen bereits im Vorfeld festgezurrt worden war, waren noch zahlreiche programmatische Details zu klären. Die Gruppe erarbeitete in anderthalb Stunden neben dem Zeitplan des Tages die weiteren Formate, die angeboten werden sollen, sowie mögliche Partner und Personen, die man dafür ins Boot holen kann. Außerdem wurden Hausaufgaben verteilt, die bis zur nächsten Sitzung am 9. Mai von den Teilnehmern gemacht werden sollen. Das nächste reguläre Treffen der Arbeitsgruppe – angedacht ist ein Termin pro Quartal – soll noch deutlich vor den Sommerferien stattfinden. Inhaltlich soll dann bereits die Gründerwoche im November im Fokus stehen. Für diesen Termin werden dann wieder alle Vereinsmitglieder eingeladen.

Die Arbeitsgruppe „Transformation“ um Jan-Lukas Krichel (nextMG) und Michael Bahrke (WFMG), für die es anders als für die „Gründungs“-Gruppe kein Fundament aus dem Vorjahr gab, ging nach einem ersten Kennenlernen ebenfalls bereits in die Vollen. Inhaltlicher Fokus: Um die digitale Transformation des Mittelstandes in Mönchengladbach voranzutreiben, soll es demnächst neben dem #meetup für Gründer und Gründungsinteressierte eine vergleichbare Veranstaltung für den Mittelstand geben. Zur Erarbeitung eines passgenauen Angebots wird in der Runde auf Methoden zurückgegriffen, die stark kundenorientiert sind und sich an agilen Trendsetter im Unternehmensumfeld orientieren. Nach dem ersten Treffen sind die Teilnehmer daher mit der „Hausaufgabe“ nach Hause gegangen, zu evaluieren, welche Inhalte und Formate für mittelständische Unternehmer spannend sind. So wie bei der AG Gründung, gewährt ein echter Mehrwert für die Zielgruppe den Erfolg der kommenden Formate. Das nächste Treffen der AG findet bereits am 26. April um 18 Uhr in den Räumlichkeiten der WFMG in der Neuhofstraße statt. Und auch zu diesem Treffen sind wieder alle Vereinsmitglieder eingeladen.

Die dritte geplante Arbeitsgruppe – mit dem Fokus „IT-Bildung“ – hat sich noch nicht konstituiert. Hierzu wird beizeiten gesondert eingeladen.

 

Die Mechanik der Start-up-Szene: Was wir von Leipzig und München lernen können!

Auch wenn das eigene Unternehmen einmal von der so genannten Old Economy und der Börse als „new business“ bezeichnet wurde, liegt dies nun über 20 Jahre zurück und auch wenn mir diese Zeit wie im Flug vorkam, gehört man inzwischen zu den etablierten Häusern in seinem Wirtschaftsbereich.

Aber auch, wenn man viel erlebt hat, die Herausforderung einer neues Start-Up Business anzugehen sind groß und spannend. Da die Prinzipien, die im heutigen StartUp-Sektor zählen, wieder ganz andere sind, ist die Herausforderung nicht nur die Unternehmensidee als solche, sondern auch wie man in einer hochkommunikativen, hochvernetzten Sharing-Gemeinschaft sein Geschäft aufbaut und dieses im besten Fall dann mit der „old community“ wieder vernetzt.

Zudem haben wir uns mit unserem neuen Start-Up einen Bereich ausgesucht, der zwischen FinTech (technik-basierte Innovationen im Finanzsektor) und eCommerce liegt – in dieser Branche tut sich vieles und die großen Banken-Player sind omnipräsent.

Im Accelerator: Die Mechanik der Start-up-Szene

2017 haben wir unsere Heimatstadt Mönchenglabdach verlassen, um an zwei Accelerator-Programmen teilzunehmen. Accelerator sind Programme, die in kurzer Zeit einem Start-Up helfen, ein Geschäftsmodel zu entwickeln. Dies hat uns extrem viel im Hinblick auf die Mechaniken der Start-up-Szene wie auch dem Sharing-Gedanken im Allgemeinen gebracht – auch wenn bei uns „alte“ Hasen an Bord sind.

Im 2. und 3. Quartal wurden wir zum Handelshochschule Leipzig SpinLab Accelerator in Leipzig eingeladen und haben unsere Zelte in dieser wunderbaren und schnell wachsenden Stadt und Region aufgeschlagen. Die aktive Unterstützung der Universität und der Stadt Leipzig waren jederzeit über gute Mentoren, ein enges Netzwerk und eine nahezu rund-um-die-Uhr Betreuung spürbar. Ein gutes halbes Jahr war unser Quartier die alte Baumwollspinnerei in Leipzig, wo wir unser hochinnovatives Unternehmen im alten Industriecharme mit viel Know-how Transfer und Netzwerk weiter reifen lassen konnten.

Es war extrem spannend, dass „unfertige“ Unternehmen in einer alten Industriebrache wachsen zu sehen – wir waren als Gruppe umgeben von einem unglaublich guten Gründer-Spirit, wie wir es bei unserer ersten eigenen Gründung nicht erlebt haben. Die „Klasse 5“ im SpinLab hatte acht weitere Start-Ups aufgenommen und alle hatten andere Geschäftsfelder – alle spannend und alle hatten ähnliche Probleme, Sorgen und Motivationen. Wir haben uns miteinander gefreut, gefiebert und wir haben auch miteinander gelitten – ein großartiger Spirit in der Gruppe!

In vielen Sessions wurden uns hochwertige Trainer und Mentoren zugeführt, die praxisnah und mit relevantem Wissen für den Aufbau eines Start-Ups, Finanzierung, rechtliches oder natürlich Kontakte in die bestehende Wirtschaftsstruktur sorgten. Wir sind eingetaucht in die Stadt Leipzig und konnten vieles als „Insider“ erleben.

Nach der spannenden Zeit in Leipzig wurden wir von MediaMarkt/Saturn zum Retail TechHub nach München eingeladen, der dort von Plug’n Play, dem größten Start-Up-Accelerator-Unternehmen der Welt, geführt wird.

Mentoren und der Austausch untereinander helfen

Es ging in München um die besten Ideen, um dem Retail neue Inspirationen, Piloten und Integrationsmöglichkeiten zu liefern und mit ihm zusammen zu arbeiten. Es ging somit im letzten Quartal 2017 und ersten Quartal 2018 im Gegensatz zu Leipzig um eine sehr konkrete Unterstützung zur Anbindung an einen Konzern.

Dazu wurden uns sehr internationale und erfahren Mentoren und Trainer aus dem weltweilten Plug’n Play Netzwerk angeboten und wir haben die 4,5 Monate in München eine sehr gute Übersicht darüber bekommen, wie man als Start-Up ein Unternehmen aufbauen, den Spirit halten und als Gründer gut bestehen kann – auch mit oder sogar in einem Konzernumfeld.

Auch in München hatten wir in unserem Batch (Klassen wurden hier zu Batches) ein buntes Starterfeld von sechs weiteren Unternehmen – auch hier war wie in Leipzig der Zusammenhalt in der Klasse herausragend. Wir haben uns gegenseitig unterstützt – bis hin zur Weitergabe von Investorenlisten.

Nachdem ich auch noch die Chance hatte, im September 2017 an der IHK/nextMG Start-Up-Reise nach Israel teilnehmen zu können und dort mit vielen interessanten Investoren und Start-Ups der dortigen Szene kennenlernen durfte – ebenso wie weitere wissbegierige Start-Ups aus Deutschland, die ebenfalls in der Delegation waren bin ich nun wieder in Mönchengladbach.

In meiner Heimatstadt will ich als Vorstand von nextMG mitwirken diese ganzen Eindrücke, möglichen Wege und Methoden auch eine Heimat zu geben.

Was kann man davon lernen? Teilen, Austauschen, Treffen …

Was allen diesen Reisezielen in Leipzig, Tel Aviv und München gemeinsam hatten:

  • Eine starke Community – die Start-Up Szene lebt von unglaublich intensivem Austausch.
  • Man versteht innerhalb dieser Community nicht den beruflichen Austausch darin, dass man von 8-20 Uhr in einem Bürogebäude „hockt“ und ggf. an vielen sehr kreativen Meetings teilnimmt – man teilt sein Leben. Vom Frühstück bis zum Club-Besuch – aber eben ungezwungen. Mal ist man dabei, mal nicht – man hat ein permanentes hop-on, hop-off um sich auszutauschen, um sich gegenseitig weiter zu bringen – es ist ungezwungen und gleichzeitig hochgradig inspirierend.
  • Die „Klassenkameraden“ liefern immer eine neue Idee und Inspiration auf die man selbst nicht kommt und auf der anderen Seite liefert man selbst durch eine kleine Bemerkung dem Anderen den möglichen Durchbruch bei seinem Problem.

Aber wie machen wir das in MG Action-Town? Wie übertrage ich den gemeinsamen Nenner?

  • Wir müssen natürlich die Nähe zur Hochschule nutzen, wir sollten StartUps innerhalb der Themen der Hochschule ansiedeln (natürlich sind weitere Ideen immer willkommen). Wir sollten zunächst einen, vielleicht später einen zweiten „Ballungspunkt“ für Start-Ups bilden, wo man im permanenten Austausch ist.
  • Im besten Fall leben die Start-Ups auf Zeit auch direkt in der Umgebung, um auch in diesem permanenten Austausch kontinuierlich zu bleiben.
  • Diese Gründer-Keimzellen – vielleicht in Ergänzung mit einem Accelerator- Programm – müssen wir in MG schaffen.

Es gibt viele Beispiele in Deutschland und in der ganzen Welt, warum nicht auf in Mönchengladbach?

Warum nicht an solchen Orten wie dem WESTEND.MG oder dem (alten) Polizeipräsidium? Ein weiterer wesentlicher Baustein zum Erfolg solcher Projekte ist, dass diese Dinge vor Ort gewollt sind:

Es müssen Stadtverwaltung, Wirtschaftsförderer, lokaler Mittelstand, Fördervereine, Investoren und Hochschule an einem Strang ziehen – denn bei der Nutzung von Accelerator-Programmen ist für jeden Förderer und seine Ziele etwas dabei!

Für mich habe ich aus dem letzten sehr intensiven Dreivierteljahr mitgenommen:

Wenn jemand eine Reise tut, wird er immer etwas lernen … und dies mit nach Hause mitbringen und weitergeben. Wir sehen uns in Mönchengladbach!

 

Digitale Transformation – die zweite Halbzeit der Digitalisierung: Ist MG bereit für die Zukunft?

Wir haben immer wieder das Problem, dass wir uns die Zukunft nicht vorstellen können. Als ich Mitte der 90er zu Hause mit einem Modem ins Internet gegangen bin, war das Internet was für Technikbegeisterte. Etwas für Studenten, die auf der Suche nach etwas waren, für Freaks, die mit Leuten auf der ganzen Welt in Kontakt sein wollten oder für Zocker, die Spiele spielen wollten – Freaks und Nerds, was hatte das mit mir zu tun? Hätte mir damals jemand gesagt, dass ich 20 Jahre später samstags abends via Internet einen Kinofilm unterbrechungsfrei ansehen kann, ich hätte ihn wohl als Spinner bezeichnet. Mitte der 90er hätte ich den Download für den Film montags starten müssen und die ganze Woche online sein müssen, dann hätte ich samstags den Film gucken können – und meine WG hätte die ganze Woche das Telefon nicht nutzen können – wäre ja von der Internetverbindung belegt gewesen! Damals totaler Quatsch. Heute Realität.

Die zweite Halbzeit im Internet: das Internet der Dinge

Das Internet und vor allem das mobile Internet, das mit der Einführung des iPhones von Apple 2007 erst wirklich startete, haben die Konsumentenwelt (b2c) innerhalb von 10 Jahren vollkommen verändert: Videotheken weg, CDs so gut wie verschwunden, Einkaufen hat sich durch den Onlinehandel radikal verändert, Navigation, Nachrichten lesen, mit Freunden in Kontakt bleiben – alles anders als noch vor 10 Jahren! Die Veränderung der Konsumentenwelt war die erste Halbzeit der Digitalisierung. Sie ist heute selbstverständlich geworden, aber sie war im Jahr 2000 noch unvorstellbar. Jetzt wird es wieder passieren: Diesmal ist es nicht das Internet, sondern Entwicklungen wie das Internet der Dinge, M2M (Maschine zu Maschine), künstliche Intelligenz und der kommende Mobilfunkstandard 5G, die für radikale Veränderungen sorgen werden. So radikal, dass wir es uns heute wieder nicht vorstellen können.

Diesmal wird es vor allem für die Industrie spannend. Die zweite Halbzeit der Vernetzung und der Digitalisierung, die uns jetzt bevorsteht, wird die Industrie verändern – das Modewort dazu ist Industrie 4.0. Industrie 4.0

Heute wird an Technologien gearbeitet, die es erlauben werden kostengünstig und mit geringem Energieverbrauch permanent Daten von jedem Ort der Welt über Mobilfunknetze 24 Stunden, 7 Tage die Woche zu senden. Sensoren und Vernetzung überall, 24 Stunden, 7 Tage die Woche wird die Welt der Industrie verändern.

Ein Blick in die Zukunft

Mal ein Blick in die Zukunft: Sensoren zur Datenerhebung werden Billigartikel; Technologie wie Low-Power-Wide-Area-Networks (Niedrig-Strom-Funknetze) werden dafür sorgen, dass Batterien trotz Funk Jahre halten werden. Alles wird Daten funken. Schon heute gibt es Tests mit dieser Technik, die bspw. auf Parkplätzen in der Innenstadt in den Asphalt eingelassen werden: Sie melden „frei oder besetzt“. Diese Daten kombiniert mit künstlicher Intelligenz werden dazu führen, dass ich in 10 Jahren an einem verkaufsoffenen Sonntag in mein Auto einsteigen werde und mein Ziel nennen werde: „Einkaufen, Mönchengladbach Innenstadt“. Das Navi in meinem Auto, das mit einer künstlichen-Intelligenz-Cloud verbunden sein wird, wird daraufhin sagen: „In der Innenstadt von Mönchengladbach sind im Moment keine Parkplätze frei, aber im Parkhaus x sind aktuell noch 10 Parkplätze frei. Soll ich dort einen Parkplatz reservieren?“ Anders Beispiel: Ich bin Unternehmer und produziere mit Maschinen. Der Hersteller der Maschinen hat die Maschinen mit Sensoren ausgestattet und erhebt permanent Daten über die Laufzeit, Druck, Abnutzung, Verbrauch, etc. – global von jedem Standort. Irgendwo auf der Welt steht die selbe Maschine und fällt irgendwann aus; keiner weiß warum. Eine Analyse der Daten – übrigens auch wieder mit Hilfe von künstlicher Intelligenz – ergibt ein bestimmtes Bild, das zum Ausfall geführt hat. Meine Maschine läuft aktuell einwandfrei, aber: Ich bekomme einen Anruf vom Hersteller mit dem ich einen Servicevertrag habe – mein Vertrag sichert mir 100 Prozent Einsatzverfügbarkeit zu, dafür zahle ich: „Wenn sie am Freitagabend die Produktion runterfahren, würden wir gerne ein Update einspielen, wir haben festgestellt, dass die Maschine mehr Schmierung braucht, sonst fällt sie in 100 Stunden aus“, wird der Hersteller sagen. „Predictive maintenance“ (vorausschauende Wartung) wird in 10 oder vielleicht 15 Jahren so normal sein, wie heute Filme aus dem Internet streamen. Predictive Maintenance: Ein Kernstück der Industrie 4.0.

Unser Beitrag als nextMG: Agenda Setting

Wird die Zukunft so? Kann niemand sagen. Aber die Digitalisierung der Dinge und Maschinen wird kommen – so viel ist sicher. Der Verein nextMG will diese Themen auf die Agenda der lokalen Wirtschaft setzen: Denn wenn die Unternehmen am Standort und die Institutionen der Stadt nicht heute anfangen sich damit zu beschäftigen, werden wir morgen als Standort einen Nachteil haben. Daten vernetzen und die Aufbereitung von Daten wird eine der wichtigsten Ressourcen der kommenden Dekade – das Erdöl des Internetzeitalters sind Daten. Wir brauchen als Wirtschaftstandort vor allem eins, um in dieser Zukunft zu bestehen: IT-Talente und Interesse an Digitalisierung. Mönchengladbach hat, Stand heute, nicht genug IT-Talent. Wer mit Unternehmern aus dem IT-Bereich spricht, der hört diese Klagen sehr deutlich. Mit der kommenden Entwicklung zur Industrie4.0 werden wir noch mehr IT-Kompetenz brauchen. Wir müssen jetzt handeln, wenn wir in dieser Zukunft als Wirtschaftsstandort attraktiv sein wollen. Der wichtigste Hebel dafür ist die Ausbildung im Bereich IT-Kompetenzen; wir brauchen mehr Menschen, die Code können – also programmieren. Diese Themen am Standort Mönchengladbach voranzubringen, ist Ziel des Vereins nextMG. Dabei wollen wir Partner der lokalen Industrie, der Stadt und den Institutionen sein.

 

Warum Schulen mehr IT-Bildung brauchen – nicht nur in Mönchengladbach

Warum Schulen mehr IT-Bildung brauchen – nicht nur in Mönchengladbach

IT-Bildung und Computerkram wird von vielen noch als Zeug von Hackern und meist männlichen Jugendlichen mit schwarzen Kapuzenpullis angesehen. In der sich immer stärker digitalisierenden Welt ist IT-Bildung aber so sinnvoll wie Physik oder Geschichte. Alle von uns hatten Physik und Geschichte in der Schule, aber nicht jeder oder jede ist deshalb auch Physiker oder Historiker geworden. Aber diese Fächer sind Teil dessen, was wir Allgemeinbildung nennen. Wir können vielleicht nicht mehr die Gravitationskonstante erklären oder wie genau die Französische Revolution ablief, aber wir wissen, dass Dinge nach unten fallen und warum Astronauten in der ISS schweben – keine Hexerei; und wir kennen die Bedeutung der Französischen Revolution für unser heutiges Verständnis von Staatlichkeit und Bürgerrechten.

IT-Kenntnisse helfen, die Welt des 21. Jahrhunderts zu verstehen

Dieses Wissen hilft uns dabei, uns die Welt um uns herum zu erklären. In der Welt des 21 Jahrhunderts werden unsere Kinder und auch wir selbst nicht mehr ohne IT-Wissen auskommen, um uns die Welt zu erklären. Erinnert sei an den Aufschrei als es hieß, dass Wahlkampfteam um US-Präsident Trump habe mit Hilfe von Algorithmen Daten ausgewertet und entsprechend gezielte Botschaften an bestimmte Wählergruppen gesendet. Jeder der sich ein wenig mit Datenauswertung (Big Data genannt) beschäftigt, konnte nur müde lächeln. Ich habe nur gezeigt, dass es die Bombe gibt

Eine Datenauswertung auf Datenbasis mit Hilfe von Algorithmen, die mir sagt, dass Person x mit den Merkmalen angestellt, männlich, mag Golf und hat bei Facebook xyz geliked also wird er eher die Wirtschaftspolitik mögen ist wie Gravitation: den Stift den ich fallen lasse, fällt nach unten und zwar mit einer Fallbeschleunigung von …. Meter pro Sekunde (Newton sei Dank). Wenn wir den Schülerinnen und Schülern von heute nicht eine grundlegende Kenntnis über Zusammenhänge im Bereich IT- und Daten vermitteln, dann entlassen wir sie in eine Welt, in der sie Geister und Spuk sehen werden, wo Algorithmen und Datenverknüpfung herrscht.

Wir können uns als Stadt keinen IT-Analphabetismus leisten

Man spricht heute schon vom IT-Analphabetismus. Nicht jede Schülerin und nicht jeder Schüler muss IT-Nerd werden, so wie wir auch nicht alle Physiker und Historiker geworden sind. Aber eine gewisse Kenntnis dieser Materie wir in der Welt unseres Jahrhunderts zur Allgemeinbildung dazu gehören. Zudem gefährden wir mit mangelnden Angeboten im Bereich IT-Ausbildung unsere Attraktivität als Standort. IT-Kompetenz ist das Ingenieurwesen des 21 Jahrhunderts: Ohne Ingenieure gäbe es keine Industrieproduktion, keine Straßen, keine Brücken – ohne IT-Kompetenz wird es keine Vernetzung, keine Datenauswertung, keine Wertschöpfung in der digitalen Wirtschaft geben! Ein Standort ohne ausreichende IT-Kompetenz wird im Zeitalter der sich digitalisierenden Industrie nicht am Wachstum partizipieren können und er wird Probleme haben ausreichend Beschäftigung zu schaffen. Wir haben schon heute einen Mangel an Fachkräften in diesem Bereich in Mönchengladbach.

Unsere Idee als nextMG

Der Verein nextMG setzt sich für den Ausbau von IT-Angeboten an Schulen und Weiterbildungsinstitutionen in Mönchengladbach ein. Was ist das Problem: Die Ausstattung der Schulen muss verbessert werden. Jede weiterführende Schule, egal welcher Schulform, braucht einen Glasfaseranschluss – so schnell wie möglich. Nicht jede Schule hat Personal, um IT-Kurse anzubieten, wir müssen Kooperationsmodelle zwischen den Schulen entwickeln und Kurse aus der Cloud für alle interessierten Schülerinnen und Schüler anbieten. Kein Kind mit Interesse an dem Thema darf am Zugang zu Wissen scheitern. Ich würde mir eine koordinierte Aktion der Schulen zu dem Thema wünschen, eine Arbeitsgruppe der IT-Lehrer der Stadt, die eine Blaupause für eine IT-Werkwoche erarbeitet und klar formuliert, was gebraucht wird, um eine „Woche der IT-Bildung“ in Mönchengladbach zu veranstalten. Wir müssen bei dem Thema Kräfte bündeln und die besten Ideen für alle Schulen zugänglich machen. Die Zeit drängt, dass 21. Jahrhundert wird digital, wir sollten als Stadt dabei sein.

 

Warum uns Gründerkultur für den Standort Mönchengladbach so wichtig ist

Innovative Ideen werden überall auf der Welt geboren und mit fortschreitender Digitalisierung immer stärker außerhalb von Unternehmen. Da der Innovationsprozess immer mehr von Produktions- und Investitionsmitteln unabhängiger geworden ist, können Forscher, Erfinder und kreative Unternehmer Innovationen in die Märkte bringen, ohne das Risiko einer investitionsintensiven Produktions- und Entwicklungsinfrastruktur zu tragen. Experten sprechen von der Demokratisierung des Innovationsprozesses. Gerade im Bereich Digitalisierung hat sich der Innovationsprozess radikal verändert. Anders gesagt: Es wird immer einfacher aus einer fixen Idee ein Produkt zu machen.

Open Innovation – das globale Wissen nutzen

Die großen Unternehmen dieser Welt haben bereits reagiert und entsprechende Andockstationen an ihre Prozesse entwickelt: Das Managementkonzept nennt sich Open Innovation. Kurz gesagt: Warum auf 3, 35 oder 350 eigene Forscher setzen, um Innovationen zu kreieren, wenn es auf der Welt x-Tausende Experten zu dem Thema gibt, deren Kreativität genutzt werden kann? Große Unternehmen gründen auch in Deutschland so genannte Corporate Inkubatoren oder Open Innovation Hubs (hub:raum der Deutschen Telekom, greenhouse von Gruner + Jahr, der Versicherungskonzern Allianz hat einen Digital Accelerator gegründet).

Aber ist diese Entwicklung nur relevant für Großunternehmen? Brauchen wir das in Mönchengladbach?

Was hat das mit Mönchengladbach zu tun?

Ja! Die Art wie Innovationen entstehen hat sich in den vergangenen 100 Jahren rapide verändert. Der bisherige Weg, nur auf unternehmenseigene Experten zu setzen und Entwicklungen (Research & Development) zu betreiben, wird immer stärker, wie oben beschrieben, durch Kooperationen mit Innovatoren außerhalb der Unternehmen ergänzt. Was bedeutet das für einen Wirtschaftsstandort wie Mönchengladbach und die ansässigen Unternehmen? Mittelständische und kleinere Unternehmen brauchen eine Infrastruktur, um am Trend der Open Innovation zu partizipieren. Nicht jedes mittelständische Unternehmen kann in diesen Bereich investieren und eigene Corporate Inkubatoren, Gründerzentren und Start-Up Garagen betreiben, das wäre zu kleinteilig und kostenintensiv. Wir brauchen ein Gründerklima und Gründerorte in der Stadt. Die Gründung eines offenen Gründerzentrums, das förderwürdige Gründerideen unterstützt und bei der Entwicklung hilft, könnte ein wichtiger Baustein auf diesem Weg sein. Dabei müsste innovative Gründer und Ideen aus allen Bereichen zusammengebracht werden: Hochschule Niederrhein, Unternehmen, Wirtschaftsförderung, IHK und interessierte Bürgerinnen und Bürger. Erst so kann ein Umfeld geschaffen werden, das eine umfassende Gründerkultur in der Stadt entstehen lässt und nicht nur auf Teilbereichen wie Gründer aus der Hochschule begrenzt bleibt.

Was trägt nextMG zum Aufbau einer Gründerkultur bei?

Am Aufbau dieser Szene arbeitet der Verein nextMG. Wir wollen, dass es mehr niedrigschwellige Anlaufpunkte für Interessierte gibt, darum veranstalten wir jeden ersten Dienstag im Monat ein „meetup“ – ein zwangloses Treffen von Leuten, die sich austauschen und Projekte vorstellen können. Wir haben als nextMG zusammen mit dem Startplatz den ersten Rheinland-Pitch im Juni nach Mönchengladbach geholt, um das Thema Gründung und Start-ups auf die Agenda der Stadt zu setzen. Zudem hat sich die Stadt Mönchengladbach am Digital Hub Rheinland beteiligt. Digihub

Die regionalen Plattformen sollen informieren und Anlaufpunkt für nationale und internationale Gründer sein. Sie sollen so zur Drehscheibe für Kooperationen von Startups, Mittelstand und Industrie für digitale Geschäftsmodelle und -prozesse werden. Wir haben den SMS-Businesspark aktiv beim Aufbau des westend.space beraten, weil wir denken, dass Ort wie der space einen Austausch zwischen Wirtschaft, Studierenden und Gründern erst möglich macht. Wir sind für weitere Projekte offen und stehen gerne mit unserer Expertise zur Verfügung. Wir wollen dabei das Rad nicht zwei Mal erfinden und wollen die Angebote unserer Vereinsmitglieder wie bspw. Wirtschaftsförderung (wfmg), IHK, Stadtsparkasse und Hochschule Niederrhein integrieren. So haben wir im August 2017 zusammen mit der IHK Rheinland eine Reise für Start-ups nach Israel gefördert – Israel gilt neben dem Silicon Valley in den USA als Hot Spot für technikbasierte Innovationen und Gründer.