Der Strukturwandel der Digitalisierung frisst unsere Innenstädte auf

Es wird Zeit das Thema City in der Wirtschaft 4.0 neu zu denken

Es ist ein Schock für Rheydt. Aber der Schock war absehbar: Der Karstadt am Markt wird wohl schließen und dem real-Supermarkt an der Moses-Stern-Straße steht dasselbe Schicksal bevor.

Leerstand breitet sich aus

Aus vielen Schaufenstern in den Innenstädten von Rheydt und Mönchengladbach schreit einen schon seit Jahren der Leerstand an. Wo es Belegung gibt, ist diese immer öfter im eher preiswerten Segment angesiedelt.

Aber das ist nicht nur in Mönchengladbach und Rheydt so, daher war der Schock absehbar: In Deutschland zeigt sich, was über den Einzelhandel in den USA schon wie ein Tsunami hereinbricht: eCommerce und digitale Plattformen locken immer mehr Käuferinnen und Käufer ins Internet. Vor allem jüngere Zielgruppen nutzen diese Form des Einkaufens – sie werden dieses gelernte Verhalten nicht mehr fundamental ändern. In Mönchengladbach und Rheydt zeigen jetzt alle mit dem Finger auf alle anderen, um einen Schuldigen ausfindig zu machen: Politik, Verwaltung, Betreiber, Immobilienbesitzer, Kunden – alle sagen, der andere sei schuld. Das stimmt so nicht. Es ist der Strukturwandel der Digitalisierung der unsere Innenstädte auffrisst.

Strukturwandel im Handel

Es vollzieht sich seit Jahren ein Strukturwandel im Handel, der durch die Corona-Krise nur noch beschleunigt wurde, aber er war vorher schon da und er hat mit der Digitalisierung der Wirtschaft mehr zu tun als mit den Entscheidungen der Politik und der Verwaltung: Experten nennen moderne Konsumenten Hybridkonsumenten, das heißt sie kaufen Online und im stationären Handel ein. Fast jede und jeder von uns kauft auch Online ein: einige von uns tätigen nur 10 Prozent, andere 20 Prozent ihrer Einkäufe online, aber diese Prozente fehlen am Ende, um die Innenstädte von Rheydt und Mönchengladbach dauerhaft zu 100 Prozent mit qualitativ hochwertigem Einzelhandel zu füllen. Die Entwicklung ist eindeutig erdrückend: Der Umsatz im Online-Handel ist in den vergangenen zehn Jahren in Deutschland laut des Handelsverbands Deutschland (HDE) von 15,6 Milliarden Euro auf 57,8 Milliarden Euro gestiegen, der Anteil des Online-Handels am Gesamthandel ist von 3,7 Prozent in 2009 auf 10,9 Prozent in 2019 gestiegen (HDE Online-Monitor 2020).

Zeit umzudenken

Es mag für einige in der Stadt eine unbequeme Wahrheit sein, aber die Götterdämmerung des Einzelhandels ist in vollem Gange – wir müssen der Realität ins Auge blicken, Mönchengladbach und Rheydt werden in Deutschland kein gallisches Dorf des blühenden Einzelhandels alter Schule sein. Der Wandel der Zeit erfordert ein Umdenken und es müssen alle umdenken: Politik, Verwaltung, Betreiber, Immobilienbesitzer und Kunden.

Liebe Immobilienbesitzer, Mietpreise für Einzelhandelsflächen von 20 Euro den Quadratmeter aufwärts sind Vergangenheit.
Liebe Betreiber, Konzepte „alles für alle“ sind passé, Qualität und regionale besondere Produkte, lokal produziert werden überleben.
Liebe Politik und Verwaltung, die Entwicklung von Innenstädten muss neu gedacht werden – die Droge Einzelhandel ist aufgebraucht, noch mehr neue Flächen in Neubauprojekten werden das Problem eher verschärfen als lösen.
Liebe Kunden, ihr wollt Belebung in euren Innenstädten? Euer Kaufverhalten ist der größte Hebel in dieser Entwicklung.

Mut zum Wandel

Wir brauchen für die Innenstädte von Mönchengladbach und Rheydt neue Konzepte: Gerrit Heinemann, Professor für Handel an der Hochschule Niederrhein, bringt es mit seinem Zitat auf SPIEGEL ONLINE auf den Punkt: „(…) abreißen, zurückbauen, Fußgängerzonen verkleinern und dann die Baunutzungsverordnungen so ändern, dass Wohnen in der Innenstadt wieder möglich werde. „Es macht ja keinen Sinn, Leerstand in der Innenstadt zu haben, aber Wohnraum dringend zu brauchen“, sagt Heinemann. „Lieber eine schöne Schlafstadt, als eine hässliche Einkaufsstadt.“ Das braucht Mut zum Wandel auf allen Seiten.

Wir müssen in der sich digitalisierenden Wirtschaft Innenstadt neu denken.

Wenn wir von Verödung sprechen, dann meinen wir damit, dass es keinen Einzelhandel und Konsumangebote gibt. Da machen wir schon den ersten Fehler. Wer sagt, dass eine Innenstadt immer mit Konsumbetrieb gleich zu setzen ist? Warum soll es in der Innenstadt nicht mehr Fläche für Arbeit, Kunst und Kultur geben? Warum sollen sich in ehemaligen Ladenlokalen nicht kleine Agenturen ansiedeln oder Bürogemeinschaften, die Menschen zum Arbeiten in die Stadt holen? Warum denken wir nicht über Event- und Veranstaltungsflächen für Ausstellungen und Events oder anderes in der Innenstadt nach? Heißt Ödnis nur Abwesenheit von Konsumangeboten? Aber auch der Handel muss sich wandeln, wenn er eine Zukunft haben will.

Wir brauchen in Mönchengladbach eine Diskussion, wo wir hinwollen – und die Einsicht, dass das Ideal „solvente Mieter aus dem Einzelhandel“ am Markt nicht mehr in ausreichender Menge verfügbar ist. Die Wirtschaft 4.0 hat einen Strukturwandel in Gang gesetzt, der auch unsere Innenstädte verändern wird. Wir sollten in Mönchengladbach Vorreiter dieser Entwicklung werden, daher brauchen wir ein Umbauprogramm, das Anreize für Immobilien-Besitzer schafft, Einzelhandelsflächen in eine neue Nutzung zu überführen – und sich damit von den hohen Renditen zu verabschieden. Ein weiterer Ausbau von Flächen für den Einzelhandel oder Nahversorgung ist ein Irrweg.

nextMG war live beim WFMG Business Talk

Digitalisierung – Wie machen wir Mönchengladbach digitaler?

Im zweiten WFMG Business Talk am 25.06.2020 waren unsere neugewählten Vorstände Sebastian Leppert und Susanne Feldges sowie WFMG Teamleiter Rafael Lendzion gemeinsam mit Moderator Axel Tillmanns in der Hensen Brauerei zu Gast. Sie unterhielten sich angeregt über die Themen Gründung und Digitale Transformation in der Stadt. Beides sind wichtige Themen, mit denen wir uns als nextMG beschäftigen und die wir allen Bürgerinnen und Bürgern näher bringen möchten (unser Arbeitsprogramm 2020 – 2023 finden Sie hier).

Trotz sommerlicher Hitze im Hensen-Studio behielten Leppert und Feldges einen kühlen Kopf und freuten sich über Fragen aus dem „virtuellen“ Publikum.

Die Digitalinitiative nextMG und das WFMG Business-Talk Team bedanken sich bei 357 Zuschauern, von denen über 300 von Anfang bis Ende den Business-Talk mitverfolgt haben.

Für alle, die die Ausstrahlung verpasst haben, haben wir hier den Link zu Podcast und Video.

Lasst uns doch!

Kommentar von Susanne Feldges und Heike Grünert, Mitglieder des Vorstands der Digitalinitiative nextMG e.V., zur Nutzung der Digitalisierung nach und während der Corona-Krise in Mönchengladbacher Schulen.

Jede Krise ist auch immer eine Chance.

Eine Chance, weil wir gewohnte Routinen verlassen müssen. Immer wenn wir neue Wege gehen müssen, entdecken wir neue Möglichkeiten, die wir vorher nicht gesehen hätten. Die Corona-Krise ist so eine Chance für unser Schulsystem. Wir lernen gerade, wie wichtig die persönliche Interaktion zwischen Schülerinnen und Schülern und ihren Lehrenden ist. Wir lernen gerade, dass nicht alles Online geht. Aber wir lernen auch, dass da Möglichkeiten sind.

Redet man in diesen Tagen mit Mönchengladbacher Lehrerinnen und Lehrern, dann wird klar, dass die vergangenen Wochen viel verändert haben. Viele haben Möglichkeiten im Digitalen entdeckt, die sie früher nicht für möglich gehalten hätten. Das ist der Anfang. Jeder, der sich in der Welt des Digitalen bewegt, weiß, dass man ausprobieren muss.

Die digitale Welt verändert sich so rasant und bietet so viele Möglichkeiten, dass es selbst für Kenner schnell unübersichtlich wird. Das muss man auch Lehrern zugestehen; auch sie brauchen Zeit, um sich zurecht zu finden. Lang schon wurde gefordert, dass das System Schule sich mit den digitalen Möglichkeiten auseinandersetzt und sie nutzt. Aber fairerweise muss man auch zugestehen: Wann hätte das System Schule, das jeden Tag unter Hochlast läuft, denn spielerisch Erfahrungen sammeln sollen, wo noch nicht einmal die entsprechende Technik vorhanden war und ist?

Durch die Corona-Krise sind viele Akteure – Lehrer, Schulleiter, Schüler, Eltern – in das Ausprobieren und das Sammeln von Erfahrungen reingestolpert. Für viele eine harte Erfahrung!

Alles auf Anfang? Nein!

Corona ist eine Unbekannte, die uns eine ganze Zeit lang begleiten könnte, bis irgendwo auf der Welt ein Impf-Schutz gefunden wird. Erste Schulen mussten nach kurzer Öffnung wieder schließen. Digitaler Unterricht wird uns also weiter begleiten. Doch selbst, wenn eine schnelle Lösung für Corona gefunden würde: Warum sollten wir die Erfahrung aus dieser Zeit dann im Nichts versanden lassen? Wir alle haben gelernt. Vieles davon sollte uns von einem „Zurück wie vorher“ abhalten. Denn es ist viel Gutes dabei.

Lasst uns den wertvollsten Schatz bergen, den die Krise produziert hat: Erfahrung. Viele Lehrerinnen und Lehrer haben in den vergangenen Wochen mit der erzwungenen Art des Lehrens und Lernens Erfahrungen gesammelt. Gute wie schlechte. Lasst uns diesen Schatz heben und allen zugängig machen. Lasst uns das machen, was wir von allen fordern: Lernen. Lernen mit solchen Situationen umzugehen und damit vielleicht sogar einen besseren Unterricht als vorher bieten zu können. Einen Unterricht, über den wir mehr Jugendliche erreichen und begeistern für lebenslanges Lernen. In dem wir aber auch Lehrerinnen und Lehrer als das Wertvollste im System Schule wieder zu schätzen und zu achten lernen. Lasst uns erheben, welche Unterstützung das System Schule dabei benötigt: Technisch – sowohl in den Schulen als auch bei den Schülerinnen und Schülern. Systemisch – durch Weiterbildungsangebote für die Lehrenden, die auf den Erfahrungen des erlebten Trial & Errors aufsetzen. Gesellschaftlich – durch das Fortsetzen des Miteinanders von Schule und Familie sowie unterstützenden Angeboten für jene Personen, die, aus welchen Gründen auch immer, sonst nicht mitgenommen würden.

Gemeinsam neue Wege beschreiten

Lasst uns doch jetzt damit anfangen. Denn so schwierig und wechselhaft der Wiedereinstieg ist, steht das System Schule derzeit noch nicht wieder unter Volllast. Lasst uns die Expertise jener Lehrerinnen und Lehrer nutzen, die beispielsweise derzeit als Risikogruppe zuhause bleiben müssen, aber dennoch mit ihren Kollegen im regen Austausch stehen. Lasst uns jetzt in einen Erfahrungsaustausch gehen und einen Weg finden, der alle Akteure weiterbringt. Denn wir alle wissen nicht, wie lange die Krise noch anhält. Vielleicht wird sie zu einem Dauerzustand. Dann sollten wir beweisen, dass unser Schulsystem genau das leisten kann, wofür es steht: Für Lehren und Lernen. Voneinander und miteinander.

 

PM: Habt Mut!

Mönchengladbach, 19. März 2020

Not macht bekanntlich erfinderisch. Die Anweisung der Landesregierung, die Schulen dicht zu machen und den Unterricht dennoch fortzuführen, hat viele Schulen vor enorme Herausforderungen gestellt. Die in Mönchengladbacher Schulen vielfach angewandte Lösung, den zu erlernenden Stoff mit Angaben zu den Büchern und runterzuladenden Arbeitsblättern auf Schulwebseiten zu veröffentlichen, ist indes wenig erfinderisch und leider noch weniger zielführend. Welcher Jugendliche kann sich angesichts von Sonnenschein und steigenden Temperaturen schon zum Lernen motivieren? Seien wir ehrlich: Welcher Erwachsene kann es?

Gleichzeitig offenbart dieser Ansatz zwei eklatante Versäumnisse der Vergangenheit: Zum einen haben wir nicht sichergestellt, dass die Jugendlichen rein technisch in der Lage sind, den Lernstoff auf diese Weise abzurufen und zu bearbeiten. Hat jeder Schüler einen Drucker zuhause? Kann er überhaupt die Daten herunterladen? Ruft er seine Mails ab? Zum anderen dürfte das Gros der Eltern nicht darauf vorbereitet sein, ihren Kindern die dafür nötige Hilfestellung zu geben. Weder technisch noch didaktisch.

Das Meistern der Corona-bedingten Lernkrise hängt somit wieder vom Engagement einzelner Schulen und vor allem Lehrer ab. Erfolgversprechend sind wieder Modelle, die sich die Digitalisierung zu Nutze gemacht haben. Das zeigen Schulen wie die Privatschule HEBO, das Gymnasium am Geroweiher, die Gesamtschule Hardt oder auch das Gymnasium Odenkirchen. Sie waren schon vor der heutigen Situation den Umgang mit neuen Medien und Kommunikationskanälen gewohnt. In regelrechtem New Work Style motivieren sie jetzt mit Video-Chats, Skypen oder Software wie Discord ihre Schülerinnen und Schüler zum selbständigen Lernen des anstehenden Stoffes. „Ich hatte noch nie eine so hohe Anwesenheitsquote wie jetzt“, berichtet Felix Nattermann, Leiter der größten IT-AG der Stadt und schlicht auch Lehrer des Gymnasiums am Geroweiher, von seinem letzten Chat-Unterricht. „Meine Schüler sind den Umgang mit diesen Medien schlicht gewohnt und können ihn leicht für andere Fächer nutzen.“ Denn war ihn besonders freute, war, dass er nun auch viele Kollegen für diese neue Art des Unterrichtens begeistern konnte. „Wir schreiben alle Erfahrungsberichte, die wir gerne auch anderen Lehrern zur Verfügung stellen werden.“ Schließlich müsse Lernen auch für Lehrer eine Selbstverständlichkeit sein.

Learning by doing

Das Modell von jetzt auf gleich auf andere Schulen zu übertragen, ist indes Illusion. Selbst der neu gewählte Vorstand von nextMG brauchte Übung, um in neuer Besetzung innovative digitale Kommunikations- und Arbeitstools zu nutzen. Was aber alle Vorstandsmitglieder hatten und haben, ist das Fehlen jeglicher Angst vor Fehlern in der Welt des Digitalen. Dafür ist ihnen qua Funktion Lust und Mut zu eigen, Neues auszuprobieren. Eine Einstellung, die nextMG gerne auf die Bildungswelt übertragen würde und dafür laufend Empfehlungen für E-Learning-Tools an kooperierende und anfragende Schulen weitergibt. Nicht, um diese jetzt sofort alleinig zur Lösung der Not einzusetzen. Aber um die Not zu nutzen, zu experimentieren, Neues kennenzulernen und Erfahrungen zu sammeln.

Es bleibt jedoch die Notwendigkeit der Diskussion, wie Schülerinnen und Schüler für Unterricht im Jahr 2020 ff. ausgestattet sein sollten. War es vor wenigen Jahren der grafikfähige Taschenrechner, der ob der hohen Anschaffungskosten von den Schulgemeinschaften zu stemmen war, muss es jetzt die Frage sein, ob nicht jeder Jugendliche ab der 5. Klasse einen Laptop und auch eine eigene von der Schule bereitgestellte Mailadresse mit entsprechendem Zugang haben muss. Bei einem verfügbaren Einkommen, das in Mönchengladbach mit rund 20.700 € pro Jahr an Platz 6 hinter Krefeld und nur noch knapp vor Essen und Duisburg rangiert, kann man sich den Aufschrei der Elternschaft nicht nur vorstellen, sondern durchaus nachvollziehen. Denn auch eine Vielzahl an Eltern und Pädagogen muss noch weitergebildet und begeistert werden für den Umgang mit der wachsenden Digitalisierung. Doch niemand weiß, wie hoch der Unterstützungsbedarf wirklich wäre. Lasst ihn uns doch herausfinden! Die Notwendigkeit war noch nie so offensichtlich wie jetzt. Dementsprechend hatte auch Mönchengladbach noch nie so gute Argumente für finanzielle Unterstützung wie jetzt.

Wenn die Lernkrise am Ende etwas Gutes gehabt haben soll, sollten wir alle jetzt Neues wagen. Unter Druck ist der Mensch zu so manchem fähig, vielleicht sogar zur Einführung stadtweit einheitlicher, funktionstiefer und motivierender Lernplattformen für innovatives Lehren und Lernen. „Trial & Error“ war schon zu Platos Zeiten das Grundprinzip des Unterrichtens. Solange man aus Fehlern lernt.

Für Rückfragen:

Ute Schmeiser
Vorstand Kommunikation
Telefon: 0175 502 2017
Mail: ute.schmeiser@nextmg.org

Smart City MG – lasst uns anfangen! Eine Anregung von nextMG zum Thema.

Was ist eine Smart City? Eine smarte City ist mehr als eine Stadt mit Sensoren und ein paar Straßenlaternen, die bei Bewegung Licht geben und sonst schlummern.

Städte wirklich smart machen bedeutet Daten vernetzen! Aber der Weg dahin geht über einige Stufen: Sensoren und Datenerhebung sind die erste Stufe, aber die Vernetzung dieser Daten macht die Stadt erst smart. Wenn wir uns in Mönchengladbach – auch im Sinne der mg+ wachsenden Stadt – auf den Weg in die Zukunft machen wollen, müssen wir dafür Grundlagen schaffen! Jetzt! Die Digitalisierung der Welt schreitet voran und sie wird vor dem Raum Stadt nicht haltmachen.

Einige Anregungen von nextMG zu dem Thema. (sorry, ist länger geworden als gedacht)

Aktuell geht es darum Grundlagen zu schaffen und Lösungen zu pilotieren: Im Moment weiß noch niemand in der Industrie wie genau die smart und digitalisierte Stadt aussehen wird. Aber einige grundlegende Umrisse zeichnen sich ab:

  • Die smarte und digitalisierte Stadt wird mehr Kooperation erfordern und damit auch mehr kooperatives Denken. Die smarte City lebt von Daten. Ein einfaches Beispiel: Wie viele Bürgerinnen und Bürger fahren mit Autos wann wo, wie viele Fahrräder fahren wo, wie viele Parkplätze gibt es wo, welche Orte werden wann genutzt, wie sind diese Orte an den Öffentlichen Nahverkehr angebunden, etc. habe ich all diese Daten in einem – anonymisierten – Datenpool, dann kann ich bspw. Verkehr besser steuern. Im Moment noch Utopie. Aber wenn künstliche Intelligenz Programme Wirklichkeit werden, dann kann ich automatisiert, bspw. über eine Stadt-App dem Bürger sagen, wo und wann Parkplätze frei sein werden oder ob sich die Nutzung von Alternativen wie Fahrrad oder Bus lohnt. Alles Quatsch? Zukunftsgelaber? Schauen Sie in ihre Google-App und rufen sie einige ihr Lieblingsrestaurant auf. Wenn diese bei Google registriert sind, dann finden sie dort die dort die Angabe „Stosszeiten“ mit einer Grafik, die ihnen zeigt, wann der Ort mehr oder weniger frequentiert ist (siehe Foto unten). Um anonymisierte Daten intelligent zu vernetzen braucht es Datenseen, wie es der ITler nennt. Speichert jeder seine Daten in einem abgeschotteten Pool, dann kann keine Vernetzung stattfinden. Daher muss jede Datenbank der städtischen Gesellschaften, jede Datenerhebung der Verwaltung heute schon so gedacht werden, dass sie eine Schnittstelle für anonymisierte Datenübertragung hat. Es geht dabei NICHT um personenbezogene Daten, also darum, ob Peter oder Petra Müller, geboren am 5. Mai 1969, wohnhaft in der Kaiserstraße 89, etwas macht, sondern um den Datenpunkt: Bürger X. Ich kann bei dem Google-Service auch nicht sehen, wer das Restaurant besucht, nur die Anzahl. Was bedeutet das für die Stadt:
    • Diese Art der Verwertung von Daten muss den Bürgerinnen und Bürgern erklärt werden und sie muss dem Datenschutz Rechnung tragen. Die Digitalisierung von Bewegungsdaten birgt große Chancen für die Stadtplanung, aber sie muss auch vermittelt werden – und ja, sie birgt, schlechtgemacht, auch Risiken.
    • Die Stadt muss Daten als strategisches Gut denken und in die Datenerhebung investieren.
    • Alle Datenbanken müssen holistisch gedacht werden, wenn ich Auswertungen fahren will, brauche ich Schnittstellen, die miteinander Daten austauschen können.
    • Die Stadt braucht jetzt die EINE Stadt-App, in der viele Services gebündelt werden können. Erst durch eine gute App, die viele Bereiche des Lebens abdeckt (Müll, Verwaltungsvorgänge, Nahverkehr, Museen, Bibliotheken, Einritte in Bäder, etc), wird die App für die Bürgerinnen und Bürger einen Mehrwert bieten und damit attraktiv. Info-Apps sind tot; transaktionsbasierte Apps sind der Trend – die App sagt mir, wann der Sperrmüll im Viertel rausgestellt werden kann oder wann mein Personalausweis verlängert werden muss. Oder wann es wie voll im Amt xy ist, wenn ich sie danach frage.

  • Die Digitalisierung der Städte ist eine komplexe Querschnittsaufgabe, die Expertise aber vor allem Koordination bedarf (siehe Punkt zuvor). Für die einzelnen Verwaltungseinheiten und Gesellschaften wird es schwierig diese Aufgabe zu koordinieren. Seit einigen Jahren richten Unternehmen und auch einige Städte deshalb sogenannte Chief Digital Officers (CDO) ein, deren Aufgabe es ist, die digitale Entwicklung für die gesamte Stadt zu koordinieren und zu steuern – also eine Gesamtstrategie entwickeln und deren Umsetzung sicherstellen. Es ist damit die Aufgabe des CDOs für das oben genannte Szenario die richtige Strategie zu entwickeln. Die Aufgabe wird in der digitalen Zukunft so wichtig wie die traditionelle Stadtentwicklung. Was bedeutet das für die Stadt:
    • Die Stadt Mönchengladbach sollte diese Stelle eines CDO zeitnah schaffen! (Die Diskussion läuft wohl innerhalb der Verwaltung schon, was wir als nextMG sehr begrüßen!)
  • Bei aller Begeisterung, kein Aktionismus: die Technik wird sich noch entwickeln, wir brauchen Piloten. Wie gesagt, keiner weiß im Moment wie die Smart City genau aussieht. Erste Standards werden gerade entwickelt. Wir brauchen Piloten und Experimente. Der Weg wird in Mönchengladbach – auch unter Mithilfe von nextMG – gerade beschritten: Das Kompetenzzentrum Social Urban Design (SOUND) der Hochschule Niederrhein experimentiert gerade mit solchen Modellen in Mönchengladbach. Wir müssen ausprobieren, was sinnvoll ist und was vernünftige Anwendungen sind. Dieser Punkt ist in der Digitalisierung immens wichtig: Try first, scale later – erst testen, dann skalieren! Alles andere führt zu teuren Investitionsruinen! Unternehmen wie IBM oder Cisco suchen Experimentierfelder und Verwaltungen, die bereit sind, sogenannte Referenzmodelle aufzubauen, wenn sie unterstützt werden (bspw. bei Genehmigungen). Was bedeutet das für die Stadt:
    • Mehr Pilot-Projekte der Verwaltung und städtischen Gesellschaften.
    • Daran anschließend: Steal with pride – kopiere mit Stolz. Es gibt schon einige smarte Lösungen in vielen Städten. Nicht das Rad neu erfinden, sondern anwenden!
  • Der Einstieg in die Smart City sind Open Data Projekte! Der erste Schritt zur Smart City ist das Konzept „Open Data“. Mönchengladbach ist in diesem Bereich noch nicht Spitzenreiter, anders gesagt, wir sind da wirklich schlecht: Andere Kommunen wie bspw. Moers sind weiter, mutiger und aktiver! Die Blogplattform fluxMG hat dazu bereits einen längeren Blogbeitrag gebracht, inklusive Beispielen von Open Data Projekten aus anderen Städten. Open Data bedeutet die freie Verfügbar- und Nutzbarkeit von meist öffentlichen Daten. Insbesondere Verwaltungen, die eine Vielzahl von Daten erheben, könnten diese benutzerfreundlich aufbereiteten und öffentlich zugänglich machen, damit mehr Transparenz und Zusammenarbeit ermöglicht werden kann. Kurz gesagt: Diejenigen, die Daten erheben, öffnen den Zugang, damit andere die Daten nutzen können, das ist mit offenen Daten gemeint. Was bedeutet das für die Stadt:
    • Mehr Zugang bzw. Umfang von Open Data. Der CDO muss diesen Trend aktiv gestalten und fördern!
    • Smart City ist mehr als eGovernment: Mancher verwechselt eGovernment mit Smart City. eGov, also das digitalisieren von Verwaltungsvorgängen, ist EIN Teil von Smart City. Die Steuerung des Raums Stadt und die Auswertung von Echtzeitdaten, um intelligente Prozesse in der Stadt zu ermöglichen, ist jedoch ein viel weiteres Feld. Was bedeutet das für die Stadt:
    • Think big. Eine digitale Verwaltung ist gut, eine smarte, daten-intelligente Stadt ist besser! Und es ist die Zukunft!
  • Digitalisierung ist eine neue Welt – nicht analog nur auf dem Bildschirm. Digitalisierte Prozesse sind das eine, daten-intelligenten Prozesse sind etwas anders. Was ist damit gemeint: Digitalisierung und Datenverwertung bedeutet anders denken. Wenn ich weiß, dass x Menschen zum Zeitpunkt y an einem Ort sind, dann kann ich steuern und reagieren. Aber was bringt es, wenn dann bspw. kein Busfahrer oder Taxidienst mehr im Dienst ist – ich muss also meine operative Planung auf die neue Welt anpassen – bspw. durch neue Arbeitsmodelle für Busfahrer. Oder wenn ich weiß, dass Freitagnachmittag ein Engpass in der KFZ-Zulassung entsteht, aber mittwochs Leerlauf ist, dann muss ich die Dienstpläne anpassen. Das bedeutet, ich brauche vielleicht demnächst zu anderen Zeiten Kapazitäten als auf dem Papier früher geplant. Zukunftsmusik, aber wichtig um das Gesamtbild zu verstehen! Datenauswertung ohne operative Verzahnung ist Kunst um der Kunst willen. Im Management spricht man von „Embrace digital“ – nimm die Daten an und richte dein Handeln danach aus. Ein anderes Bsp.: Viele Dax-Unternehmen nutzen sogenannte digitale Vorstandsräume. Vorlagen werden eingestellt und können kommentiert und digital beschlossen werden. Der Effekt: Ich weiß im Vorfeld der Sitzung bereits, wo Fragen entstehen. „Vorstand an Fachseite: Ich verstehe die Kalkulation auf Seite 6 nicht, aus meiner Sicht ist das Risiko xy nicht abgebildet“. Resultat: Fachseite erklärt Kalkulation auf Seite 6; Vorstand: „ok, danke. Keine weiteren Fragen“. Alle sagen ok! Statt sechs Stunden „lala“ und „eh klar“ zu diskutieren, werden die wirklichen Probleme mit mehr Zeit auf der Agenda diskutiert. Die Produktivität des Gremiums steigt. Ich wette, dass das auch in einem Stadtrat funktionieren könnte! Was bedeutet das für die Stadt:
    • „Embrace digital“ – nimm die Daten & Informationen an und richte dein Handeln danach aus.

 

Warum Mönchengladbach mit seinen Unternehmen das Thema Gründerkultur im digitalen Zeitalter angehen muss!

Der Management-Guru Peter Drucker hat mal gesagt, dass es nur zwei Hauptaufgaben eines Unternehmens gibt: Marketing und Innovation! Nur diese beiden Tätigkeiten des Unternehmens produzieren, was entscheidend im Markt ist: Produkte, die sich differenzieren und zu Umsatz führen. Jedes Unternehmen muss im Markt mit einem Produkt bestehen, das die Kaufentscheidung rechtfertigt. Eine Unterscheidbarkeit nur über den Preis – billiger als alle anderen – ist am Ende keine nachhaltige Marktposition. Jede nachhaltige Differenzierung basiert damit auf Innovation. Die Art wie Innovationen entstehen hat sich in den vergangenen 100 Jahren aber rapide verändert. Grund dafür ist unter anderem die Digitalisierung und der technische Fortschritt.

Steve Blank, US-amerikanischer Unternehmer, Dozent und Autor argumentiert in seinem Blog, dass Innovationen in der Vergangenheit durch einzelne Erfinder vorangetrieben wurden, die auf Basis ihrer Ideen große Unternehmen gründen konnten oder Produktionsprozesse, die extrem kostenintensiv waren, revolutionierten: Beispielsweise Henry Fords Erfindung des Fließbands oder Alexander Graham Bells Entwicklung des Telefons. Danach wurde das Thema Innovation in Unternehmen institutionalisiert: Es entstanden die großen Forschungsabteilugen – in Englisch Research & Development (R&D) genannt. Große Spieler wie IBM und Bell organisierten legendäre Forschungsinstitute, die abgeschottet an der nächsten großen Revolution arbeiteten. In den vergangenen Jahrzehnten ist die Entwicklung von Innovationen mehr und mehr aus den Unternehmen ausgelagert worden.

Es begann mit dem Investment von Unternehmen in den Bereich Venture Capital (Risiko-Kapital). Seit den 80er Jahren und in den 90er beteiligten sich große Unternehmen auf einmal an kleinen Unternehmen oder kauften diese gleich ganz. Warum kam es dazu?

Innovation ist entscheidend, nicht Produktion!

Wesentliche Treiber dieser Entwicklung sind die Digitalisierung und die Globalisierung von Produktionsmöglichkeiten und die damit verbundenen Kostenreduzierungen und Demokratisierung von Produktionsprozessen. Ein Beispiel: Ein Smartphone zu bauen ist heute eine Tätigkeit, die sich standardisiert an einen Produzenten in Asien auslagern lässt – Apple baut sein iPhone bei einem Hersteller Namens FoxConn. Als Auftragshersteller produziert das Unternehmen unter anderem für Hewlett-Packard, Dell, Nintendo, Microsoft und Sony. Der Konzern produziert im Auftrag die Spielekonsolen Nintendo DS, Wii, Xbox 360 und PlayStation. Der Bauplan und die technische Spezifikation inklusive der Software ist die eigentliche Leistung, die Montage ist mittlerweile eine Dienstleistung die bei Anbieter wie Foxconn global eingekauft werden kann. Unternehmen wie Apple haben das lange erkannt.

Da der Innovationsprozess immer stärker von Produktions- und Investitionsmitteln unabhängig geworden ist, können Forscher, Erfinder und kreative Unternehmer Innovationen in die Märkte bringen, ohne das Risiko einer investitionsintensiven Produktionsinfrastruktur zu tragen – man spricht von der Demokratisierung des Innovationsprozesses.

Damit rückt die Produktion der Hardware in den Hintergrund: Innovationen Ideen werden jetzt überall auf der Welt geboren und irgendwo produziert. Die Unternehmen haben reagiert und entsprechende Andockstationen an ihre Prozesse entwickelt: Das Managementkonzept nennt sich Open Innovation. Kurz gesagt: Warum auf 3, 35 oder 350 eigene Forscher setzen, um Innovationen zu kreieren, wenn es auf der Welt x-Tausende Experten zu dem Thema gibt. Unternehmen weltweit haben diesen Trend erkannt – Corporate Inkubatoren schießen wie Pilze aus dem Boden und etablierte Unternehmen beteiligen sich an Start-ups. Auch in Mönchengladbach: Im Dezember erwarb Scheidt & Bachmann Mehrheitsanteile an dem Start-up evopark.

Wenn wir diese Entwicklung auch für lokale Unternehmen stärker nutzbar machen wollen, dann brauchen wir ein Gründerklima am Standort Mönchengladbach. Dafür setzt sich der Verein nextMG mit seinen Mitgliedern ein. Unternehmen brauchen zum Wachstum in Zukunft mehr als preiswert erschlossene Gewerbegebiete, das ist Hardware, notwendig, aber nicht ausreichend. Gerade mittelständische Unternehmen am Standort brauchen eine Infrastruktur, um am Trend der Open Innovation zu partizipieren. Nicht jedes mittelständische Unternehmen kann in diesen Bereich investieren, daher ist die gemeinsame Entwicklung von Gründerzentren und Start-up Kultur jetzt notwendig.

 

Warum Gladbachs Unternehmer ihre eigenen Betriebe mit digitalen Möglichkeiten zerlegen sollten!

In den vergangenen Wochen wurde durch verschiedene Veranstaltungen in Mönchengladbach das Thema Digitalisierung stärker auf die Agenda gebracht. Der Konzern Klöckner gab Einblicke, was Digitalisierung für ein traditionelles Unternehmen bedeutet und wie es damit umgeht, trivago-Gründer Rolf Schrömgens berichtete bei der Gründerwoche, wie er sein Unternehmen in der digitalen Welt aufgebaut hat und in der vergangenen Woche, erklärte der Journalist und Buchautor Christoph Keese, wie die Digitalisierung, die er im Silicion Valley erkundet hat, die Wirtschaft durch disruptive Innovationen verändern wird.

Die Quintessenz all dieser Veranstaltungen lässt sich vielleicht auf zwei Nenner bringen:

1.) Digitale Transformation ist nicht bloße digitale Optimierung. Die Unternehmen müssen verstehen, dass das Thema Digitalisierung viel tiefgreifender ist als nur Prozessveränderung – es geht auch um neue Geschäftsmodelle und neue Unternehmenskulturen.

2.) Die Digitalisierung ist wie ein Geist, der aus der Flasche entwichen ist – es gibt keinen Weg zurück. Wir werden diese Entwicklungen nicht aufhalten können, auch wenn die Orte wie Silicon Valley weit weg sind und technologische Entwicklungen wie künstliche Intelligenz und Blockchain noch unwirklich scheinen, sie werden unsere Wirtschaft, unser Leben und unsere Stadt verändern. Ob wir wollen oder nicht.

Was bedeutet das alles für den Wirtschaftsstandort Mönchengladbach – werden sich viele gefragt haben?

Das Ende der Sachbearbeitung – die Arbeitswelt der Zukunft verstehen

Ein Beispiel: Im Sommer hat der Versicherungskonzern AXA eine Versicherungspolice auf der Grundlage der Technologie Blockchain in den Markt gebracht. Es wäre jetzt hier zu ausführlich, die Blockchain zu erklären, aber im Kern: Ich kann einen Vertrag abschließen, der durch das System dokumentiert wird und der bei der Erfüllung der Bedingungen des Vertrags vollautomatisch bearbeitet wird. Das System gilt durch den dezentralen Aufbau als nicht manipulierbar. Zurück zur AXA. Der Versicherungskonzern bietet seit dem Sommer eine Reiseversicherung an, die automatisch bei Flugverspätungen den Antrag für die Kunden bei der Fluggesellschaft bzw. beim Konzern auf Entschädigung stellt. Alle Daten liegen vor – die Verspätung etc. wird automatisch erfasst, die Vertragsbedingungen sind im System hinterlegt, die Zahlung an den Versicherungsnehmer erfolgt automatisch. In dem ganzen Prozess gibt es also keinen menschlichen Sachbearbeiter mehr. Niemanden mehr, der den Vertrag prüfen muss, das macht die Technologie der Blockchain – man nennt das den „smart Contract“. Wie viele Menschen in Mönchengladbach arbeiten heute bei Versicherungen, Banken oder Dienstleistern als Schabearbeiterinnen und Sachbearbeiter? Wie viele werden in Zukunft in diesem Bereich noch Arbeit finden, wenn sich diese Technologie am Markt durchsetzt?  Welche Arbeitswelt werden wir in zehn Jahren vorfinden? Wie werden Unternehmen aus Mönchengladbach mit dieser Technologie umgehen und wie werden sie in Zukunft noch Produkte an den Markt bringen können, wenn sie diese Technologie nicht beherrschen?

Digitalisierung angehen – sich die neue Welt als Möglichkeit vorstellen

Die Digitalisierung wird nicht nur Geschäftsmodelle verändern, sie wird auch die Anforderungen an Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer verändern! Wir müssen in Mönchengladbach auf IT-Kompetenz setzen. Wir brauchen an ALLEN weiterführenden Schulen IT- und Informatik-Ausbildung. Aber auch die Unternehmerinnen und Unternehmer, egal ob kleiner, mittlerer oder großer Betriebe, müssen das Thema Digitalisierung angehen – der Geist wird nicht wieder in der Flasche verschwinden. Bei einem Gespräch über das Thema, habe ich vor wenigen Wochen gesagt: „Nehmen sie sich eine Flasche Wein und surfen sie einen Abend im Internet, schauen sie sich die Entwicklungen an, die Technologien, die Möglichkeiten und dann stellen sie sich vor, in ihrer Branche kommt morgen ein Unternehmen, das alle diese Möglichkeiten nutzt. Wo sind sie angreifbar, wo würden sie Kunden verlieren. Zerlegen sie ihr eigenes Unternehmen.“ Das ist kein Witz, das ist der Anfang. Die beiden Bücher von Christoph Kesse „Silicon Valley“ und „Silicon Germany“ sind ein guter Start – dann aber ohne Wein. nextMG wird zusammen mit seinen Mitgliedern in 2018 weitere Veranstaltungen zu dem Thema anbieten.