nextMG war live beim WFMG Business Talk

Digitalisierung – Wie machen wir Mönchengladbach digitaler?

Im zweiten WFMG Business Talk am 25.06.2020 waren unsere neugewählten Vorstände Sebastian Leppert und Susanne Feldges sowie WFMG Teamleiter Rafael Lendzion gemeinsam mit Moderator Axel Tillmanns in der Hensen Brauerei zu Gast. Sie unterhielten sich angeregt über die Themen Gründung und Digitale Transformation in der Stadt. Beides sind wichtige Themen, mit denen wir uns als nextMG beschäftigen und die wir allen Bürgerinnen und Bürgern näher bringen möchten (unser Arbeitsprogramm 2020 – 2023 finden Sie hier).

Trotz sommerlicher Hitze im Hensen-Studio behielten Leppert und Feldges einen kühlen Kopf und freuten sich über Fragen aus dem „virtuellen“ Publikum.

Die Digitalinitiative nextMG und das WFMG Business-Talk Team bedanken sich bei 357 Zuschauern, von denen über 300 von Anfang bis Ende den Business-Talk mitverfolgt haben.

Für alle, die die Ausstrahlung verpasst haben, haben wir hier den Link zu Podcast und Video.

nextMG Arbeitsprogramm 2020 – 2023

Der neue Vorstand von nextMG hat sich einiges vorgenommen für seine Amtszeit von 2020 – 2023. Doch der große Zuspruch von seinen Mitgliedern  im neuen Format Digital Lounge bei der internen Präsentation am 9. Juni zeigte, dass die Umsetzung der Bausteine und die genannten Aktivitäten absolut im Bereich des Machbaren liegt.

Viele Mitglieder kündigten bereits an, sich mit eigenen Ideen in die geplanten Projekte einzubringen und die Aktivitäten in ihren Netzwerken zu unterstützen. Der breiten Öffentlichkeit wird nextMG die Pläne während verschiedenerer Veranstaltungen in den nächsten Wochen vorstellen.

Die nächste Veranstaltung ist der Business-Talk der WFMG am 25.06.20 um 12.30 Uhr.  

Losgelöst davon können Interessenten das Programm in oben stehendem PDF nachlesen.

Für Fragen, Anregungen und auch Kritik steht der Vorstand unter vorstand@nextmg.org jederzeit gerne zur Verfügung.

Lasst uns doch!

Kommentar von Susanne Feldges und Heike Grünert, Mitglieder des Vorstands der Digitalinitiative nextMG e.V., zur Nutzung der Digitalisierung nach und während der Corona-Krise in Mönchengladbacher Schulen.

Jede Krise ist auch immer eine Chance.

Eine Chance, weil wir gewohnte Routinen verlassen müssen. Immer wenn wir neue Wege gehen müssen, entdecken wir neue Möglichkeiten, die wir vorher nicht gesehen hätten. Die Corona-Krise ist so eine Chance für unser Schulsystem. Wir lernen gerade, wie wichtig die persönliche Interaktion zwischen Schülerinnen und Schülern und ihren Lehrenden ist. Wir lernen gerade, dass nicht alles Online geht. Aber wir lernen auch, dass da Möglichkeiten sind.

Redet man in diesen Tagen mit Mönchengladbacher Lehrerinnen und Lehrern, dann wird klar, dass die vergangenen Wochen viel verändert haben. Viele haben Möglichkeiten im Digitalen entdeckt, die sie früher nicht für möglich gehalten hätten. Das ist der Anfang. Jeder, der sich in der Welt des Digitalen bewegt, weiß, dass man ausprobieren muss.

Die digitale Welt verändert sich so rasant und bietet so viele Möglichkeiten, dass es selbst für Kenner schnell unübersichtlich wird. Das muss man auch Lehrern zugestehen; auch sie brauchen Zeit, um sich zurecht zu finden. Lang schon wurde gefordert, dass das System Schule sich mit den digitalen Möglichkeiten auseinandersetzt und sie nutzt. Aber fairerweise muss man auch zugestehen: Wann hätte das System Schule, das jeden Tag unter Hochlast läuft, denn spielerisch Erfahrungen sammeln sollen, wo noch nicht einmal die entsprechende Technik vorhanden war und ist?

Durch die Corona-Krise sind viele Akteure – Lehrer, Schulleiter, Schüler, Eltern – in das Ausprobieren und das Sammeln von Erfahrungen reingestolpert. Für viele eine harte Erfahrung!

Alles auf Anfang? Nein!

Corona ist eine Unbekannte, die uns eine ganze Zeit lang begleiten könnte, bis irgendwo auf der Welt ein Impf-Schutz gefunden wird. Erste Schulen mussten nach kurzer Öffnung wieder schließen. Digitaler Unterricht wird uns also weiter begleiten. Doch selbst, wenn eine schnelle Lösung für Corona gefunden würde: Warum sollten wir die Erfahrung aus dieser Zeit dann im Nichts versanden lassen? Wir alle haben gelernt. Vieles davon sollte uns von einem „Zurück wie vorher“ abhalten. Denn es ist viel Gutes dabei.

Lasst uns den wertvollsten Schatz bergen, den die Krise produziert hat: Erfahrung. Viele Lehrerinnen und Lehrer haben in den vergangenen Wochen mit der erzwungenen Art des Lehrens und Lernens Erfahrungen gesammelt. Gute wie schlechte. Lasst uns diesen Schatz heben und allen zugängig machen. Lasst uns das machen, was wir von allen fordern: Lernen. Lernen mit solchen Situationen umzugehen und damit vielleicht sogar einen besseren Unterricht als vorher bieten zu können. Einen Unterricht, über den wir mehr Jugendliche erreichen und begeistern für lebenslanges Lernen. In dem wir aber auch Lehrerinnen und Lehrer als das Wertvollste im System Schule wieder zu schätzen und zu achten lernen. Lasst uns erheben, welche Unterstützung das System Schule dabei benötigt: Technisch – sowohl in den Schulen als auch bei den Schülerinnen und Schülern. Systemisch – durch Weiterbildungsangebote für die Lehrenden, die auf den Erfahrungen des erlebten Trial & Errors aufsetzen. Gesellschaftlich – durch das Fortsetzen des Miteinanders von Schule und Familie sowie unterstützenden Angeboten für jene Personen, die, aus welchen Gründen auch immer, sonst nicht mitgenommen würden.

Gemeinsam neue Wege beschreiten

Lasst uns doch jetzt damit anfangen. Denn so schwierig und wechselhaft der Wiedereinstieg ist, steht das System Schule derzeit noch nicht wieder unter Volllast. Lasst uns die Expertise jener Lehrerinnen und Lehrer nutzen, die beispielsweise derzeit als Risikogruppe zuhause bleiben müssen, aber dennoch mit ihren Kollegen im regen Austausch stehen. Lasst uns jetzt in einen Erfahrungsaustausch gehen und einen Weg finden, der alle Akteure weiterbringt. Denn wir alle wissen nicht, wie lange die Krise noch anhält. Vielleicht wird sie zu einem Dauerzustand. Dann sollten wir beweisen, dass unser Schulsystem genau das leisten kann, wofür es steht: Für Lehren und Lernen. Voneinander und miteinander.

 

Mitglied kurz vorgestellt: Yannic Sieben (CA7 GmbH)

Unserem neuen Mitglied Yannic Sieben der CA7 GmbH haben wir fünf Fragen gestellt. Noch ist die Webpräsenz in Arbeit, daher hier einen exklusiven Einblick in das sportliche Gründerkonzept.

nextMG: Was prädestiniert Dein Unternehmen für eine Mitgliedschaft bei der Digitalisierunginitiative nextMG?

Yannic: CA7 ist Sport meets Tech. Kommend aus dem Action Sports, ist die Suche nach innovativen, digitalen Lösungen, um sich neben den großen Sportarten beweisen zu können, quasi unser täglich Brot. Damit haben wir eine ganz spezielle Sichtweise auf gewisse Situationen und können selbst dem Fußball noch was beibringen. Wir freuen uns in der nextMG-Community wertvolle Kontakte zu knüpfen. Wir möchten mit neuen Partnern den Sport und seinen Stellenwert in Mönchengladbach stärken.

nextMG: Weshalb möchtest Du Dich bei nextMG engagieren?

Yannic: Sport ist eine wichtige Komponente unseres Alltags, wird aber zu oft im digitalen Wandel hinten angestellt. nextMG engagiert sich Mönchengladbach voranzutreiben und wir möchten unseren Beitrag leisten, mit speziellem Fokus auf den Sport in Mönchengladbach.

nextMG: Was erwartest Du von Deiner Mitgliedschaft?

Yannic: Gleichgesinnte pro-aktive Köpfe, um gesellschaftsrelevante Themen rund um Mönchengladbach anzugehen. Mönchengladbach bietet viel Potential, das leider oft nicht ausgeschöpft wird. Räder drehen sich (vor allem politisch motiviert) sehr langsam. Hier möchte ich meinen Beitrag leisten, Dinge nachhaltig anzustoßen.

nextMG: Welches der drei Kernthemen der nextMG interessiert Dich besonders?

Yannic: Digitale Transformation. Wie schon erwähnt, findet diese vor allem im Breitensport nur sehr verhalten statt. Dabei mangelt es nicht an smarten Lösungen, sondern oft an der Kompetenz die richtigen Lösungen zielbringend einzusetzen. Digitalisierung wird zunehmend zu einem Generationenproblem, da die Entwicklung exponentiell schnell voranschreitet.

Möchengladbach möchte sich als Smart City positionieren und da sollt Sport eine relevante Rolle spielen. Angefangen beim Seepferdchen über den Schulsport bis hin zur Amateur- (und später vielleicht Profi-)Karriere im Verein.

nextMG: Was hast Du in letzter Zeit für Dich entdeckt, was Du den Mitgliedern empfehlen könntest?

Bill Gates Ted Talk über Pandemien aus dem Jahr 2015.

Vielen Dank für das Gespräch

FKK COVID – Rettet den lokalen Einzelhandel in Mönchengladbach

Das SARS CoV-2, besser bekannt als „Coronavirus“, ist in aller Munde und bestimmt unseren Alltag. Besonders hart trifft es lokale Händler, deren Existenzen durch die Epidemie gefährdet sind. Hier möchten Marc König mit der Aktion „support your local heros“ entgegenwirken. Mit dem Kauf eines T-Shirt unterstützt der Käufer den lokalen Einzelhandel in Mönchengladbach und Umgebung und steigert somit die Überlebensfähigkeit der Händler in der Nachbarschaft.

Wir als nextMG fördern Gründerkultur, Gründerinnen und Gründer gehen Risiken ein. Aber nicht nur sie, jede und jeder der ein Geschäft betreibt und keiner von den großen Ketten ist, hat in diesen Tagen besonders zu leiden! Gründerinnen oder Gründer, alteingesessener Einzelhandel oder hippes Trendgeschäft – uns egal, nextMG will, dass es euch nach Corona noch gibt! Darum unterstützen wir diese Aktion: Helft uns dabei, unsere Local Heroes zu retten.

Michael Bahrke, nextMG Vorstand Gründung, hat mit Marc König über die Initiative gesprochen.

Michael: Support your local heroes, erzähl mal, wie kam es zu der Aktion?

Marc: Ein wenig Langweile, spät in der Nacht noch vor dem Computer gesessen und youtube geguckt, da habe ich gedacht, das kann nicht alles sein in der Zeit, in der ich im Home Office bin. Dann habe ich ein bisschen durch die hippe Presse geklickt und habe gesehen, dass es in Berlin hippe Projekte gibt, die Verkaufen T-Shirts gegen Geld, da dachte ich mir, sowas könnte es sein und habe nach Domains geguckt. Dann war noch Fuck Covid frei, extrem plakativ, aber für mich war das erstmal ok, und ich habe mir die Domain gesichert. Dann habe ich gedacht: ok, Domain hast du und jetzt? T-Shirts produzieren ist cool, aber Geld damit verdienen, in der der Zeit jetzt, da hat eh keiner Bock drauf, also habe ich gesagt: komm wir müssen was für die Lokalen hier machen und so ist das Projekt zusammen mit ein paar Freunden entstanden.

Michael: Kaum war die Seite im Netz am Donnerstag (19.03.2020) im Netz, war die Aktion schon im Radio – wie ist die Resonanz?

Marc: Die Seite ging Donnerstagnacht ans Netz, das Radio ist dann durch private Kontakte auf uns aufmerksam geworden, aber Stand heute (Samstag, 21.03.2020) haben wir mehr als 100 verkaufte T-Shirts. Die lokalen Geschäfte und Anbieter waren begeistern und haben uns enormes Feedback gegeben. Da wollten uns schon ein paar Geschäfte was schenken; aber wir wollen ja nichts von denen, sondern den „Locals“ was schenken. Es ist ein tolles Gefühl und macht Spaß eine Community zu schaffen, die es vorher vielleicht in der Form noch nicht gab.

Michael: Tolle Aktion; danke Marc!

Macht mit! Unterstützt eure local heros. Hier ist der Link zu den  Produkten https://www.supportlocalheroes.de/collections/all

Die T-Shirts kosten 20 Euro.  10 Euro gehen in die Kosten der Produktion, 10 Euro gehen in den Topf für die Unterstützung der lokalen Geschäfte und Produzenten.

PM: Habt Mut!

Mönchengladbach, 19. März 2020

Not macht bekanntlich erfinderisch. Die Anweisung der Landesregierung, die Schulen dicht zu machen und den Unterricht dennoch fortzuführen, hat viele Schulen vor enorme Herausforderungen gestellt. Die in Mönchengladbacher Schulen vielfach angewandte Lösung, den zu erlernenden Stoff mit Angaben zu den Büchern und runterzuladenden Arbeitsblättern auf Schulwebseiten zu veröffentlichen, ist indes wenig erfinderisch und leider noch weniger zielführend. Welcher Jugendliche kann sich angesichts von Sonnenschein und steigenden Temperaturen schon zum Lernen motivieren? Seien wir ehrlich: Welcher Erwachsene kann es?

Gleichzeitig offenbart dieser Ansatz zwei eklatante Versäumnisse der Vergangenheit: Zum einen haben wir nicht sichergestellt, dass die Jugendlichen rein technisch in der Lage sind, den Lernstoff auf diese Weise abzurufen und zu bearbeiten. Hat jeder Schüler einen Drucker zuhause? Kann er überhaupt die Daten herunterladen? Ruft er seine Mails ab? Zum anderen dürfte das Gros der Eltern nicht darauf vorbereitet sein, ihren Kindern die dafür nötige Hilfestellung zu geben. Weder technisch noch didaktisch.

Das Meistern der Corona-bedingten Lernkrise hängt somit wieder vom Engagement einzelner Schulen und vor allem Lehrer ab. Erfolgversprechend sind wieder Modelle, die sich die Digitalisierung zu Nutze gemacht haben. Das zeigen Schulen wie die Privatschule HEBO, das Gymnasium am Geroweiher, die Gesamtschule Hardt oder auch das Gymnasium Odenkirchen. Sie waren schon vor der heutigen Situation den Umgang mit neuen Medien und Kommunikationskanälen gewohnt. In regelrechtem New Work Style motivieren sie jetzt mit Video-Chats, Skypen oder Software wie Discord ihre Schülerinnen und Schüler zum selbständigen Lernen des anstehenden Stoffes. „Ich hatte noch nie eine so hohe Anwesenheitsquote wie jetzt“, berichtet Felix Nattermann, Leiter der größten IT-AG der Stadt und schlicht auch Lehrer des Gymnasiums am Geroweiher, von seinem letzten Chat-Unterricht. „Meine Schüler sind den Umgang mit diesen Medien schlicht gewohnt und können ihn leicht für andere Fächer nutzen.“ Denn war ihn besonders freute, war, dass er nun auch viele Kollegen für diese neue Art des Unterrichtens begeistern konnte. „Wir schreiben alle Erfahrungsberichte, die wir gerne auch anderen Lehrern zur Verfügung stellen werden.“ Schließlich müsse Lernen auch für Lehrer eine Selbstverständlichkeit sein.

Learning by doing

Das Modell von jetzt auf gleich auf andere Schulen zu übertragen, ist indes Illusion. Selbst der neu gewählte Vorstand von nextMG brauchte Übung, um in neuer Besetzung innovative digitale Kommunikations- und Arbeitstools zu nutzen. Was aber alle Vorstandsmitglieder hatten und haben, ist das Fehlen jeglicher Angst vor Fehlern in der Welt des Digitalen. Dafür ist ihnen qua Funktion Lust und Mut zu eigen, Neues auszuprobieren. Eine Einstellung, die nextMG gerne auf die Bildungswelt übertragen würde und dafür laufend Empfehlungen für E-Learning-Tools an kooperierende und anfragende Schulen weitergibt. Nicht, um diese jetzt sofort alleinig zur Lösung der Not einzusetzen. Aber um die Not zu nutzen, zu experimentieren, Neues kennenzulernen und Erfahrungen zu sammeln.

Es bleibt jedoch die Notwendigkeit der Diskussion, wie Schülerinnen und Schüler für Unterricht im Jahr 2020 ff. ausgestattet sein sollten. War es vor wenigen Jahren der grafikfähige Taschenrechner, der ob der hohen Anschaffungskosten von den Schulgemeinschaften zu stemmen war, muss es jetzt die Frage sein, ob nicht jeder Jugendliche ab der 5. Klasse einen Laptop und auch eine eigene von der Schule bereitgestellte Mailadresse mit entsprechendem Zugang haben muss. Bei einem verfügbaren Einkommen, das in Mönchengladbach mit rund 20.700 € pro Jahr an Platz 6 hinter Krefeld und nur noch knapp vor Essen und Duisburg rangiert, kann man sich den Aufschrei der Elternschaft nicht nur vorstellen, sondern durchaus nachvollziehen. Denn auch eine Vielzahl an Eltern und Pädagogen muss noch weitergebildet und begeistert werden für den Umgang mit der wachsenden Digitalisierung. Doch niemand weiß, wie hoch der Unterstützungsbedarf wirklich wäre. Lasst ihn uns doch herausfinden! Die Notwendigkeit war noch nie so offensichtlich wie jetzt. Dementsprechend hatte auch Mönchengladbach noch nie so gute Argumente für finanzielle Unterstützung wie jetzt.

Wenn die Lernkrise am Ende etwas Gutes gehabt haben soll, sollten wir alle jetzt Neues wagen. Unter Druck ist der Mensch zu so manchem fähig, vielleicht sogar zur Einführung stadtweit einheitlicher, funktionstiefer und motivierender Lernplattformen für innovatives Lehren und Lernen. „Trial & Error“ war schon zu Platos Zeiten das Grundprinzip des Unterrichtens. Solange man aus Fehlern lernt.

Für Rückfragen:

Ute Schmeiser
Vorstand Kommunikation
Telefon: 0175 502 2017
Mail: ute.schmeiser@nextmg.org

Mitglieder im Gespräch: Michael Bahrke (Die Eisdealer)

Die Eisdealer – die beliebteste Eismanufaktur der Stadt
Susan und Michael Bahrke haben eigentlich andere Jobs, aber in ihrer Freizeit sind sie „DIE EISDEALER“. Neben ihren Vollzeitjobs haben sie aus ihrer Leidenschaft für Eis und gutes Essen ein kleines Unternehmen gegründet, das besonderes Eis herstellt. Mal vegan, mal ungewöhnlich wie Sesam-Karamell, Milchreis – auch El Presidente genannt – oder Spekulatiuseis für den weihnachtlichen Nachtisch. Dazu gibt es selbstgebackene Waffelhörnchen, auch mal in schwarz mit Bio-Kokosnuss-Kohle gefärbt. Mit diesem Konzept wurden sie nach einem Jahr bereits die beliebteste Eisdiele der Stadt. Sie sind seit 2018 Mitglied bei nextMG.

nextMG: Wie ist eure Idee entstanden? Was treibt zwei Menschen, die Vollzeit arbeiten, dazu eine Eis-Manufaktur zu gründen?

Susan: Der Wunsch nach mehr Freizeit war es sicherlich nicht…

Michael: Aber mal im Ernst, die Eisdealer sind das komplette Gegenmodell zu unseren eigentlichen Jobs. Während ich im Büro Exceltabellen quäle und Powerpointfolien erstelle, kann ich im Eislabor meiner Leidenschaft frönen und unsere eigenen Eissorten kreieren. Ein Kindheitstraum!
Fast noch wichtiger ist für mich aber das unmittelbare Kundenfeedback. Einem Gast der Eisdealer einen Probierlöffel mit einer neuen Kreation zu reichen und dann seine Reaktion im Gesicht abzulesen, ist einfach unbezahlbar. Zum Glück sind diese Reaktionen meist sehr positiv und dass bei über 100 verschiedenen Sorten, die wir in den ersten beiden Jahren getestet haben.

nextMG: Was sind eure Erfolgsfaktoren gewesen – ihr wart im vergangenen Jahr in aller Munde?

Michael: Unser Erfolg beruht sicherlich auf unserer Leidenschaft für das was wir machen. Natürlich muss so ein Projekt auch betriebswirtschaftlich funktionieren, aber es steht nicht im Mittelpunkt. Das erlaubt es uns bei der Qualität keine Kompromisse eingehen zu müssen.
In unser Vanilleeis kommt eine mexikanische Gourmetvanille und sonst nix. Kein künstlich hergestelltes Aroma wie Vanillin, keine Farbstoffe und keine Konservierungsstoffe. Wir verwenden Milch die direkt vom Bauernhof kommt, nicht ultrahocherhitzt, nicht homogenisiert – ein echtes Naturprodukt. Dadurch sind unsere Rohstoffkosten erheblich teurer als bei anderen Eisdielen, aber das ist es uns wert, da man den Unterschied schmeckt.

Susan: Mit unserer Präsens beim Greta- und Claus-Markt, in der Kulturküche beim „eat & chill“, auf Kultur- und Musikfestivals arbeiten wir mit sehr vielen Menschen zusammen, die eine ähnliche Leidenschaft wie wir haben. Es ist toll ein Teil davon zu sein.

nextMG: Was hat euch das Gründen gebracht – welche Erfahrungen habt ihr gemacht, wie hat es euch verändert, vielleicht auch mit Blick auf eure „anderen Jobs“?

Michael: Die Selbstständigkeit bringt sehr viel Eigenverantwortung und Entscheidungen mit sich. Es gilt Ideen umzusetzen, mit Partnern zu kooperieren, sich und andere zu motivieren, aus Fehlern zu lernen und so ein Projekt mit innovativen Ideen immer weiter voranzubringen. In welchem Job kann man solche Erfahrungen nicht brauchen?

nextMG: Was würdet ihr jungen Gründern raten?

Susan: Glaubt an euch, glaubt an eure Idee, traut euch und setzt sie mit Leidenschaft um.

Michael: Testet eure Idee im Vorfeld der Gründung ausgiebig. Fragt Leute mit Erfahrung, die im Idealfall nicht aus eurem direkten Umfeld kommen. Stellt eure Idee zum Beispiel beim „meetupMG“ vor, diese Erfahrung und das Feedback bringen euch garantiert weiter.

nextMG: Gründen in Mönchengladbach, weil …

Susan & Michael: …die Stadt ist so herrlich unperfekt und gestaltbar! Daraus ergeben sich einfach viele Möglichkeiten und Projekte die man umsetzen kann. Und man ist nie allein. In Mönchengladbach finden sich sehr schnell Mitstreiter, wenn es darum geht Dinge auszuprobieren und die Stadt so ein Stückchen lebenswerter zu machen.

Mitglieder im Gespräch: Stefano Picco (spicOne)

Kommunikation gestalten – digital und analog

Stefano Picco ist der Kopf hinter der spicOne multimedia e.K. – er hat die Agentur für Kommunikations-Design 1999 gegründet. Stefano war auch Mitgründer der Bürogemeinschaft Sektor M an der Sophienstraße in der Alten Spinnerei, die 2007 gegründet wurde – einer der ersten Co-Working-Angebote in Mönchengladbach. Er ist Gründungsmitglied von nextMG.

nextMG: Stefano, was macht eine Agentur für Kommunikations-Design?

Stefano: Die Kernaufgabe ist es, die Sichtbarkeit von Unternehmen wortwörtlich greifbar zu machen oder diese zu optimieren. Das beste Produkt oder die genialste Dienstleistung kann nicht gefunden werden, wenn sie kein Erscheinungsbild hat – Stichwort Corporate-Design. Neben der Entwicklung oder auch Überarbeitung einer Wort-Bild-Marke, gilt es natürlich auch alle weiteren Elemente des Corporate-Designs, wie die Typografie und die Farben konzeptionell zu entwickeln und festzulegen. Websites, Apps, weitere Drucksachen, Branding, Merchandising etc. pp oder auch der Auftritt in sozialen Netzwerken gehören genauso dazu.

nextMG: Warum hast du gegründet – warum kein komfortabler Job in einer großen Agentur?

Stefano: Kreative Freiheit – ich habe in der Vergangenheit bereits in diversen Agenturen gearbeitet, sei es als Praktikant bis hin zum Leiter der Design-Abteilung mit Mitarbeitern. Dabei wurde schnell klar, dass es ab und an größeren Diskussionsbedarf gab, der nicht immer zielführend war und meiner persönlichen Vorstellung von guter Gestaltung entsprach. Und dann muss man sich entscheiden, auf vermeintliche Sicherheit setzen und unzufrieden werden oder das Wagnis der Selbstständigkeit starten.

nextMG: Du bist Teil vom Sektor M an der Sophienstraße – eine kreative Bürogemeinschaft – was sind die Vorteile einer solchen Gemeinschaft?

Stefano: Auch hier steht die Kreativität im Mittelpunkt, denn der kreative Austausch mit anderen Personen und anderen Branchen gibt einem einen großen Mehrwert und eröffnet neue Perspektiven. So entstehen Ideen und vor allem Lösungsansätze, auf die man alleine höchstwahrscheinlich nicht gekommen wäre. Kommunikation leben ist hier ein wichtiger Punkt. Aber es gibt natürlich auch ganz pragmatische Dinge, die speziell anfangs helfen. Eine gemeinsame Infrastruktur erleichtert und unterstützt die berufliche Entwicklung – in jeglicher Hinsicht. Ebenfalls ist der Aufbau des eigenen Netzwerks und letztendlich auch von Klienten, mit entsprechenden Synergieeffekten ein großer Benefit.

nextMG: Wenn du zurückblickst: was würdest du heute anderes machen und was würdest du jungen Gründern in deinem Feld raten?

Stefano: Das ist ganz schnell auf den Punkt gebracht. Speziell Kreative sollten sich frühzeitig und intensiv mit kaufmännischen Fragen beschäftigen oder sich direkt einen entsprechenden Partner ins Boot holen. Vieles muss bedacht und sorgfältig geplant werden. Denn am Ende steht und fällt viel mit den Finanzen – ob man das will oder nicht.

nextMG: Digitalisierung ist, …

Stefano: … eine großartige Erleichterung in vielen Bereichen und Steigerung der Effizienz. Es ist natürlich in Teilbereichen auch eine große Herausforderung – selbst im kreativen Bereich – aber wenn man es anpackt und sich dafür Zeit nimmt, profitiert man relativ schnell davon. Mehr Zeit und Energie für Konzeption, Gestaltung und neue Ideen.

PM: Duo Sebastian Leppert und Susanne Feldges leitet ab sofort den Digital- und Gründerverein nextMG

Vorstandsneuwahlen und Bilanz der ersten drei Jahre

Mönchengladbach, 10. Februar 2020

Ende 2016 war die Mönchengladbacher Digitalisierungs- und Gründerinitiative nextMG e.V. aus der Taufe gehoben worden, nun standen die ersten turnusmäßigen Vorstandsneuwahlen mit einer Reihe von Neubesetzungen an. Sebastian Leppert (elements of art) rückt vom Stellvertreterposten auf den des Vorsitzenden, Susanne Feldges (Alldesign) komplettiert das Führungsduo. Künftig wird des Weiteren jedem Arbeitsbereich ein inhaltlich verantwortliches Vorstandsmitglied zugeordnet. Außerdem strebt der Verein künftig die Gemeinnützigkeit an. Der ausscheidende Vorsitzende Mark Nierwetberg zog eine positive Bilanz der ersten drei Jahre Vereinsarbeit.

Neben Nierwetberg, der aus persönlichen Gründen aus dem Vorstand ausscheidet, diesem aber in beratender Funktion im erweiterten Vorstand erhalten bleibt, stellte sich auch Prof. René Treibert von der Hochschule Niederrhein nicht zur Wiederwahl. Erneut in das Gremium berufen wurde hingegen Rafael Lendzion (WFMG) als Kassenwart. Zusätzlich neu berufen wurden bei der Mitgliederversammlung im Studio der Stadtsparkasse am Bismarckplatz des Weiteren: Michael Bahrke (Die Eisdealer) für den Bereich Gründung; Thorsten Unger (Wegesrand GmbH & Co. KG) für den Bereich Digitale Transformation; Heike Grünert (ITZ Rhein-Maas) für den Bereich IT-Bildung; sowie Ute Schmeiser (Schmeiser Marketing) für Kommunikation. Über eine Beisitzer-Struktur – die jeweiligen Akteure sollen durch den neuen Vorstand berufen werden – soll die Expertise insbesondere von Institutionen wie Industrie- und Handelskammer sowie Hochschule Niederrhein mit in die Vorstandarbeit einbezogen werden. Die Prüfung der Gemeinnützigkeit wird angestrebt, um dem Verein im Idealfall künftig größeren finanziellen Spielraum zu ermöglichen.

Nierwetberg schilderte in seinem Grußwort zum einen die erfreuliche Entwicklung des Vereins seit dessen Gründung: Die Mitgliederzahl ist von knapp 30 auf mittlerweile 70 gestiegen. Darunter sind 32 Unternehmen und Institutionen, 15 Startups, 14 Einzelpersonen und neun Mentoren. Unter den drei Säulen der Vereinsarbeit (Gründung, Digitale Transformation, IT-Bildung) habe sich speziell der Bereich Gründung sehr positiv entwickelt, auch in Sachen IT-Kompetenz habe nextMG wichtige Impulse setzen können. Sebastian Leppert schilderte in seinem Ausblick für die künftige Vereinsarbeit, dass es im Zuge des Strukturwandels die wichtigste Aufgabe sein werde, die bereits eklatante „MINT-Lücke“ zu schließen und für ausreichend Fachkräftenachwuchs in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik zu sorgen. Man wolle weiterhin alle Beteiligten aus dem Kreis der Bürgerinnen und Bürger, aus Politik, Verwaltung und der lokalen Wirtschaft herzlich dazu einladen, mit nextMG zusammen die bevorstehenden und hochgradig verändernden Transformationen auf allen Ebenen zu begleiten, so Leppert weiter. „Der Verein wird aber auch von sich aus – wie in den letzten drei Jahren – die Initiative ergreifen und in allen Bereichen der Stadt die digitale Transformation voranbringen. Dies geschieht aus der tiefen Überzeugung, für die Heimatstadt und die Region einen sicheren und guten Platz unter den Städten der Zukunft zu ermöglichen.

Für Rückfragen:

Ute Schmeiser
Vorstand Kommunikation
Telefon: 0175 502 2017
Mail: us@schmeiser-marketing.de

Foto: Der neue Vorstand von nextMG (v.l.): Rafael Lendzion, Sebastian Leppert, Susanne Feldges, Heike Grünert, Thorsten Unger und Michael Bahrke. Es fehlt Ute Schmeiser. Foto: nextMG e.V.

 

Mitglieder im Gespräch: Dr. Norbert Miller (Scheidt & Bachmann)

Tradition mit Gründerspirit: Scheidt & Bachmann

Wer an einer Shopping Mall in Nairobi parkt, in Toronto Bus und Bahn nutzt oder in Berlin, Bern oder Mönchengladbach tankt, hat vermutlich schon einmal Scheidt & Bachmann Produkte benutzt. Das Familienunternehmen wurde 1872 gegründet und befindet sich derzeit unter der Führung von Dr.-Ing. Norbert Miller in der mittlerweile fünften Generation der Gesellschafterfamilie. Rund 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus fast 50 Nationen arbeiten weltweit an Lösungen für eine mobile Welt. Scheidt & Bachmann ist seit 2017 Mitglied von nextMG.

nextMG: Warum ist für ein Traditionsunternehmen wie Scheidt & Bachmann das Thema Gründung wichtig?

Dr. Norbert Miller: Wir leben in einer Zeit, in der sich die Marktanforderungen im Technologie-Sektor rasend schnell verändern. Durch die Gründung spezialisierter Unternehmen sind wir in der Lage, flexibel und kurzfristig auf diese Änderungen zu reagieren. Zum einen können sich die kleinen, somit agileren Strukturen besser auf neue Zielsetzungen konzentrieren, zum anderen hat es sich bewährt, durch gemeinsame Gründung mit ähnlich orientierten Unternehmen Know-how zu bündeln, um dadurch schneller Lösungen für neue Marktanforderungen zu finden.

nextMG: Sie haben eine lange Tradition – was verändert sich aus Ihrer Sicht gerade in der Wirtschaft?

Dr. Norbert Miller: Die technologischen Weiterentwicklungen bieten zahlreiche Möglichkeiten für neue, kundenfreundlichere und umweltentlastende Lösungen, vor allem im Mobilitätssektor. Hier nicht nur Schritt zu halten, sondern Vorreiter zu sein, ist unser Ziel. Wir hinterfragen unsere eigenen Systeme fortlaufend und investieren in unsere Innovationskraft. Eine große Veränderung findet zudem in der Unternehmenskultur allgemein statt. So sind heute zum Beispiel eine ausgeglichene Work-Life-Balance sowie ein flexibles Arbeitsumfeld Grundvoraussetzungen dafür, Mitarbeiter langfristig für sich zu gewinnen. Fachkräfte werden in Zeiten der digitalen Revolution und Internet 4.0 stark umworben. Somit sind heute wir Unternehmen am Zug, uns attraktiv aufzustellen, um die passenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf uns aufmerksam zu machen.

nextMG: Wie denken Sie muss sich der Standort Mönchengladbach entwickeln, um sich auf diese Veränderungen auszurichten?

Dr. Norbert Miller: Für Mönchengladbach wird es wichtig sein, attraktiven Lebensraum anzubieten, denn der ist für junge Fachkräfte genauso wichtig wie die Attraktivität der Unternehmen selbst, wenn es darum geht, ob sie in Mönchengladbach oder eher in Berlin oder München heimisch werden.

nextMG: Sie haben 2018 die Mehrheit an dem Start-up evopark erworben. Was war der Grund für eine solch enge Zusammenarbeit mit einem Start-up?

Dr. Norbert Miller: Scheidt & Bachmann entwickelt und produziert bereits seit 1966 Lösungen für das Parkraummanagement. Das Produkt „evopark“ eignet sich hervorragend für die Integration in unser Portfolio und stellt eine wichtige Komponente im Bereich der intelligenten Parkraumbewirtschaftung dar. Die enge Zusammenarbeit mit evopark, die schließlich zum Erwerb von Mehrheitsanteilen führte, war somit eine naheliegende Entscheidung und ein Beispiel für das eben angesprochene Investieren in unsere Innovationskraft.

nextMG: Digitalisierung bedeutet für Ihr Unternehmen …

Dr. Norbert Miller: Die Digitalisierung bestimmt nahezu unser gesamtes unternehmerisches Handeln, denn sie steckt in jedem unserer Systeme und hat im Umsatz die mechanischen Komponenten weit hinter sich gelassen. Alleine die Digitalisierung des Schienenverkehres in Deutschland „Digitale Schiene Deutschland“ wird durch unseren Geschäftsbereich „Systeme für Signaltechnik“ maßgeblich beeinflusst werden. Auch für die internen Prozesse bietet die Digitalisierung große Möglichkeiten. Das Vernetzen unserer Mitarbeiter weltweit und das Teilen von Wissen ist eine wichtige Voraussetzung für unseren zukünftigen Erfolg. Neben der Digitalisierung zahlreicher Prozesse haben wir beispielsweise gerade eine Mitarbeiter App eingeführt, die für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weltweit eine Zeitenwende in der Kommunikation bedeutet und ohne die Digitalisierung nicht möglich wäre.