Warum Schulen mehr IT-Bildung brauchen – nicht nur in Mönchengladbach

Warum Schulen mehr IT-Bildung brauchen – nicht nur in Mönchengladbach

IT-Bildung und Computerkram wird von vielen noch als Zeug von Hackern und meist männlichen Jugendlichen mit schwarzen Kapuzenpullis angesehen. In der sich immer stärker digitalisierenden Welt ist IT-Bildung aber so sinnvoll wie Physik oder Geschichte. Alle von uns hatten Physik und Geschichte in der Schule, aber nicht jeder oder jede ist deshalb auch Physiker oder Historiker geworden. Aber diese Fächer sind Teil dessen, was wir Allgemeinbildung nennen. Wir können vielleicht nicht mehr die Gravitationskonstante erklären oder wie genau die Französische Revolution ablief, aber wir wissen, dass Dinge nach unten fallen und warum Astronauten in der ISS schweben – keine Hexerei; und wir kennen die Bedeutung der Französischen Revolution für unser heutiges Verständnis von Staatlichkeit und Bürgerrechten.

IT-Kenntnisse helfen, die Welt des 21. Jahrhunderts zu verstehen

Dieses Wissen hilft uns dabei, uns die Welt um uns herum zu erklären. In der Welt des 21 Jahrhunderts werden unsere Kinder und auch wir selbst nicht mehr ohne IT-Wissen auskommen, um uns die Welt zu erklären. Erinnert sei an den Aufschrei als es hieß, dass Wahlkampfteam um US-Präsident Trump habe mit Hilfe von Algorithmen Daten ausgewertet und entsprechend gezielte Botschaften an bestimmte Wählergruppen gesendet. Jeder der sich ein wenig mit Datenauswertung (Big Data genannt) beschäftigt, konnte nur müde lächeln. Ich habe nur gezeigt, dass es die Bombe gibt

Eine Datenauswertung auf Datenbasis mit Hilfe von Algorithmen, die mir sagt, dass Person x mit den Merkmalen angestellt, männlich, mag Golf und hat bei Facebook xyz geliked also wird er eher die Wirtschaftspolitik mögen ist wie Gravitation: den Stift den ich fallen lasse, fällt nach unten und zwar mit einer Fallbeschleunigung von …. Meter pro Sekunde (Newton sei Dank). Wenn wir den Schülerinnen und Schülern von heute nicht eine grundlegende Kenntnis über Zusammenhänge im Bereich IT- und Daten vermitteln, dann entlassen wir sie in eine Welt, in der sie Geister und Spuk sehen werden, wo Algorithmen und Datenverknüpfung herrscht.

Wir können uns als Stadt keinen IT-Analphabetismus leisten

Man spricht heute schon vom IT-Analphabetismus. Nicht jede Schülerin und nicht jeder Schüler muss IT-Nerd werden, so wie wir auch nicht alle Physiker und Historiker geworden sind. Aber eine gewisse Kenntnis dieser Materie wir in der Welt unseres Jahrhunderts zur Allgemeinbildung dazu gehören. Zudem gefährden wir mit mangelnden Angeboten im Bereich IT-Ausbildung unsere Attraktivität als Standort. IT-Kompetenz ist das Ingenieurwesen des 21 Jahrhunderts: Ohne Ingenieure gäbe es keine Industrieproduktion, keine Straßen, keine Brücken – ohne IT-Kompetenz wird es keine Vernetzung, keine Datenauswertung, keine Wertschöpfung in der digitalen Wirtschaft geben! Ein Standort ohne ausreichende IT-Kompetenz wird im Zeitalter der sich digitalisierenden Industrie nicht am Wachstum partizipieren können und er wird Probleme haben ausreichend Beschäftigung zu schaffen. Wir haben schon heute einen Mangel an Fachkräften in diesem Bereich in Mönchengladbach.

Unsere Idee als nextMG

Der Verein nextMG setzt sich für den Ausbau von IT-Angeboten an Schulen und Weiterbildungsinstitutionen in Mönchengladbach ein. Was ist das Problem: Die Ausstattung der Schulen muss verbessert werden. Jede weiterführende Schule, egal welcher Schulform, braucht einen Glasfaseranschluss – so schnell wie möglich. Nicht jede Schule hat Personal, um IT-Kurse anzubieten, wir müssen Kooperationsmodelle zwischen den Schulen entwickeln und Kurse aus der Cloud für alle interessierten Schülerinnen und Schüler anbieten. Kein Kind mit Interesse an dem Thema darf am Zugang zu Wissen scheitern. Ich würde mir eine koordinierte Aktion der Schulen zu dem Thema wünschen, eine Arbeitsgruppe der IT-Lehrer der Stadt, die eine Blaupause für eine IT-Werkwoche erarbeitet und klar formuliert, was gebraucht wird, um eine „Woche der IT-Bildung“ in Mönchengladbach zu veranstalten. Wir müssen bei dem Thema Kräfte bündeln und die besten Ideen für alle Schulen zugänglich machen. Die Zeit drängt, dass 21. Jahrhundert wird digital, wir sollten als Stadt dabei sein.

 

Arbeitet für die Deutsche Telekom als Manager im Bereich Technologie und Innovation. Er war Mitglied des Aufsichtsrats der Hrvatski Telekom (Kroatien) und hat für die Nachrichtenagentur Dow Jones über Tech-Unternehmen berichtet. Zudem ist er einer der Gründer der Dialog- und Blogplattform fluxMG (www.flux-mg.org). Mark Nierwetberg hat nextMG im Dezember 2016 mitgegründet.

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